Ada Wedding

Gestern spazierten mein Sohn und ich im Wedding herum. Er saß in seinem Buggy, genoss die grade erst einen Sturzregen abgelöst habende Sonne und, wie es so die Art von Fünfzehnmonatigen ist, brabbelte er vor sich hin, ein- oder zweisilbigen Quatsch in Endloswiederholschleife. Er also so: „Ada, ada, ada, ada …“ Die ganze Zeit. Wir kamen an einem türkischen Supermarkt vorbei.

Gedankenverloren schaue ich hin, sehe, wie der Supermarkt heißt: Ada Market. Ich denke: kuriose Koinzidenz. Ein türkischer Herr steht rauchend vor dem Markt, vielleicht ein Angestellter oder der Besitzer. Er schmunzelt meinen Sohn an. Mein Sohn: „Ada, ada, ada …“ Ich schaue meinen Sohn an, zeige auf den Supermarkt: „Ada.“ Der Mann: „Ja, Ada.“ Wir lachen, alle drei.

Unbotmäßiger Unfug

In Berlin ist demnächst wieder Abgeordnetenhauswahl. Als Erklärung für Leute, die in richtigen Bundesländern wohnen: Das ist sowas Ähnliches wie eine Landtagswahl. Dieses Ereignis evoziert natürlich, dass die Berliner Laternenpfähle vorher wieder weihnachtsbaummäßig behangen werden, die Volksparteien unten, Faschos und Idiotenparteien wie die AfD weiter oben, aus Abrissangst oder damit nicht so viel altes Gemüse ihr Ziel trifft. Weiterlesen →

Ritter und Helm 1: Podcast mit Amir und Frank über Filme, Serien, Videospiele und anderen Kram

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Amir und ich haben so ungefähr drei Jahre zusammengearbeitet. Heute ist das leider nicht mehr so, trotzdem sehen wir uns gelegentlich. Nach dem obligatorischen Gelafer über Smartphones und Technologieprodukte geraten wir dabei auch immer ins Schwadronieren über Filme, TV-Serien, Videospiele und das, was die Kulturindustrie sonst noch bereithält. Warum eigentlich, dachten wir uns eines Tages, das Ganze nicht auch aufnehmen und ins Netz stellen? Was wir hiermit tun. Es folgt die erste Folge unseres Audio-Podcasts „Ritter und Helm“. Das sind unsere Themen. Weiterlesen →

Ambiguitätstoleranz

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Es war unglücklich, dieser Gaucho-Tanz, aber auch harmlos. Ein bisschen Übermut, sicherlich nicht rassistisch gemeint, mehr so in puncto Außenwirkung ins Klo gegriffen. Wer könnte es diesen Nationalmannschafts-Burschen verdenken, die sich ja im Turnier wirklich fair gegenüber Verlierern verhalten haben und vermutlich seit Tagen betrunken und übernächtigt durch die Weltgeschichte reisen – dann auch noch in die Jetlag-sensiblere östliche Richtung. Und schließlich Helene Fischer. Zusammengefasst: Geistig auf der Höhe waren sie wahrscheinlich nicht, die deutschen Nationalspieler, und das sei ihnen in diesem Punkt durchaus verteidigend anzurechnen. Weiterlesen →

Kanalbündelung, ein singender Zahnarzt und der Penis von Niels Ruf

Sowieso schon das Viralvideo der Stunde, komme ich nicht umhin hier auch noch einmal die wirklich tolle Neunzigerjahre-Hommage aus dem Neo Magazin von und mit Jan Böhmermann zu verlinken – einfach, weil sie so gut ist. Der Bursche hat sich ehwieso mit seinen Fernsehsendungen und der Radio-Show mit Olli Schulz (Podcast) in die Herzen der in diesem Haushalt Lebenden geblödelt, da kann man ihm zum Gewinn des Grimme-Preises nur anerkennend zunicken. Zum Video: Klar, Popkulturreferenznostalgie mit selbstironischem Einschlag geht immer, aber das hier ist so liebevoll und aufwändig abgeliefert, dass man das einfach mögen muss. Zumindest, wenn man in Deutschland aufwuchs und irgendwas zwischen 25 und 40 Jahren alt ist. Bailando, bailando … ♥♥♥

Hey teacher, don’t leave them kids alone

Von Lehrern wird einerseits im zunehmenden Maße verlangt, dass sie Rollen und Aufgaben der Eltern übernehmen, andererseits sollen sie die jüngere Generation fit machen für die (so zumindest in der Breite wahrgenommenen) Anforderungen von Markt und Globalisierung. Das ist ein unlösbarer Konflikt, woran viele Lehrer scheitern. Ergebnis: Das Prestige des Lehrerberufs ist nicht das Beste. Dessen Bild wird heute geprägt von jenen Fällen, die frustriert sind, desillusioniert, die möglicherweise tatsächlich ihre Profession verfehlt haben.

Dabei gibt es auch genug andere Beispiele für Menschen dieses Berufsstandes, so wie dieses.

[via rb@fb]