25C3

Logo: 25C3Ich war am Ende des ausklingenden Jahres auf dem 25C3, unakronymisiert 25. Chaos Communication Congress, noch etwas genauer: der jährlichen Zusammenkunft des Chaos Computer Clubs. Und anders als meine Kolumne bei Gulli auf dem ersten Blick implizieren mag, war’s tatsächlich ein Erlebnis — inspirierend, spaßig (nicht zuletzt dank der Gesellschaft von Martin, Sebastian, Simon, Ruben und Lars), voll und lehrreich. Ohne meine Leser mit für sie langweiligen Anekdoten bespaßen zu wollen, möchte ich doch folgende Merkwürdigkeit zum Besten geben: Am ersten Tag war die Nummer, die ich an der Garderobe für die Abgabe meiner Jacke erhielt, die 501. So weit, so egal. Am zweiten Tag jedoch erhielt ich die selbe Nummer, erneut die 501! Bei einem Kongress mit mehr als 4000 Besuchern schon verwunderlich, gell? Ich dachte mir: Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! Morgen gibt’s die Nummer bestimmt nicht nochmal. Und ich sollte Recht behalten: Am dritten Tage wies man mir die 150 zu. Die gleichen Ziffern! Just coincidence? Kann das bitte mal jemand stochastisch auswerten?

Ich habe sicher nicht alle guten Vorträge mitbekommen, meine eigenen Favoriten habe ich aber gleichsam bei Gulli festgehalten. Im Gedächtnis bleiben wird mir sicher Martin Haases Vortrag „Neusprech im Überwachungsstaat“. Der Redner wies dort aus linguistischer Perspektive sehr amüsant auf Parallelen zwischen Orwells „Newspeak“ und heutigen Politikerjargon hin. Und weil ich ein netter Kerl bin, habe ich das Video der Veranstaltung mal bei Google Video hochgeladen. Sehr lohnenswerte 70 Minuten, das Anschauen in angenehm temperierten Räumen mit wohlgesonnenen Kumpanen bei geistigen Getränken wird angeraten (Qualitätsfetischler laden sich den Torrent herunter).

7 Kommentare

  1. Von 4000 Teilnehmern ausgehend, die alle jeden Tag eine Nummer gezogen haben (und auch wieder abgaben), lag die Wahrscheinlichkeit für Frank am ersten Tag die Nr. 501 zu ziehen bei 1 zu 4000 oder 0,025%. Logisch.

    Die Wahrscheinlichkeit am zweiten oder dritten Tag die 501 zu ziehen lag ebenfalls bei 1 zu 4000, denn wer eine sechs würfelt, hat beim zweiten Wurf ja ebenfalls eine 1/6 oder 16,67%ige Chance, wieder eine sechs zu würfeln, weil die Zahl sechs auf dem Würfel nicht plötzlich verschwindet.

    Nun zur eigentlichen Frage. Wie wahrscheinlich war es, am ersten UND am zweiten Tag die 501 zu ziehen?
    1/4000 * 1/4000 = 1/16.000.000 = 0,00000625%

    Jetzt kommt der Laplace-Orgasmus: Wie wahrscheinlich war der tatsächlich eingetretene Fall, am ersten Tag die 501, am zweiten die 501 und am dritten die 150 zu ziehen?
    1/4000 * 1/4000 * 1/4000 = 1/64.000.000.000 = 0,0000000015625%

    Fun-Fact: Die Wahrscheinlichkeit die Nummern 501, 501, 150 zu ziehen ist exakt so hoch wie die Reihenfolge 501, 501, 501 oder 1, 2, 3 oder 666, 666, 666 — denn weder Würfel noch Garderobennummern haben ein Gedächtnis.

    Gute Nacht.

  2. Pingback: instant-eistee.de | Die Gefährder, die Störer und “Wir”

  3. Simon, deine Ausführungen treffen die Sache ja wohl nicht so rischtich. Die Wahrscheinlichkeit, die du angibst, ist die gleiche wie für alle anderen Besucher, die dreimal an der Garderobe waren.
    Zum Beispiel: Wie groß beim ersten Ziehen die Wahrscheinlichkeit ist, ist hier doch total unerheblich, oder?

    Ich denke, man muss sich vorstellen einen Topf vor sich zu haben, in dem alle Zahlen bis 4000 zweimal enthalten sind, und zwar bis auf die 501, die nur einmal. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit für Frank zweimal die 501 zu ziehen wäre 1 zu 7999.

    Für die dritte Ziehung wirds schwieriger. Als Permutationen für 501 kommen 015, 051, 105, 150, 510 in Frage. Außerdem: Es ist einfacher anzunehmen, dass auch die Zahl 1 (bzw 2 usw) als 001 (bzw 002 usw) geschrieben wird, dann hat die nämlich auch die gleiche Anzahl von Permutationen wie zB die 501. Was die Sache schwierig macht, ist das es auch Zahlen wie die 111 gibt oder 121 wo es weniger Permutationen der Ziffern gibt. Eine Permutation der 111 zu ziehen würde heißen sie nochmals zu ziehen.

    Ich würde also zu dem Ergebnis kommen w o l l e n, dass die Wahrscheinlichkeit für das was passiert ist bei 1/7999 * 1/800 liegt, also etwa 1 zu 6 Millionen. Allerdings weiß ich nicht, wie sehr das Verzerrung bedeutet, dass ich solche Zahlen, die keine 6 Ziffernpermutationen haben, unberücksichtigt gelassen habe (die 800 wird ein bisschen größer, so dass ich vielleicht so ’ne Art obere Schranke angegeben hab‘).

    Trotzdem, ich finde den Zufall schon recht lustig muss ich sagen, und,
    Grüße, M.

  4. Die Wahrscheinlichkeit die 501 zu erhalten wäre nur 1/4000, falls es so viele Chips gab und diese völlig zufällig herausgegeben werden (Stichwort „Unabhängige Gleichverteilung“).

    Es gab vielleicht geschätzte 800 Chips, und diese werden unter Umständen auch nicht zufällig/unabhängig herausgegeben, sondern folgen einer unbekannten Verteilungsfunktion

    Man kann die Gesamt-Wahrscheinlichkeit also nicht so ohne weiteres ausrechnen, da die Zahl einer in einem bestimmten Moment erhaltenen Garderobenmarke von dem Herausgabesystem der Helfer, den Jackenabgabegewohnheiten der Nerds oder einem zufällig parallel laufendem DDdDOS (Dunkin-Donuts-dDOS) abhängen.

    0,0000000015625% ist es auf keinen Fall, sie sollte deutlich größer (aber immer noch sehr klein!) sein.

  5. Pingback: Weltweite Krise: Maria Esmeralda hat beschlossen zu reagieren - Craplog.de

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