Apple-Bashing

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Gerade wird in der Technologiegerüchteküche diskutiert, ob es in der nächsten Version von iOS die Möglichkeit geben wird, seine Videos bei Vimeo, seine Bilder bei Flickr hochzuladen.

Die eigentliche Nachricht hier ist nach meiner Lesart gar nicht mal, ob und wie Apple die Funktionalität seines Mobil-OS erweitert, sondern dass sie es auch in iOS 7 nicht hinbekommen (wollen), eine offene Schnittstelle zu integrieren, über die man Daten, also Text-, Bild- und Videoinformationen weiterteilen kann. Das Argument, Apple wolle seine Nutzer nur davor bewahren versehentlich Blödsinn zu verzapfen, ist hier natürlich Unsinn, denn Restriktionen für die Zulassung von Apps gibt es im App Store genug, da könnte man ja auch noch ein „Kein Sharing mit [Porno-/illegalen/irgendwie anders bösen] Absichten“ als neuen erhobenen Zeigefinger einfügen.

Es geht natürlich um Kontrolle. Apple sortiert bei den nach dem Duktus eines Türstehers. „Du kommst nicht rein. Du auch nicht. Okay, du kommst rein. Du nicht. Oh, du bist von Google? Verzieh dich.“

Blöd nur, dass Apple damit die Offenheit von Android weiter aufwertet. Pardon my flaimebait, aber in Android kann sich jede App per Intent in das Share-Menü einhängen.

frickelbetriebssystem Ein Bild in der Galerie kann ich per Bluetooth oder Wifi Direct an ein anderes Gerät senden, als E-Mail, WhatsApp- oder Hangouts-Nachricht verschicken, mit Instagram oder Snapseed weiterbearbeiten, bei Google Keep oder in der Dropbox speichern, twittern, zu Facebook hochladen, via WordPress ins Blog schicken, und so weiter. Entscheidend sind die Apps, die ich installiert habe, nicht das Gatekeeper-Taktieren irgendwelcher CEOs im Silicon Valley. Find ich ja besser so. So mancher Entwickler wünscht sich ja ein solches System seit Längerem auch für iOS. Wird es dann aber wohl erstmal nicht geben.

Da hat dann auch Dan Seifert von The Verge unrecht, wenn er schreibt

Should iOS gain Flickr and Vimeo integration, it could bring the platform one step closer to what Android already offers.

Im Gegenteil, alles bleibt wie es ist. Es kommt nur noch ein bisschen Butterkrem oben drauf.

1 Kommentar

  1. iOS ist großartig. Solange man nichts individualisieren und alles einfach haben möchte. Aber schon heute muss ich mein iPhone jailbreaken, damit es Dinge kann, die auf anderen Smartphones ganz selbstverständlich sind. Das fängt bei Lächerlichkeiten wie der freien Browserwahl und Widgets an und hört bei dem Zugriff aufs Dateisystem auf. Ich für meinen Teil bin mir aktuell sicher, dass mein nächstes Smartphone kein iPhone mehr sein wird. Einfach, weil ich selbst bestimmen will, wie mein System strukturiert ist.

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