Assoziative Medienkonsumhinweise

Der Film Syriana ist herausragend. Und zwar für denjenigen, der Filme nicht wegen bestimmter Schauspieler schaut, sondern wegen Handlungen und Botschaften. Er ist ein anspruchsvoller Film, man muss sich auf viele Charaktere und parallel laufende Handlungsstränge einstellen. Syriana ist kein ordinärer Thriller sondern politisch und emphatisch, wie ein Film politisch und emphatisch nur sein kann: Es ist das Öl, das unsere Welt formt, aber auch die Verzweiflung. Als der Film im Kino zu Ende war, stellte eine Frau, die in der Reihe hinter mir saß, lakonisch fest, dass der Film zu verwirrend gewesen sei und George Clooney ganz schön fett. Nun, man kann froh darüber sein, wenn noch Filme ins Kino kommen, die nicht jedem gefallen sollen.

In der Reihe vor mir saß niemand, links meine Freundin, rechts Dirk von Lowtzow. Das war Zufall. Neulich traf ich anderswo auf jemanden, der Jan Müller hieß. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ein Mitglied der Rockband Tocotronic ebenfalls diesen Namen trägt. Er antwortete, dass er nicht wisse, wovon ich rede. Das ist nicht weiter schlimm, aber mich störte die Art wie er es sagte. Aufgesetzt cool, mit der eigenen Dummheit kokettierend. Tocotronic sind da anders…

Verwundert war ich, und auch gerührt, als der junge texanische Songwriter Ben Kweller irgendwann zu der Zeit, als die Türme fielen, in einer Musikzeitschrift sagte, er möge eben diese Rockband Tocotronic. Fünf Jahre später bringt der 25jährige Kumpel von Folds und Green bereits sein drittes herausragendes Soloalbum heraus und ist in Deutschland immer noch weitgehend unbekannt. So unbekannt, dass er noch nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia besitzt. Es ist eine Schande.

[UPDATE:] Die Ben Kweller-MP3s gingen nicht. Jetzt aber.
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