Blöde Blogger, blöde Filme

moneyEin wenig beachteter Nebeneffekt dieser ganzen Paid-Content-Soße, die sich dank trigami und Co. über viele deutsche Blogs ergießt ist, dass man sich auch als nicht mit dem Makel der monetären Unterwürfigkeit Behafteter mittlerweile fragt: Ja, glauben mir meine Leser das überhaupt noch, wenn ich ein Produkt/eine Platte/eine Website oder sonstwas lobe, dass das Lob aufrechten Herzens und ohne PR-Agentur im Hintergrund zustande gekommen ist, die mir für den ausführlichen Bericht nebst Deeplink für die Google-Plazierung ein paar räudige Euronen zahlt? Den Credibility-Schalk im Nacken spürte ich neulich etwa, als ich für 1000ff über eine, einfach nette, Filmcommunity berichtete und mich bei dem Gedanken ertappte „Hm, irgendwas Negatives muss doch auch zu finden sein damit man mir das auch abnimmt“. Und das ist nervig. Hört auf, Leute, eure Integrität für (so gut wie) nix in den Staub zu werfen, indem ihr euch bei geldgeilen Kapitalisten anbiedert – egal ob sie euch nun mit Weihnachtskalendern, Bestechungsgeldern oder anderem Tünnef ködern. Denn ich will wieder befreiter bloggen können. Danke.

Aber nun zu etwas komplett anderem. Jene Filmseite über die ich berichtete, nämlich moviepilot, ist übrigens wirklich lässig. Dort gibt’s u.A. eine Auflistung der von der Community insgesamt am schlechtesten bewerteten Filme ever. Unangefochten auf Platz 1: Der Daniel Küblböck-Film. Eine Rezension dazu, bei der ich schmunzeln musste, liest sich z.B. so:

Story: MUHAHAHAHA – SO EIN ROTZ! Die Story ist so unlogisch – die könnte ein Viertklässler geschrieben haben! Schauspieler: Seit dem Film weiß ich, warum es eine Schauspielausbildung gibt. Zielpuplikum: badmovies.de Freaks, Volltrunkene, Masochisten, im Knast sitzende Mörder, Vergewaltiger, Neonazis und anderes Pack… scheiße – Folter ist ja verboten…. Fazit: Aaaaaaaaalso: Der Film lief am Donnerstag im Kino an. Samstag war ich drin. Am Dienstag wurde er wieder abgesetzt. Ja, genau. Ich war da im Kino. Ich war einer der 8.829 Menschen in Deutschland der im Kino war! Mit 3 Kumpels und viel Bier. Und was haben wir gelacht! Nicht weil der Film lustig ist, nein, weil die Schauspieler so schlecht, Kübelböck so peinlich, die Kameraführung so schlecht und die Story zum durchdrehen war. Am liebsten würde ich ja 7 Punkte vergeben weil wir so viel Spaß im Film hatten – aber der Film ist wirklich so schlecht – der hat wirklich nicht mal einen Punkt verdient.
(Moviepilot-User Waterhouse)

Auch nicht schlecht und auf Platz 2: „Hai-Alarm auf Mallorca“ mit Ralf Möller und Jeanette Biedermann. Unbedingt die Kommentare lesen. Ich hau hier aber mal als würdigen Abschluß den Trailer rein, der reicht. Möget ihr trigamisten alle vom mallorquinischen Monsterhai gebissen werden.

Symbolbild: Robert Brook (cc)

11 Kommentare

  1. moviepilot habe ich in der Beta-phase mal probiert. Weil das da noch ein wenig instabil war, war ich da schon länger nicht mehr. Aber im Grunde eine gute Sache-

    Witzig finde ich an dem Kommentar da oben, dass einer meiner langjähristen RL-Freunde tatsächlich in seiner Eigenschaft als badmovies.de Freak zu einem Autorentreffen war, bei dem sie sich tatsächlich diesen Film angesehen haben. Ich habe jedenfalls nicht vor, ihn mir anzusehen. Mein Top-Favourit ist immer noch Killerbarbies vs. Dracula.

  2. Schick, so ein Hai-thriller. Allerdings kommt der Trailer nicht an meine Lieblingsfilmszene mit einem Hai an:

    Bei Ralf Möller muss ich immer an einen Dreh denken bei dem die Redakteurin ihn gebeten hat einen Trailer für uns in die Kamera zu sprechen (so was wie „ich bin Ralf Möller und ihr seht MTV“, nur in noch alberner). Zum einen hat er bei allen der diversen Takes vergessen seinen Namen zu nennen (und soooooo berühmt ist er dann doch nicht…) und zum anderen hat er auch auf mehrmaliges Korrigieren nicht reagiert und statt des richtigen Sendernamens „TV touring“ ständig „TV Turin“ gesagt, unfassbar. Der ist beim Stunt-Training offenbar ein paar mal zu oft blöd gelandet… 😉

  3. Oh, embed-Links sind wohl nicht so gern gesehen, also bitte bei Interesse „Batman exploding shark“ suchen und über eines der albernsten Filmduelle amüsieren… 🙂

  4. Ich hab’s mal nachträglich eingefügt. Geile Szene. Heute würde sie vermutlich höchstens 20 Sekunden dauern, weil einem ansonsten die Zuschauer einschnarchen.

    Hast Du eigentlich auch mal die Biedermann gefilmt? Wär interessant zu wissen, ob die auch so blöd ist. Man macht sich ja so seine Gedanken.

  5. Ich mag Moviepilot, besonder mochte ich es in der Betaphase, jetzt weiß ich nicht mehr so recht, so professionell da gestellt, hat es für mich irgendwie weniger Reiz….

  6. @maloxp: Nö, der Kelch ging an mir vorüber. Das Dümmste was mir je vor die Kamera gestellt wurde ist allerdings gar nicht mal Ralf Möller, sondern die H-Blox (schreibt man die so…?). Ganz furchtbare Leute, die sich jeden Funken Hirn mit ihrer Musik weg gespült zu haben scheinen… Für die wurde glaube ich auch das Wort „debil“ erfunden…

    Zum Batman-Film: den sollte sich jeder mal anschauen, ein Highlight des Trash-Films, aus heutiger Sicht! 🙂

  7. Ja, glauben mir meine Leser das überhaupt noch, wenn ich ein Produkt/eine Platte/eine Website oder sonstwas lobe[]

    Dir schon, die Bloggern, den so etwas nicht mehr geglaubt wird, haben dies selbst zu verantworten. Traurig, aber wahr.

  8. Und Batman vermittelt sehr viel Moral. Man denke an die Szene, in der der Robin die tickende (naja, zischende Bombe) einfach in der Kneipe detonieren lassen will. „Das sind doch eh alles Trunkenbolde und Verlierer“. „Sie mögen Verlierer sein, aber sie sind doch Menschen“. Und für den größten Lacher sorgt dann die Entenfamilie, die eine Entsorgung im Hafenbecken unmöglich macht. Oder der Delphin, der sich zwischen Torpedo und Boje…, oder… ach, der Film ist einfach ein Meisterwerk 🙂

  9. @ oasisUK: Du hattest die H-BlockX vor der Kamera? Erzähl mal. Der Henning von denen, aber auch der Rest, sind ja Intimfeinde der Visions-Redaktion. Hach, habe ich es geliebt den Verriss zu lesen, wenn mal wieder eine neue H-BlockX-Platte erschien.

  10. Ich habe die Visions lange nicht mehr gelesen, aber die hatten früher irgendwie keiner Eier. Hinten die Verrisse, aber in den Interviews weiter vorne kein Stück Kritik. Gerade bei H-Blockx ist mir das aufgefallen, dass da zwar öfter drauf angespielt wurde, aber zur Sache ging es nicht wirklich.

  11. Genau darum gings: die hatten ihre Hirne aus- und die Promomaschine dafür angeschaltet. Die Antwort auf jede Frage war einfach „unsere neue Platte -no excuses- hat uns als Band wieder zusammen geführt und sie kommt am blablabla…“. Furchtbar. Am schlimmsten fand ich dass die sich tatsächlich eingebildet haben wir würden uns für sie interessieren, dabei haben die sich quasi aufgedrängt während wir auf die Beatsteaks gewartet haben… Zum Glück durften wir uns danach mit denen und Thees Uhlmann erholen… 😉

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