Buzz

Was will man als Blogger? Ganz klar: dass die eigenen Artikel gelesen werden. Wofür sonst legt man sich sonst so ins Zeug? Okay, da gibt es ein paar Business-Würmer, die behaupten das Ziel sei es, Geld zu verdienen. Aber mal ehrlich: Selbst als A-Blogger muss man sich ganz schön ins Zeug legen, um einen gewissen Profit aus den eigens bei YouTube herausgesuchten Punk-Memorabilia zu erzielen. Da müssen Feuerzeuge designt, Werbung geschaltet, Konferenzen einberufen werden und letztendlich reicht’s doch nur für die Serverkosten und ein Feierabendbier. Dafür verkauft man seine Kredibilität. Das kommt von lat. credere: glauben und heißt wörtlich: Glaubwürdigkeit. Eine Währung mit miserablem Wechselkurs.

Gut also, dass es Menschen gibt, die aus Leidenschaft bloggen und dazu vielleicht sogar noch etwas mitzuteilen haben.Vielleicht kennst Du das: man schreibt so vor sich hin, denkt an nichts Böses, veröffentlicht seinen Text und hakt das Thema als mittelmäßig behandelt ab.

Und plötzlich kommen Tausende Besucher innert kürzesten Zeitraums auf die Site. Weil man das richtige Thema zur richtigen Zeit behandelt, weil man von einer großen Seite verlinkt wird und/oder weil Google die eigene Site für eine bestimmte Buzzword-Kombination, die die SEO-Spaten übersehen haben, ganz oben ausspuckt. Mir ging es damals so, als ich einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zum Filesharing niederschrieb – zu einem Zeitpunkt, da haufenweise Filesharer polizeilich durchsucht oder abgemahnt wurden. Netzpolitik.org und Gulli verlinkten mich, genauso wie einige kleinere Sites. Bis zum Schluß erhielt dieser Artikel auf zitronengras.twoday.net mehr Hits als alle anderen. Hat mich umgehauen seinerzeit: Ich als relativ unerfahrener Blogger erreiche so viele Menschen auf einmal! Das klingt jetzt etwas eitel, ich weiß. Aber sowas gleich am Anfang einer Bloggerkarriere verleiht auf jeden Fall Flügel.

Worauf ich eigentlich hinauswollte, Prospero hat mit einem Eintrag vom November 2005 einen irgendwie vergleichbaren Erfolg erzielt. Da schreibt der Junge bloß ein bisschen über Bollywood und hat plötzlich ’nen Rattenschwanz von vielen, vielen Einträgen, in denen viele, viele junge Menschen schreiben, wie viel, viel lieb sie RTL 2 und ihren Sharukh Khan haben. Dieser sei „MEGA MEGA COOL!!![…]!!!“, man wolle wegen der Filme nach Indien (in den Sommerferien), habe das Zimmer ganz „in indisch lock„, während einer anderen Kommentatorin gar der Freund-Verlust droht, weil sie diesen Khan irgendwie auch ganz gut findet. Bollywood-Fans in Massen überschwappten Prospero! Und wer ist nun dieser Khan? Fatima bringt es auf den Punkt: „khan ist der bester schauspieler auf der erde es gibt kein besseres.“ Bizarr.

2 Kommentare

  1. Tja, als ich den Eintrag schrieb war Bollywood ein Thema für Insider und Eingeweihte – so gehts halt. Ich hab ja da auch nichts gegen, ein Blog kann ja vieles sein und wenns als Forum gebraucht wird auch schön – obwohls ein wenig unhandlich ist, aber solange die Kiddies keinen Unfug treiben…
    (Spätere Einträge zum Thema sind allerding mit einem dezenten „Hier kein Kommentar möglich“ versehen – man lernt ja. ;-))
    Ad Astra

  2. In den Sommerferien nach Indien. Hihi! Arme Irre!

    Gegen Bollywood sind Hollywoodfilme purer Realismus. Mit dem wirklichen Indien hat das… …ach lassen wir das…

    In Mumbai wirst du als weißer Tourist ständig angequatscht, Statist zu werden. Wollen halt ihre Filme „aufhellen“. Auch eine Art von Rassismus.

    Hachja Indien 🙂 (Ist ziemlich genau ein Jahr her, seit dem ich dorthin geflogen bin)

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