meist manchmal, selten oft

Der Frage, inwieweit das bloße Schreiben über den eigenen Alltag in einem Blog bereits Dissidenz sein kann, darf nun auch hierzulande nachgegangen werden. Annalist ist die Frau des unter Terrorverdacht stehenden Berliner Stadtsoziologen Andrej H. und berichtet über ihr Leben zwischen Gericht und Komplettüberwachung durch’s BKA.

Vor fast genau zwei Monaten brach das Berliner LKA morgens um sieben in unsere Wohnung ein, schmiss meinen Liebsten auf den Boden, stürmte unser Schlafzimmer und die Zimmer unserer Kinder mit gezogenen Waffen und seitdem steht unser Leben Kopf. Ich kann nicht sagen, dass ich mich daran gewöhnt hätte, insbesondere, weil weiterhin die Behörden alles tun, keine Normalität aufkommen zu lassen (das ist ja vielleicht auch Sinn der Sache). Deswegen und weil ich nicht mehr ganz so fassungslos bin wie am Anfang, habe ich beschlossen, den alltäglichen Wahnsinn zu dokumentieren. (aus dem Post “Sicherheitsknoten”)

annalist.noblogs.org

Schnell hin und lesen. Demnächst ist VDS, da macht einen das verdächtig, wenn man solche Seiten besucht. [via]

8 Kommentare
Jules
20. Oktober 2007
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Das System meinte gerade gerade über die Links: "Service Temporarily Unavailable". (Hat das was damit zu tun, dass ich im Internetcafé bin, oder…??!)

Ich hab Angst. Ganz ehrlich.

P.S.: GENTRIFIZIERUNG GENTRIFIZIERUNG GENTRIFIZIERUNG GENTRIFIZIERUNG Ich gentrifiziere, du gentrifizierst, er / sie / es gentrifiziert… 
 
P.P.S.: Nachdem das Gesetz VDS in Kraft ist, kann man nicht als eine Art Protest alle Gleichgesinnten dazu bringen, synchron bestimmte "verdächtige" Seiten aufzurufen, nur so aus purem Trotz??



20. Oktober 2007
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Zum p.p.s.: Ein solcher Aufruf würde wahrscheinlich schon als konspirativ eingestuft werden, zumal der Aufrufer ja auch den Link zu einer "bedenklichen" Seite verschicken müsste. Ferner ist Aktionismus immer schwierig, wenn es keinen merk- oder sichtbaren Effekt gibt. Nein, das ist jetzt nicht als Aufruf zum Autos abfackeln zu verstehen, nur als Hinweis darauf, dass ja keiner weiß, ob das BKA überhaupt merkt, dass gerade eine Million Menschen die Webpräsenz des Al-Qaida-Ortsverein Minden-Lübecke angesurft haben.



Jules
20. Oktober 2007
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… nun ja, das wird man dann ja sehen!! ;-)

Aber irgendwas muss man doch tun!! Es kann nicht sein, dass es im Vorfeld so viel Kritik dazu gibt, und wenn es erst eingeführt wird, gewöhnen sich die Leute, beruhigen sich, und geben ihm damit recht, dass das alles ja gar nicht so schlimm wäre…

P.S.: Ach MaloXP, könntest du bitte bitte meinen peinlichen Konjugations-Fehler bei er/sie/es editieren?
Danke.



thogo
21. Oktober 2007
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Na klar kann man da was machen. Das Sinnvollste ist, dass man in seinem Umfeld darüber berichten wie in diesem Land langsam alle Sicherungen durchknallen und die Sicherheitsbehörden in einer Mischung aus Paranoia und Arbeitsbeschaffung ein Eigenleben führen.
Weiterhin kann man spenden (* - und ja, hab ich schon) da dieser kafkaeske Irrsinn von den durchgeknallten BAW/BKA-Schergen für die Betroffenen ziemlich teuer ist.

(*)einstellung.so3....net/de/spenden)



21. Oktober 2007
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@ Jules: Ich hab die Konjugationsfehler korrigiert. ;) Das Blog von annalist lässt sich bei mir aber aufrufen. Vielleicht war einfach nur der Server zeitweise überlastet.



21. Oktober 2007
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Der Kommentator thogo hat recht.

Die Redaktion



22. Oktober 2007
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In Sachen Andrej…

Die Lebensgefährtin des im August wegen des Verdachts der “geistigen Urheberschaft” der “militanten gruppe (mg)” verhafteten und inhaftierten, später gegen Kaution haftverschonten Berliner Soziologen Andrej Holm schreibt Blog….



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[...] und ihr Mann Andrej, der wegen ein paar in wissenschaftlichen Arbeiten verwendeter Begriffe unter Terrorverdacht geriet, die Durchsuchung von Buchläden und anderer traditionslinker Institutionen, die so genannte [...]



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