Demagogie³

„es wird zusammenwachsen, was zusammen gehört“

Das rassistische Weblog „politicallyincorrect“ feixt in der ihm eigenen unnachahmlichen Art darüber, dass ein NPD-Würstchen sich aussenpolitisch den Positionen Oskar Lafontaine annähert. Nun, man kann über Lafo sicher streiten, man könnte einwenden, dass es auch pro-israelische Strömungen in der Linken gibt. Aber es geht hier gar nicht um Inhalte.

Dass die NPD sich in vielen Bereichen populistisch anbiedert und frech die Inhalte anderer Gruppierungen übernimmt – with an attitude – wenn diese Wählerpotential in der Unterschicht versprechen, ist bekannt. Dieses Mimikry ist ja, was die Rechtsextremen so gefährlich macht, denn die Irritationen und oft etwas hilflos wirkenden Abgrenzungsversuche der demokratischen Kräfte spielen den Braunen zu. Worauf ich aber hinauswill: Gerade PI sollte sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn die „Nationaldemokraten“ zeigen ihre Symphatie nicht nur gegenüber einigen Positionen der Linken, auch sie selbst werden mitunter angeflirtet: „Wenn zusammenwächst, was zusammengehört: NPD kuschelt mit Politically Incorrect“

2 Kommentare

  1. Wobei die Linkspartei ja genau das gleiche macht: Opportunistisch alles aufgreifen, was andere Erfolgsversprechend sagen oder machen. Das führt zB dazu, dass ich regelmäßig beim „Wahl-o-Mat“ zwar auf Platz 1 die Grünen habe, auf Platz 2 aber die Linkspartei – mit großem Abstand auf den Rest. Wenn das kein Mimikry ist… denn die meisten „Treffer“ sind Ablehnungs-Punkte, die die Linkspartei von anderen Parteien okkupiert hat.

  2. Ehrlich gesagt bin ich da anderer Meinung. Mal abgesehen von dem Mindestlohn-Coup zuletzt, der aber mehr über den moralischen Verfall der SPD aussagt als den Opportunismus der (nicht vergessen: Nachfolgepartei der Nachfolgepartei der Nachfolgepartei der SED, die die DDR totalitär regiert und an den Abgrund gewirtschaftet hat) Linkspartei.

    Andere Parteien wären im übrigen auch ganz gut beraten, mal etwas Programm zu machen, Positionen zu beziehen, um gegen die Linkspartei zu argumentieren. Ewig zieht der STasi-Malus nicht, zumal im Westen. So ein Slogan-Dünnquark wie „Freiheit statt Sozialismus“, „Für uns ist die Freiheit ohne Sicherheit nicht vorstellbar, aber auch Sicherheit ohne Freiheit nicht.” o.ä. von sich zu geben, ersetzt keine Inhalte. Auch wenn ich damit an sich nicht einverstanden bin, ist mir ein konsequentes Dagegen-Sein der Linken in bestimmten Punkten, mit dem ich mich zumindest identifizieren kann (gegen Imperialismus, Bundeswehr im Ausland, Datenschutz-Aushöhlung, Hartz IV, Rassismus) immer noch ein bisschen lieber als programmatischer Wackelpudding, in dem sich jeder wiederfinden soll, aber niemand es tut. Der Fraktionszwang, Wirtschaftslobbyismus und Korruption sind der Totengräber der Demokratie hierzulande, nicht eine starke Linke. Bitte entschuldige die platte Metaphorik.

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