Der rote Frosch vom Griebnitzsee

Woran denkt man, wenn man an einem hübschen Herbsttag am Flussufer im Niemandsland zwischen Potsdam und Berlin entlangmäandert, einem ein letztes laues Lüftchen um die Nase flattert und sich das Rauschen von durch knatternde Motorbootmotoren verursachten Wellen in die Ohrmuschel einschmiegt? Richtig, an nichts Böses denkt man.

Ich befand mich an bewusstem Tag vor etwa zwei Jahren auf einem Spaziergang. Die Mensa war zu und die Gegend jenseits des Bahnhofs unbekannt. Linkerhand der Griebnitzsee, rechterhand die Villen der sog Superreichen, flanierten Kumpel C. und ich unsere Freistunden ab. Wir ahnten nicht, dass auf dem Weg eine Figur unseren Weg kreuzt, die unser Leben mehr oder weniger nachhaltig verändern sollte.

froschVertieft in irgendein Gespräch von Nichtigkeit passierten wir eine Ecke. Da schau her! Was war denn das? Was lugte denn da keck durch die Hecke?
Ein Frosch! Ein roter noch dazu.

„Rote Frösche?“, fragt der Leser nun, „Das ist doch nicht ungewöhnlich“. Mag sein, mag sein. Das bemerkenswerte an diesem Exemplar aber war, dass er, mehr als zwei Meter hoch und aus glänzendem Plastik gefertigt, im Vorgarten einer Villa stand. Im Boden waren Lampen eingelassen, die ihn vermutlich nächtens anstrahlen. Still betrachtete er den Weg und das Quaken, das erschall, fand nur in unserem Kopfe statt. Nach einigem begeisterten jungmännischen Krakeele gingen wir wieder unserer Wege.

Auch heute gehe ich noch manchmal zum roten Frosch und wundere mich. Wer stellt sich so etwas in den Garten? Warum? Sollen damit Einbrecher abgewehrt werden? Soll das Kunst sein? Falls ja, was ist die Botschaft?

roter frosch vom griebnitzsee

Das war sie schon, die Geschichte vom roten Frosch. Und wo ist die Pointe? Hm, vielleicht diese: Man kann ihn sogar bei Google Maps von ganz weit oben erkennen.