Der späte Vogel zwitschert auch

Eine Amsel, dick
Bild: Lorenz Hausleitner (cc)

Seit ungefähr ganz lange hadere ich schon mit mir, twitter, diesen Microblogging-Dienst, auszuprobieren. Auf der Habenseite im inneren Zwiegespräch: dass einige Leute, auch solche denen ich ein gewisses Vertrauen entgegenbringe, es gut finden. Aus dem Rauschen filtert man ja manchmal sogar Stimmen, die von einer Kommunikationsrevolution sprechen. Hype? Naja, selbst das Kaffeekränzchen ist ja aufgeladen mit gesellschaftlicher und historischer Bedeutung.

Negativ anbringen würde ich, dass 140 Zeichen für eine Nachricht arg begrenzt sind. Ich bin einer, der auch SMS häufig mehrteilig versendet, weil ich auf gewählte Ausdrucksweise und Leerzeichen am richtigen Ort Wert lege. Und ein tweet hat ja nochmal zwanzig Zeichen weniger, was aber auch eine Herausforderung wäre. Ein anderer und wohl gewichtigerer Aspekt, der Bedenken in mir hervorruft ist das Problem meiner immer stärker fragmentierenden Off- und Onlinekommunikation. Neben Telefon, E-Mail, Social Networking, diversen Blogs und Kommentaren, behaupte.es (zwar formal ein Blog, aber irgendwo auch für sich stehend) habe ich mir jüngst auch einen jabber-Client und Skype eingerichtet. Dazu noch twitter? Herrschaftszeiten, wer soll denn da noch die Übersicht bewahren… Zu guter Letzt sind da noch die guten Gründe, die Chris von F!XMBR gegen twitter benennt: Die Gefahr, abzudriften in Belanglosigkeiten und Details aus dem eigenen Leben, die das Millionenpublikum im Internet nun wirklich nichts angeht. Diese Gefahr besteht freilich auch in normalen Blogs, ein gewisses Maß an Verantwortung gehört generell dazu, wenn man das Web mit den Ausdünstungen seiner Persönlichkeiten beglückt. Ich würde sicher nicht zu denen gehören, die der Welt mitteilen glauben zu müssen, eine neue Zahnpastasorte zu benützen.

Nach langem Hin- und Herwälzen dieser Punkt habe ich mich also entschieden, meiner Neugier nachzugeben. Ich starte einen Feldversuch, studiere Jans nettes Kompendium aus Wissenswertem über Twitter und füge mein bescheidenes Gemurmel in die Kakophonie des weltweiten Gezwitschers hinzu. Vorerst für eine Woche, mit eventuellem Ziehen einer Bilanz am Schluss. Wer will, kann ja mitmachen beim Testen und/oder mich „followen“:

twitter.com/fraencko

9 Kommentare

  1. ich bin raus! auf einmal hatte ich follower und followte selbst und dann war mir das schon zu ernst. reden ist silber, schweigen ist gold.

    wie es ist, dass dieser stumpfsinn heilsam ist.

  2. Nee, ich habe mich da angemeldet und fühlte mich gleich überfordert. Ich habe heute oder gestern erst eine Rechtfertigung für Twitter gelesen, von wegen Belanglosigkeit, das Alltagsgrundrauschen gehört doch zum Leben dazu usw. Ja, aber es hat seinen richtigen Platz dort, wo es ist: Im Nebensatz, der gleich wieder weiterfliegt wie ein… Vogel (Metaphern, Folge I). Ach, aber es schlagen auch hier wieder 2 Herzen in meiner Brust. Denn es ist schon toll, mit Firefoxplugin einfach mal so einen Satz raushauen zu können, von dem man weiss, dass er einem in seiner Genialität danach nie wieder einfällt. Und es gibt auch echt viele Leute, bei denen das „followen“ lohnen täte.

    dass wir letztlich danach jagen, immer wieder ja zu sagen.

  3. @Sebastian:

    Ja gut, vielleicht biste ja nochmal umzustimmen und dann heben wir gemeinsam den Qualitätsstandard. Bis nächsten Donnerstag und dann wird bilanziert. Wie gesagt, ich weiß auch noch nicht was ich davon halten soll, aber mit ein paar wohlgesonn(t|en)en, Leuten kann das ja Pläsier bringen.

  4. Pingback: Follow Me - blog.argwohnheim

  5. ich will’s ja nur mal gesagt haben.
    du hast einen guten und regelmäßigen schlaf. nur samstag nacht, kurz vor dem schlafen, da fällt dir manchmal noch was ein. ansonsten ist das doch ein geregelter tagesablauf. fein.

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