Der Wartezeit ein Schnippchen schlagen

much am phoneBasti erwartet gerade ein neues Telefon, das ihm per Post zugestellt werden soll. Ich nehme an, er wartet noch und hat es heute nicht bekommen, sonst hätte er nämlich Facebook und Co. schon mit sinnlosen Fotos zugemüllt. So würde ich es zumindest tun, wenn ich ein neues Telefon bekäme, was ich hoffentlich demnächst auch tue, worauf ich mich aber nicht freue. Warum denn dies? fragt sich da der Uneingeweihte. Lasst mich also kurz mein unbedachtes Erläuterungs-Potpourri darreichen.

Es war so: Heute unterhielten Basti und ich uns in einem Chatprogramm über dieses ganze Handywarten, Fokus auf die Vorfreude. Wirste ja kirre bei, wenn du das Ding im Internet bestellst und jeden Tag dem Klingeln des Postmanns harrst. Kann meinetwegen auch ’ne Frau sein. Jedenfalls hatte ich dann einen Gedanken, den ich so passabel fand, dass ihn hier niederschreiben möchte, nämlich den, dass je weniger man sich auf das anzuliefernde Ding freut, desto eher es kommt. Die Anlieferungszeit t in Tagen verläuft also, so besagt meine Theorie, linear zur Vorfreude v in Dezihibbel. In eine knackige Formel gegossen:

 

t = v

 

Bei einem Vorfreudewert von 15 Dezihibbel müsste man also gut 2 Wochen berechnen, bis man das begehrte Gerät, das ja in Sebastians und auch bald meinem Fall sogar „Verlangen“ heißt, in Händen hält. Da ist doch Folgendes vollkommen folgerichtiges Verhalten: Man redet sich ANGST!!! vor dem neuen Ding ein, dass einen da bald mutmaßlich dauerhaft begleitet. Große Angst, Panik sozusagen, wenn man so will: das Gegenteil von Vorfreude. Das ist ja auch eine große Entscheidung, Vertrag für voll zwei Jahre, was ist, wenn man’s verliert oder das Handy in’s Klo fällt oder geklaut wird. Außerdem ist das Telefon ja auch mit einem Betriebssystem des „Datenkraken“ und „Suchmaschinengiganten“ Google ausgestattet, DIE ALLES ÜBER MICH WISSEN!!1

Ist ja heute kein Problem mehr, sich all solche Ängste einzureden, da stellt man sich vor den Spiegel, programmiert sich neurolinguistisch um, indem man eine halbe Stunde oder so immer das gleich Sprüchlein aufsagt und – zack – glaubt man das. Denn wenn die Wartezeit v einen negativen Wert besitzt, dann hat man das Ding ja quasi schon. Oder wird es gehabt haben. Oder wird vom Gerät gehabt worden sein. Weiß ich jetzt nicht genau, da muss man die Quantentheoretiker fragen.

Ich geh jetzt in den Keller und jag mir Angst ein.

Grottige Bildmontage: Munch, Berlusconi, ich.

6 Kommentare

  1. Fahre hier gerade volles Risiko und höre Musik per Kopfhörer. Wenn der jetzt kommt, krieg ich das Teil erst am Montag. Es müsste also jeden Augenblick soweit sein. Dann muss ich zwar noch ein paar Tage warten, aber dann habe ich zumindest Gewissheit, dass es in greifbarer Nähe ist, dann hört dieser Wahnsinn endlich mal auf.

  2. UPS- oder DHL-Paket-Verfolgung ?
    Was für ein Telefon wird es denn ?

  3. Ich warte gerade auf ein paar Comics und tataaa: auf zwei USB skype-Telefone die ich schon vor über einer Woche bestellt habe. Da ich inzwischen doch schon etwas mehr als besorgt bin ob sie noch ankommen bevor mein Flug nach Südafrika geht kann ich Deine Theorie bald belegen oder auch nicht, je nachdem… 😉

  4. Meinen Berechnungen zufolge erhöhen sich ab einem Vorfreudewert von 10 Dezihibbel die Chancen um 68%, dass das Paket beim Nachbarn abgegeben wird, der es erstmal für zwei Tage liegen lässt.

  5. @user1312: Falls Du jetzt mich meinst, das HTC Desire soll es werden (ist aber auch egal, Frank nimmt wohl das gleiche 🙂 ). Scheitert aber nicht an der Post, sondern am Provider, bzw. an fehlgeleiteten Mails, abgelaufenen Persos etc. Heute war der immer noch nicht da. Morgen aber ganz sicher!

    @simon: Ja, das geht hier per Nachnahme, also falls die Post das überhaupt machen würde, wäre der Nachbar sicher ganz fix bei mir.

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