Die vierteilige Struktur des idealen Blogartikels, demonstriert an einem Beispiel

Teil 1: (Symbol-)Bild

Restaurantküche
Bild: dadiolli (cc)

 

Teil 2: Wissensvermittlung

Schweinetonnen sind Mülltonnen, die mit dem Inhalt der Schweineeimer befüllt werden. Schweineeimer nun sind jene Gefäße, die in Großküchen mit Essensresten und -abfällen befüllt werden. Wer jemals den Anblick eines solchen, prall gefüllten Bottichs genießen durfte, die Mixtur aus Kartoffelpürree, kaltem Kaffee, Konfitüre, Hackfleisch, Nutellabroten und einem schönen Seelachsfilet – alles natürlich seit Stunden nicht mehr ganz frisch – in der Nase hatte, der wird sich wünschen diese Erfahrung doch besser nie gemacht zu haben. Schweineeimer und -tonne heißen so, weil die gesammelten Abfälle früher an Schweine verfüttert wurden.

 

Teil 3: Anekdote

Leicht benebelt in der Birne liefen P. und ich umher. Er erzählte mir ohne Unterlass und ununterbrechbar von seiner gerade begonnenen Koch-Ausbildung, was nicht immer interessant war. Das aber schon: Vom Amt gab’s bei einem unangemeldeten Kontrollbesuch Ausmecker (ein Wort Ostdeutschlands), weil die Schweinetonnen nicht gekühlt worden waren. Es gammelte und müffelte anscheinend nur so vor sich hin. Als ich dies vernahm und die Information mit den Schweineeimer- und -tonnenspezifischen Erfahrungen abglich, die ich vor einem halben Jahrzehnt in der Küche eines Krankenhauses gesammelt hatte, war ich aufrecht empüttert/erschört und kreierte als Ausdruck dessen versehentlich die möglicherweise schönste Buchstabenverdrehung des Universums aller Zeiten, Zukunft inklusive.

„Aber das rockt doch Latten an!“

 

Teil 4: Beruhigung des Lesers und Schluß

Immerhin wurde seinerzeit flugs ein Kühlraum eingerichtet. Ist ja keine billige Kaschemme, obwohl’s im nichtöffentlichen Teil des Lokals rauh zugeht, wie man hört.

10 Kommentare

  1. Pingback: Nerdcore — links for 2007-09-01

  2. Zum Thema „versehentlicher Buchstabenverdreher“, muss ich einer alten Freundin die Ehre angedeihen lassen, bereits vor fast dreißig Jahren den Vorgänger deines zugegebenermaßen ebenfalls genialen Streichs rausgehauen zu haben. Ebenfalls versehentlich: „Warum denn in die Schwerne pfeifen.“
    Und jetzt wie im Radio – darf ich Grüße bestellen? An Ebenjene: Hallo Pipsi, falls du das hier liest, viele Grüße vom damals noch Euster.

  3. Ihr ahnt sicher, was ein Buchstabenverdreher mit ‚Putzfimmel‘ anstellt. Gehört und erlebt im Smalltalk vor einer nicht unwichtigen geschäftlichen Besprechung. Das lockert auf.

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