Ein praktisches Tool

„Es hieß Reason und auf seine Art war es sensationell.“

„Worum ging’s?“

„Naja, es war ’ne Art back-to-front-Programm. Es ist komisch, wieviele der besten Ideen einfach eine alte von hinten nach vorn umgekrempelte Idee sind. Verstehen Sie, es sind bereits etliche Programme geschrieben worden, die einem helfen, zu Lösungen zu kommen, indem man alle zweckdienlichen Fakten richtig ordnet und analysiert, so daß sie dann wie von selbst auf die richtige Lösung deuten. Der Haken daran ist, daß die Lösung, auf die alle richtig geordneten und analysierten Fakten deuten, nicht unbedingt die Lösung ist, die man haben will.“

„Jaaaaa…“, hörte er Regs Stimme aus der Küche.

„Also, Gordons wunderbarer Einfall war, ein Programm zu entwickeln, das es einem erlaubte, schon vorher genau anzugeben, zu welcher Lösung man gelangen möchte, und ihm erst dann alle Fakten einzugeben. Die Aufgabe des Programms, die es mit absoluter Leichtigkeit zu lösen vermochte, war schlicht die, plausible Reihen logisch klingender Schritte zu vollziehen, um die Voraussetzungen mit der Schlußfolgerung zu verbinden.
Und ich muss sagen, es funktionierte prächtig. Gordon konnte sich fast sofort einen Porsche kaufen, obwohl er vollkommen pleite und ein saumäßiger Fahrer war. Selbst sein Bankmann fand an seinen Argumenten nichts auszusetzen. Auch als Gordon den Wagen drei Wochen später zu Schrott fuhr.“

„Großer Gott. Und hat sich das Programm gut verkauft?“

„Nein, wir haben nie auch nur ein Stück verkauft.“

„Sie erstaunen mich. Für mich klingt die Sache nach einem großen Knüller.“

„War sie auch“, sagte Richard langsam. „Das ganze Programm wurde mit Sack und Pack vom Pentagon aufgekauft. Durch das Geschäft erhielt WayForward ein sehr gesundes finanzielles Fundament. Sein moralisches Fundament dagegen ist etwas, wofür ich meine Hand nicht ins Feuer legen möchte. Ich habe neulich eine ganze Reihe der Argumente analysiert, die zugunsten des Star Wars-Projekts vorgebracht werden, und wenn man weiß, wonach man suchen muß, ist das Algorithmenschema völlig klar.
Und zwar dermaßen klar, daß, wenn ich einen Blick auf die amerikanische Verteidigungspolitik der letzten paar Jahre werfe, ich glaube, ziemlich sicher sagen zu können, daß die US Navy die 2.00 Version des Programms benutzt, während die Air Force aus irgendeinem Grund nur die Beta-Test-Version von 1.5 besitzt. Komisch, wirklich.“

Aus Der elektrische Mönch von Douglas Adams

4 Kommentare

  1. Genial! Ich bin ja erst vor kurzem „auf den Douglas Adams gekommen“, und so ist dieser text eine weitere, angenehme Entdeckung. Danke.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.