Es kann niemanden lamer geben als einen ohne Gamerleben

Doom 1 Disketten

In einem Artikel auf Gulli.com tue ich meinen Unmut über Don Alphonsos Schmähkritik gegen Videospiele und Videospieler kund. Mal wieder ein Artikel, den keiner liest, weil er viel zu lang ist. Würde mich freuen, wenn der eine oder andere am Thema Interessierte einen Blick darauf wirft.

(Man verzeihe mir die opportunistische Beugung grammatischer Grundregeln in der Überschrift, aber für einen schlechten Wortwitz muss man auch mal Opfer bringen.)

Bild: VoxPelli (cc)

15 Kommentare

  1. Ja, insgesamt eine sehr gelungene Antwort, obwohl ich finde, dass Alphonso auch nicht prinzipiell Unrecht zuzusprechen ist, denn etwa die Frage, warum Amokläufe sich nun stets mit so ähnlichem Ablauf zutragen, ist interessant, wenn auch von ihm leider mangelhaft erfasst.

    Besonders gut gefällt mir der Teil gegen Ende, bei dem du auch einen Blick auf die gesellschaftliche Betrachtung wirfst und deren Suche nach Monokausalität kritisiert.
    Das ist so ziemlich das Konstruktivste, was ich in den letzen Tagen zum Thema lesen durfte.

    Es wäre schön gewesen, wenn du die Analogie von der einseitigen öffentlichen Debatte zu Alphonsos Betrachtungsweise noch weitreichender gezogen hättest, aber auch so ist das sehr gelungen.

    Auch die auf Gulli.com schon aufgekommene Idee im Zusammenhang mit „Die Leiden des jungen Werther“ hätte natürlich ideal gepasst, aber auch so hast du das Ganze, finde ich, sehr treffend kommentiert!

    Mfg

  2. Es wäre irgendwie sehr freundlich, wenn man die mit diesem Beitrag aufgeheizten Psychos darauf hinweisen könnte, dass „verbales Waterboarding“, wie es in einem Kommentar bei Gulli heisst, nicht dergestalt unzusetzen ist, dass man den ganzen Beitrag immer und immer wieder in die Kommentare klatscht. Das ist reichlich stillos. Ich halte den Beitrag für am eigentlichen Thema vorbei geschrienben, indem er sich Dinge zurechtinterpretiert, wie er sie für das Ganmerherz gerade braucht, erwähne ihn aber gerne, wenn ich meinen nächsten Beitrag darüber schreibe, warum Spammer und Stalker und Mitläufer und Kicherer eine sehr sinnvolle Begründung sein können, Freunde des Waterboardings nicht als zu rettende Grenzfeste der Kultur aufzufassen. Wenn da mal nicht Schäuble feinere Methoden haben wird. Feiner, und effektiver.

  3. Herr Alfons ist ein wirklich großartiger, gebildeter und feinsinniger Mensch. Es ist wirklich schade, dass wir nicht alle so sind wie er. Deswegen sollten wir uns auch gar nicht weiter mit möglichen Ursachen des Amoklaufs von Winnenden beschäftigen, sondern lieber -so traurig der Anlass auch sein mag- damit, wie toll Herr Alfons ist. Er ist in-tel-lek-tu-ell, sein literarischer Horizont reicht bis mindestens in die Troposphäre und er hat mit seiner poetischen Begabung wahnsinnigen Erfolg bei Frauen. Er hat sogar das härteste Abitur der Welt – das Bayerische – bei alten SS-Lehrern geschafft, und das hatte damals das Niveau von Nobelpreisträgern.

    Deine Replik ist gut, Frank, aber bei „Ego-Shootern“ wie Alfons rein verschwendete Liebesmüh. Gegenüber der Zeit, die man mit pseudo-intellektuellen Dampfplauderern wie dem, der nicht mal in der Lage ist, über das eigene unmittelbare Gesichtsfeld hinauszublicken, verschwendet, ist ein durchgezocktes WE mit „Counterstrike“ eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

  4. @Don Alphonso:
    Die Waterboarding-Metapher stammt nicht von mir und ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung, was damit gemeint ist.
    Zitat aus den Kommentaren im FAZ-Blog:

    Oder das Gulli-Board, dessen Mitarbeiter hier seinen Beitrag über Kommentare zwangsverlinkt sehen möchte.

    In meinem Beitrag auf gulli.com findest Du keine Aufforderung, auch nicht impliziter Art, deinen Kommentarbereich zuzuspammen. Ein solches Verhalten billige ich nicht und möchte Dich darin bestärken, solche Kommentare zu löschen. Was nichts an meiner Haltung zum Thema und deinem Blogbeitrag ändert. Ich bin gespannt auf Deine (hoffentlich sachliche) Antwort.

  5. Das ist aber ein Alphonso-Klassiker. Wenn zum Beispiel ein Kommentator an der Blogbar auftaucht, den er nicht gerne sieht und der auch bei Stefan Niggemeier kommentiert, ist er ein Niggi-Fanboy, der, und das wird eher ein- als zweideutig angemerkt, persönlich vorbeigeschickt wurde. Unsouverän.

  6. Oh mein Gott – ein Schüttelreim! Die Überschrift ist ein SCHUETTELREIM!!!! Ich dachte die Dinger wären ausgestorben…
    Ad Astra

  7. habe bei alphonso einen kommentar gepostet, der anscheinend leider nicht freigeschaltet wurde. gut, es mag das wort penis drin vorgekommen sein, allerdings nur in der tradition der schönen metapher „intellektuelle masturbation“. schade, denn der vorwurf der selbstbeweihräucherung ist in diesem fall durchaus angebracht. angesichts des beitrags und der antworten auf kommentare frage ich mich, wie das ego dieses mannes aussieht wenn er nicht gerade schreibt. traurig auf jeden fall, wenn jemand solch einen anlass zur befriedigung seiner eigenen profilneurose nutzt.

  8. es reicht doch eigentlich schon zu wissen, dass don pseudo für die faz schreibt. trotzdem habe ich selten eine so kühle und fundierte antwort auf die gehirnfürze unseres besten lieblings-bloggers/-johurnalisten aller zeiten aller sternsysteme gelesen. ich habe mir sogar schon überlegt gulli wieder in meinen rss-reader aufzunehmen, aber soweit war ich dann doch nicht.

  9. Ich halte jegliche vernünftige Replik auf Don Alphonso´sche Verbalkeulen für vergebliche Mühen, weil Don Alphonso die Vernunft, irgendeine Vernunft nicht anspricht, nicht ansprechen will – Rainer Meyer scheint die Figur Don Alphonso konzeptionell so angelegt zu haben, so meine freundliche Unterstellung. Man kann dem evtl. einen gewissen Unterhaltungswert abgewinnen, vielleicht eine Geschmacksfrage, aber darüber hinaus sollte dem keine größere Bedeutung beigemessen werden.

    „Videospiele für Amokläufe verantwortlich zu machen ist der bare Unsinn“ sagt einer, der es wirklich wissen muss, nämlich der renomierte Psychiater Lothar Adler – hier im NDR-Interview: „Amok ist der Fluch der Menschheit – Wie erfasst man das Phänomen Amok?“ -> Zum Interview (knapp 6 Minuten) Und leider ist es so, daß solche und andere Stimmen keine Beachtung finden. Es ist ja auch nicht gerade sensationell und demzufolge Auflagesteigernd, vermute ich.

  10. @63mg
    Das sehe ich anders.
    Ich glaube kaum, daß Frank der Überzeugung war und ist, daß Don Alf. sehr aufgeschlossen für sachliche Kritik ist.Das zeigt auch die Erfahrung.
    Ich habe ebenfalls versucht, dort einen Kommentar zu hinterlassen, der – wahrscheinlich wie viele – nicht veröffentlicht wurde.
    Ich zitierte den Eintrag in Wikipedia über Josef Goebbels, der immerhin Literatur studiert hat. und keinen PC besaß.
    Und mit einem Hinweis auf meine Eltern, die Wallraff im Regal stehen hatten und mich doch jeden Tag verprügelt haben.
    Aber auch keinen PC besaßen.
    Wahrscheinlich war ihm das zu abwegig, denn sie waren ja keine Amokläufer. Und spielten keine „Killerspiele.“ Und waren nicht jugendlich. Und überhaupt .Na denn.
    Nichtsdestotrotz ist „Gegenöffentlichkeit“ eine wichtige Reaktion auf Veröffentlichungen solcherart, es könnte ja durchaus sein, daß die halbe Welt mitliest. Medien sind meinungsbildend und als 4.Gewalt im Staat ist es umso wichtiger, solchen Plattitüden etwas entgegenzusetzen. Zum Wohle aller, die lesen können und deren Hirn noch nicht verendet ist.
    Und die vielleicht wirklich bereit sind, über den Tellerrand zu schauen.
    Ein holder Auftrag, durchaus, aber das (Frank´s Artikel) mußte gesagt werden und ich bin immer wieder baß erstaunt über die Energie, die Du,Frank, aufbringst, um solche gehaltvollen Texte zu schreiben. Respekt!
    Zudem verweise auch ich auf den Vortrag des Erziehungswissenschaftlers Dr. Freerk Huisken zum Thema, hier veröffentlicht im November 2007 (hoffe, der link funktioniert so, sonst bitte nachbessern),
    indem nochmal eindeutig dargelegt wird, um was es geht: Um Selbstwert und Anerkennung in unserer Gesellschaft. Und wenn man dem folgt, ist es damit bei Don Alf. nicht sehr weit her.
    Da können wir uns mal glücklich schätzen, daß er seine Aggressionen + fehlende Anerkennung durchs bloggen etwas kompensiert, auch wenn er mit der ihm zur Verfügung stehenden Gewalt alles unterdrückt, was von seiner Meinung abweicht und ihn in Frage stellt.
    @Frank: Du kannst die mathematische Funktion wieder anstellen, ich habe jetzt genug Fisch gegessen…

  11. bibi: @63mg
    Das sehe ich anders. (…)

    Meine „freundliche Unterstellung“ ist das Wohlmeinenste, was mir zu Don Alphonso´schen Schreibe und Gebaren einfällt.

    Ich bin der Meinung, daß ein Journalist/Blogger mit zunehmender Reichweite auch zunehmende Verantwortung für verfasste Artikel trägt. Das kann ich bei Don Alphonso nicht erkennen. Die Frage scheint sich ihm gar nicht zu stellen. Im Gegenteil. Von daher finde ich, sollte er keine Beachtung finden, die ihn nur noch weiter künstlich aufbläst. Zumal ja auch absehbar ist, daß eine Replik entweder nicht beachtet (veröffentlicht) oder gleichfalls publikumswirksam niedergewalzt wird.

    Das ist keine Kritik an Frank und anderen, sondern lediglich meine Haltung zu allem, was Don Alphonso´sche Rundumschläge betrifft. Er hat sich in meinen Augen schon genügend disqualifiziert, daß ich ihn nicht für ernsthaft diskussionswürdig und überhaupt erwähnenswert finde.

  12. ich versteh dich.
    Nur: Er ist eben tatsächlich als die Person als die er sich darstellt nicht wichtig, auch nicht für mich.
    Aber das Thema ist wichtig.
    Auch die Aufmerksamkeit, die er – angeblich – erhält, halte ich für vernachlässigungswürdig, er disqualifiziert sich + seine Beiträge, wie Du auch sagst, selbst. Und das ist ein nicht unerheblicher Aspekt, der eine zumindest einmalige Reaktion darauf rechtfertigt und manchmal ggf nötig macht.
    Und ich gehe davon aus, daß Don Alphonso´s blogbeiträge Frank auch schon länger bekannt sein dürften. Insofern: Was hat ihn bewegt, darauf zu reagieren?

  13. bibi: (…)
    Aber das Thema ist wichtig. (…)

    Ja. Meine Einlassungen hier waren auch eher meta oder meinewegen auch off-topic 🙂

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