Fall of the Foot Clan

Eben mit einem halben Ohr aus dem Radio gehört: „Anleger und Händler bezeichneten die Aktienkurse als ‚grotesk‘.“ Jetzt wird da gesagt, dass es am Donnerstag schneien werde. Es sind seltsame Zeiten – holla, die Waldfee.

Tja, die Kursverluste. Ich nehme an, langsam dürfte man sich auf dem Börsenlaminat an die „Talfahrt“ gewöhnt haben. Muss man ja, sonst kommt der Herzkasper ganz bestimmt. Theorie: Das Stimmungsbild ist die erste Ableitung der Kurskurve. Aber wie bringt man die Frankfurter Fußsoldaten trotz des Pragmatismus dann überhaupt noch in die Wallung? Indem man die Börse entert. Lob an attac, die – das muss man ja auch mal sagen – mit der NPD überhaupt nichts gemein haben. Die haben mit einer kleinen Gruppe eine Börsenführung für eine lässige Störaktion genutzt, welche Erinnerungen weckt und die n-tv Tante ganz schön konsterniert zurückließ.


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[via mspro]

8 Kommentare

  1. schön, wie die Moderatorinnen sich das Einschreiten des Sicherheitspersonals wünschen, damit Ruhe herrscht…

    warum nur werden überall diese „irgendwas-mit-Medien“-Tussen eingestellt

  2. Kann es wirklich so schwer sein, den Unterschied zwischen Leuten zu sehen, die einen symbolischen Akt zivilen Ungehorsams in der Börse inszenieren, und solchen, die im Suff Obdachlose halbtot treten?

    Vielleicht liegt es daran, dass für Malte Welding Obdachlose gar nicht existieren; die Marktwirtschaft hat „uns“ ja neben Autos und Fernreisen auch Häuser mit Wärmedämmung „gebracht“. Manche haben ihre anscheinend bloß nicht abgeholt. Ganz zu schweigen von der Frage, wo das alles eigentlich herkommt. How did our oil get under their sand?

    Immerhin legen die attacies ihrem Gesellschaftsbild und -ideal kein wie auch immer geartetes exklusives Wir zugrunde. Das unterscheidet sie von – sagen wir, manch anderen.

    (Sorry, Frank, wenn das für dich unter Beleidigung o.ä. fällt, aber du hast es halt angesprochen, und das uneingeschränkte Löschrecht hast du hier natürlich sowieso.)

  3. Klar kann man attac und NPD in einen Topf werden und umrühren, da kommt ein hübsch provokanter Text bei heraus – aber sonst nix.

  4. Die damalige völlige Überbewertung von kaum existierenden Firmen am neuen Markt zum Beispiel. DAS war grotesk… in Anlehnung an die Aussage der Anleger und Händler.

  5. @ Papa Bodehase:

    Jo, ich erinnere mich. ’99 bin ich nach Berlin zurückgekommen und alles roch so komisch da in Mitte. Man musste nur eine Firma gründen mit Ypsilons drin, Name am besten auch auf O endend, z.B. Yagurko. Irgendne Seite, die irgendetwas anbietet, Blind Table-Layout einsetzen und man war Aktienmillionär. Plötzlich macht das rattatapuff und alles ist vorbei. Tjaja.

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