Fotos aus DDR-Zeiten

Lutz Schramm hat in seinem Fotostream bei Flickr einige Fotos aus DDR-Zeiten, die ich sehr schön finde. Vor allem wenn man weiß, wie es da heute aussieht und vieles wiedererkennt, während manche Details geradezu absurd durch den sozialistischen Chic verzerrt wirken. Wobei: Der sozialistische Chic herrscht ja auch heute noch vor, etwa am Alexanderplatz. Verzerrt bloß durch hässliche New Age-Businessbauten, die pseudoretrohingekackte Alexa und den an pompöse Naziarchitektur gemahnenden „neuen“ Kaufhof. Aber egal, zurück zu Lutz‘ Fotos, derer ich mich hier frech habhaft mache (sie stehen nicht alle unter CC-Lizenz, aber ich nehme dieses Statement mal als Erlaubnis, sie hier einzubinden).

Der Alex in den 80ern
Hier der Alex in den 80ern. Damals standen dort noch keine Drecks-Scientologen rum. Es war also nicht alles schlecht in der DDR.

 

Jugendliche am Alex
Die Jugend hat sich offenbar immer schon am Alex getroffen um gemeinschaftlich herumzugammeln.

Palast der Republik
Der Palast der Republik. Sah damals eindeutig schnittiger aus als heute.

Springbrunnen am Alex in den 70ern
Die Springbrunnen am Alex, Richtung rotes Rathaus, glaub ich. Hier in den 70ern. irgendwann an einem brütend heißen Sommertag, ’87 oder so plantschte ich wie Dutzende andere Kinder mit hochgezogener Hose und ausen Schuhen darin herum, Angst vor Kolibakterien, Salmonellen, Fußpilz und all sowas gab’s damals noch nicht. Ich übersah jedenfalls eine Untiefe im Springbrunnen, glitt aus und fiel hinein. Wie ich klatschnass und mit Papiertaschentüchern („Zellstoff“) ausgestopft in der S-Bahn heim nach Lichtenberg saß, werde ich wohl nie vergessen.

Werbung für Äpfel
Da es, wie man ja weiß, keine tropischen Früchte in der DDR gab, biss man in Äpfel. Die Werbung dafür hatte einfach Pfiff. Und Pep. Sie „fetzte“.

Schönhauser Allee, Neues Deutschland
Zum Schluss ein Blick auf die Schönhauser Allee, die man so aufgeräumt heute gar nicht mehr kennt. Dieser Tage ist das ja „desch Prenzlbergle“, wenn ihr versteht.

Weitere Bilder in Lutz‘ „DDR 1975 -1989“-Fotoset.

4 Kommentare

  1. Ich war ja damals™ in den 80ern 2mal in der „Hauptstadt der DDR“ und besonders am Alex fielen mir die ferngesteuerten Kameras auf.
    Kameras gabs bei uns ja bloß in Kaufhäusern, Banken und Bahnhöfen (an den Gleisen und Rolltreppen). Aber nicht zur Beobachtung der Bevölkerung.
    Deshalb regt mich das mit London und bei uns Schäuble ja so auf.
    Nach ’89 mit so einer Scheiße wieder anzufangen und kaum einen stört’s.

    Glück auf!

  2. Lustig, dass du das sagst. Unter Lutz‘ Bilder findet sich nämlich auch dieses, welches am SEZ deutlich eine Überwachungskamera zeigt, wie es sie auch heute noch gibt. Und zwar überall.

  3. Pingback: meine stadt, big-b-city-town | emblog

  4. Das letzte Foto ist eindeutig sonntagsmorgens zwischen 5 und 6h aufgenommen (sommers) – da sah das immer so aus, wenn ich von durchtanzter nacht nach hause kam. damals.
    tolle fotos – und zu der werbung aus der ddr muss man nix mehr hinzufügen. 😉

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