Friede, Freude, Eierkuchen

sunflowersIch bin sozialisatorisch ein Kind der 90er und das bringt gewisse Affinitäten mit sich. So wie andere vorher Wham! mochten oder heute 50 Cent als Rolemodel akzeptieren, war Dance der Strampelanzug meiner Pubertät (neben Roxette). Es war (irgendwie) schön! Und auch heute noch wecken manche Melodeien dieser Tage Wehmut und ganz unironische Endorphinschübe bei mir. Da mag der Kulturpapst hämisch lächeln — dass Rave und Eurodance das nächste große Retroding sind, ist meines Erachtens klar wie Buchstabensuppe. Ich bin jedoch skeptisch, ob ich diese Straße noch heruntergehen kann, wenn Mister President und Captain Hollywood wieder als Kirmesbeschallung dienen.

Wie dem auch sei — da uns‘ Goron aus seiner Befreundung mit den harten schnellen Takten und wirren inhaltlichen Botschaften der Spaßgeneration (erinnert sich jemand noch an die TV-Berichte über Businessleute, die sich jedes Wochenende mit ihrem Privatjet zu irgendwelchen Raves chauffieren ließen?) gerade keinen Hehl macht, steh ich mal nicht hintan. Folglich folgend: Ntz Ntz Ntz.


(YouTube-Direktlink: RMB – Experience)

Sonnenblumenfeld-Bild: vambo25 (cc)

9 Kommentare

  1. Das höre ich manchmal sogar gerne, (im Auto z.bsp), gute Laune Musik ohne jeglichen Anspruch.
    Wenn allerdings jemals wieder „Äiiicciiiiidd“ rumgebrüllt wird, mach ich sofort den Harald und geh auf Weltreise.

    Glück auf!

  2. @ goron:

    Jung, ja. Aber irgendwie, muss ich sagen, kickt mich das zum Teil heute noch. Oder wieder? Gestern Nacht noch so durch den Volkspark flaniert, von der Anhöhe tönte die musikalische Untermalung so mancher Grillgruppen-Convention. Dabei war auch „Is it Love?“ von Twenty 4 Seven (oder 20 Four 7?). Ich konnte mitsingen und — Asche auf mein Haupt — es vermochte zu gefallen. Woraufhin mich meine Begleiterin für blöd erklärte, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier. ^^

  3. RMB gehört ja zu den wenigen Sachen, die ich heute noch gerne höre, weil ich sie wirklich gut finde und nicht nur aus Retrogründen. Redemption und Spring sind einfach fantastische Songs.

  4. ich kann mich immer wieder nur wundern über die freude meiner kohorte, „mal wieder“ dieses zeug zu hören, zb auf 90er nostalgieparties, die jetzt in mode sind. why? weil es in meinem leben keine besonders lange phase gegeben hat in der diese musik im orkus des vergessens geruht hätte. die clips liefen doch ständig im rahmen irgendwelcher prenostalgischer rückblickssendungen auf viva und mtv? natürlich nichts gegen euro dance. neulich wieder gern gehört: marusha (nicht die rainbowshyce, aber der ganze rest). tipps für starke nerven: doop von doop, sowie sämtliche clips von e-rotic. auch heute noch voll nschön: urban cookie collective. für fetischisten: modo: 1 2 poliezei

  5. Die Nostalgiesendungen kenne ich nu nicht, trotzdem pflichte ich dir bei, in fast allem. Nur Mo-Do ging gar nicht. Meine Liebste und ich sind uns bis heute unsicher, was da bei „drei, vier“ gesungen gerapt gesagt ward. Ich tendiere zu „Grenadier“. Was meint ihr, Leser?

  6. Ja, also ich habe eigentlich nie bezweifelt, dass das Grenadier heisst. Was wäre denn eine mögliche Alternative?

    Ich bin ja übrigens ehemaliger Grenadier, welche die Opfer zahlreicher flacher Bundeswehrwitze sind.

  7. Pingback: I’m not alone « social issues and stuff

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