„Gelbe Spione“ wehrhaft

Wegen eines hochrassistischen Titels sowie des mit Verschwörungstheorien und Unwahrheiten gespickten zugehörigen Artikels über „Die gelben Spione“ hat jetzt eine Vereinigung chinesischer Studentenbünde gegen die Illustrierte „Der Spiegel“ Anzeige erstattet. Ich befürworte das.

Näheres und interessante Auszüge aus der Anzeigeschrift gibt’s bei SpiegelKritik.

11 Kommentare

  1. Pingback: Too Much Cookies Network » Return of the Yellow Spies..

  2. oops, wie man auf meiner Seite sehen kann, hat das Trackback-System meine Intention falsch wiedergegeben. Nicht Citronengras ist Stuss, sondern der Spiegel-Inhalt..

  3. Moin moin,

    „Ich befürworte das.“

    das solltest du nicht, weil damit die Pressefreiheit angegriffen wird.
    Auch wenn ich den Spiegelartikel als „reisserisch“ und meinetwegen auch „rassistisch“ verachte, halte ich die Anzeige (die auch eher ein Strafantrag ist) für größtenteils blödsinnig.
    Das mit den „unwahren Tatsachenbehauptungen“ oder „Verunglimpfung staatlicher Symbole“ „Unschuldsvermutung“ gilt eh nicht für die Presse, sonst wäre Journalismus gar nicht mehr möglich.
    Siehe auch hier:

    http://klauseck.typepad.com/prblogger/2004/12/2_nachgebloggt_.html

    Das dem Spiegel mal eins ausgewischt wird, dafür bin ich auch, aber das hier ist der falsche Weg. Außer heißer Luft kommt da auch eh nix bei raus.

    Pax

  4. Vermutlich hast Du recht und ich bin nur ein blöder Idealist, wenn ich Journalismus ohne Verunglimpfungen, rassistische Ausfälle und Lügen für möglich halte.

    Aber was wäre denn deiner Meinung nach der richtige Weg?

  5. Ein Idealist bin ich doch auch oft, das hat doch mit blöd nix zu tun.
    Richtiger Weg? Ich weiß doch darauf auch keine Antwort, frag den Niggemeier.
    Erstmal das Schmierblatt nicht kaufen, was ich nicht tue.
    Drüber bloggen wenn sie Scheiße schreiben, was du tust, ist doch schon mal ein guter Schritt.
    Jetzt ist der Aust ja bald weg, vielleicht wirds dann besser.

    Das Leben ist halt eines der schwersten.

    Pax

  6. Meine Antwort war nicht so harsch gemeint, wie sie klang. Ich bin halt der Auffassung, dass Medien sich ihrer Breitenwirkung ergo Verantwortung bewusst sein sollten und gerade deswegen in Sachen Rassismus und Streuung von Stereotypen nicht über dem Gesetz stehen sollten. Es wird ja keine Konsequenzen haben, aber vielleicht nimmt der eine oder andere Spiegel-Leser ja mal wahr, dass in ihrem Zauberblättchen manchmal auch veritable Gülle steht.

  7. Da stimm ich dir ja prinzipiell vollkommen zu, bloß darf man nicht außer Acht lassen das fast alles zwei Seiten hat.

    Da wird ein 129a StGB geschaffen, gegen Terrorismus, und man könnte meinen der Staat geht nun gegen Faschos vor, und was tut er?
    Jagt eine mxxxxante Gruppe, und G8-gegner und sonstwelche mißliebigen Personen damit.

    Da gibt es ein Persönlichkeitsrecht und was tut die Pressekammer Hamburg? Verbietet offensichtliche Stasitypen beim Namen zu nennen.

    Ach ich schweif schon wieder ab, eigentlich sind wir uns doch einig. 😉

    Pax

  8. Medien und Verantwortung … da frag ich mich manchmal wirklich, wo die geblieben ist.

  9. Also ich erinnere mich noch, dass ich diesen Spiegel-Artikel damals gelesen habe, weil mich das Thema interessiert hatte. Und mir ist damals das kotzen gekommen bei jedem Absatz. Die übliche verleumderische Hetzkampagne ohne Sinn & Verstand, wie es dieses Schmierenblatt seit Jahren veranstaltet.

    Insofern hab ich mich über die detailierte Zerlegung dieses Artikels im Rahmen der Anklage sehr gefreut. Und aufgrund deiner und Spiegelkritikers Berichte hab ich angefangen, zu recherchieren, wer hinter diesem Verein und der Klage steckt.

    Und mein Verdacht hat sich zumindest erhärtet, denn alle Spuren führen zurück auf das State Council of the People’s Republic of China. Leider reichen für weitere Recherchen meine Chinesisch-Kenntnisse nicht mehr aus, warum ich dann von solchen Themen die Finger lasse. Beim Partei ergreifen in einem sprachlichen Vakuum erliegt man zu oft irgendwelcher Propaganda.

    Ich stimme aber Corax und allen anderen zu, die hier den Versuch sehen, die Pressefreiheit gerichtlich einschränken zu lassen. Das erinnert dann doch zu sehr an chinesische Methoden. In Deutschland gäbe es ja auch noch die Möglichkeit einer Rüge durch den Presserat.

  10. Ich stimme aber Corax und allen anderen zu, die hier den Versuch sehen, die Pressefreiheit gerichtlich einschränken zu lassen. Das erinnert dann doch zu sehr an chinesische Methoden. In Deutschland gäbe es ja auch noch die Möglichkeit einer Rüge durch den Presserat.

    Nein, chinesische Methoden sind das ganz sicher nicht. Erstens haben chinesische Bürger bei sich daheim vermutlich keine Möglichkeit, sich über inadäquate Presseberichterstattung irgendwo zu beschweren (außer vielleicht die Berichterstattung ist gegen die Partei gerichtet), zum zweiten sagt das Grundgesetz ganz klar, dass die Meinungsfreiheit, zu der ich frank und frei auch die Pressefreiheit zähle, da aufhört wo Volksverhetzung beginnt. Und wo soll hier überhaupt die Pressefreiheit eingeschränkt werden? Die Titelstory ist längst draußen und Mattusseks Werke sind ebenfalls noch frei erhältlich. Der chinesische Studentenbund benutzt schlicht den Beschwerdeweg, den der deutsche Rechtsstaat ihnen zubilligt und das ist in meinen Augen zutiefst demokratisch. Es besteht ja durchaus die Chance, dass die Gerichte sagen: Nö, völlig in Ordnung das.

    Auch diese Lösung ist im besten Falle, also dem einer Verurteilung, symbolischer Natur und hätte höchst geringe Auswirkungen. Eine Rüge vom Presserat jedoch ist so ungefähr gar nichts wert, wie man ja regelmäßig an der nicht sonderlich von unzähligen Rügen beeinflussten Berichterstattung in „Bild“ sieht.

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