Goodbye and thanks for all the fish

Döner KebapNa gut, etwas komisch ist es schon, wenn die FAZ als noch vor kurzem penibel auf die Einhaltung konservativer Wortschreibweisen pochendes Blatt nun auf Bastian Sicks Zwiebelfischerei mit Vokabeln wie Pedanterie und Besserwisserei herumbasht. Dennoch ist Seidls Artikel sehr lesenswert, ich würde ihn so unterschreiben.

Es sind Feiern der Irrelevanz, wenn Sick kolumnenlang Fragen beantwortet, die niemand gestellt hat; wenn er längst verblaßte Floskeln und in Vergessenheit geratene Manierismen noch einmal mit der vollen Strenge der Grammatik konfrontiert. Und wenn er tatsächlich ein paar Seiten lang die Frage diskutiert, ob es „im Mai diesen Jahres“ oder doch „dieses Jahres“ heißen müsse, dann möchte man, absolut umgangssprachlich, nur noch stöhnen: „Oh Mann, hey, echt, dem seine Probleme möcht ich auch nicht haben!“

Das Element der bourgeoisen Abgrenzung nach unten durch ein im Wortsinn konservatives Sprachverständnis, das in erster Linie als Bewertungsschema für die Sprache der „Anderen“ dient (und meist nur in Diskussionen herausgekramt wird, die sich mit genau diesem Thema beschäftigen) empfinde ich genauso als, auf deutsch, Korinthenscheißerei. Die reaktionär anmutende Ignoranz Sicks gegenüber eines evolutionär völlig normalen Wandels einer Sprache (durch Abschleifungen, Fremdeinflüsse, neue Kommunikationsformen, etc.) stufe ich als ähnlich abgehoben und relitätsfern ein wie die Bullshitigkeit modernen Businesssprechs.

Tja – und nun? Nicht mehr über Nail’s und Trend’s kichern? Natürlich doch. Aber endlich auch wieder guten Gewissens „Ja! Das macht Sinn!“ rufen.

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