Green IT

green IT
Bild: Bulent Yusuf (cc)

In der neuen Ausgabe unseres vierzehntäglich erscheinenden mittelmäßigen Stadtmagazins Zitty gab es einen Artikel, wie man seinem Computer das Energie sparen beibringt. Green IT boomt wie Sau und bald ist ja wieder IFA, da muss man klotzen. Bloß stand da, neben sinnvollen Dingen wie Flachbildschirm ist besser als Röhre, Laptop besser als Schreibtischklotz, auch viel Quatsch drin. Ich nahm das zum Anlass, einen Leserbrief mit Smug Verbesserungen und Ergänzungen zum Strom sparen am PC abzuschicken. Und weil Recycling ja auch Umweltschutz ist, poste ich meine Zeilen hier zweit, auf dass die enthaltenen Informationen verrotten, von Würmern gefressen, verdaut und als geistiger Humus in Form von zukünftig viel nachhaltigerem Hardwarekauf ausgeschieden werden.

Hallo Zitty,

schön, dass ihr euch in der aktuellen Ausgabe (S.26) damit beschäftigt, wie man als Konsument seinen PC nach ökologischen, lies: Strom sparenden, Kriterien zusammenstellt. Allerdings stimmt die Beispielrechnung die ihr da anstellt nicht so ganz. Denn moderne Hardware reduziert, wenn sie nicht komplett gefordert wird, automatisch ihre Leistung und hat dann auch nur einen Bruchteil des Energiehungers. Da der durchschnittliche PC-Benutzer wohl kaum 8 Stunden am Tag hardwarehungrige 3D-Spiele zockt, hat eure Rechnung, nach der ein Rechner bei voller Auslastung „bis zu 1.364 Kilowattstunden im Jahr“ braucht, wenig Bezug zur Realität.

Freilich verbraucht ein Rechner, der viel benutzt wird, dennoch eine Menge Strom, die einem beim Empfang der Jahresendabrechnung mitunter die Haare zu Berge stehen lässt. Umso schader ist es, dass ihr ein paar der besten Energiespartips in eurem Artikel gar nicht nennt.

Zum Beispiel lohnt es sich, in ein gutes Netzteil zu investieren. Der von euch erwähnte Energierechner von meisterkuehler.de wurde leider seit drei Jahren nicht aktualisiert und trägt der ja nun doch eingesetzten Entwicklung in Richtung intelligenter Energiesparmaßnahmen im PC kaum Rechnung. Besser ist da der englische eXtremePSC Lite auf <http://extreme.outervision.com/psucalculatorlite.jsp>. Der hilft, die optimale Leistung zu bestimmen, die der Rechner insgesamt benötigt und die das Netzteil liefern muss. Nämlich werden vielfach 600 Watt-Netzteile in solchen Komplett-PCs verbaut, die eigentlich dicke mit 400 Watt auskämen. Beim Netzteil-Kauf sollte man unbedingt auf das „80 PLUS“-Siegel (siehe www.80plus.org) achten, das dem Gerät eine Energieeffizienz von mehr als 80 Prozent bescheinigt. Die Rechnung dahinter ist einfach: Je geringer die Verlustleistung, desto geringer der Brutto-Verbrauch. Während viele ältere und billige Netzteile nur 50 bis 70 Prozent an die Hardware weiterreichen und den Rest als Abwärme vergeuden, spart man mit einem optimal auf das System abgestimmten Netzteil massiv Strom (bis zu 25 Prozent) und damit Knete.

Ihr verweist im Artikel auf die in der Tat pervers nach Strom gierende Grafikkarte GeForce 8800 Ultra. Man muss aber nicht unbedingt auf Leistung verzichten, wenn man Strom sparen will. Mittelklasse-Grafikkarten mit ähnlicher Rechenpower, aber geringerem Verbrauch gibt’s in Form der Radeon HD 3870 oder 4850 von Konkurrent ATI. Im Prozessorbereich sind die Mehrkernprozessoren von Intel im Vergleich zu den Athlons von AMD viel sparsamer. Einen meiner Meinung nach (soll keine Werbung sein) guten Kompromiss aus Preis, Leistung und Verbrauch bietet momentan Intels Core 2 Duo E7200. Über die realen Strombedürfnisse von Grafikkarten und Prozessoren kann man sich gut auf www.computerbase.de informieren.

Und sonst? Auch auf die Quantitäten achten. Lieber eine große Festplatte im Gehäuse als zwei kleine, lieber zwei RAM-Riegel mit 2 GB als vier Stück mit je 1 GB (spart 20 Watt!). USB-Geräte, die gerade nicht im Gebrauch sind, z.B. externe Laufwerke, Speichersticks, Headsets und Gamepads, sollte man am besten ganz abstöpseln. Das läppert sich nämlich auch.

Hoffe ein wenig geholfen zu haben. Ihr könnt das gerne als Leserbrief, als Update auf der Webseite oder sonstwie veröffentlichen. 😉

Viele Grüße, Frank

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