Hetero dank Jesus

Die evangelikalen Christen verstehen es recht geschickt, ihre restaurative Ideologie so zu verpacken, dass Jugendliche glauben, christlicher Fundamentalismus sei irgendwie hip. Da gibt’s Festivals mit christlichen Rockbands, Happenings und Events. Friede, Freude, Eierkuchen und tragt die Message of Jesus hinaus in die Welt. Knallhart wird dabei jedoch gegen Aufklärung, Evolution, Schwangerschaftsabbrüche und ein liberales Sexualitätsverständnis agitiert.

So verbirgt sich auch hinter der Stylo-Fassade der Website des evangelikalen Jugendevents „Christival“ eben auch eine Veranstaltung mit dem Namen „Homosexualität verstehen“. In der Beschreibung heißt es:

Manche Menschen leiden unter ihren homosexuellen Neigungen. Im Seminar geht es darum, Verständnis für Ursachen und verschiedene Lebensmöglichkeiten zu gewinnen.
Monika Hoffmann & Konstantin Mascher, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft, OJC (Samstag 90 Minuten)

Das ist ein bißchen euphemistisch. Die Wikipedia erhellt ein wenig, worum es sich bei genanntem Institut handelt (übrigens durch entsprechende Quellen gut belegt):

Anerkennung als Studien- und Forschungseinrichtung findet das DIJG heute im Wesentlichen bei religiös motivierten Gruppen. Seine Standpunkte zu Fragen der sexuellen Orientierung sind sehr umstritten. Das DIJG lehnt die Unveränderbarkeit von sexueller Orientierung und praktizierte Homosexualität ab. Es vertritt bezüglich der Entstehung von Homosexualität ein tiefenpsychologisches Entwicklungsmodell und ist der Ansicht, dass mit geeigneter Therapie ein Wechsel von Homosexualität zu Heterosexualität persönlichkeitsverträglich möglich sei und im Zusammenhang mit einer ganzheitlichen Befreiung des Menschen im Sinne des christlichen Glaubens stehe. Dieser Standpunkt wird der Ex-Gay-Bewegung zugeordnet, steht im Widerspruch zu den heute in Psychiatrie und Psychologie etablierten Auffassungen von Homosexualität und wird von den weltweit führenden psychiatrischen und psychologischen Organisationen wie der American Psychological Association stark kritisiert: Organisationen wie Homosexuelle und Kirche, der LSVD oder die BAG Schwulenpolitik von Bündnis 90/DIE GRÜNEN kritisieren die Standpunkte zur Homosexualität als pseudowissenschaftlich und fundamentalistisch. Besonders gewarnt wird von den Kritikern vor reparativer Therapie bzw. Konversionstherapie, über die das Institut einige Bücher von US-Autoren übersetzt hat. Solche Therapien, die das Ziel hätten, Homosexuelle zu Heterosexuellen zu machen, hätten potentiell schädigende Wirkung für die Therapierten; sie werden deshalb weltweit von führenden psychiatrischen und psychologischen Organisationen abgelehnt.

Aufgrund der starken Fokussierung des Instituts auf das Thema Homosexualität wird Kritik vor allem aus der Lesben- und Schwulenbewegung geäussert, aber politische Parteien und Journalisten haben ebenfalls die Seriosität des Instituts in Frage gestellt. Das Bundesministerium der Verteidigung wurde im Frühjahr 2000 veranlasst, sich von Veröffentlichungen des Instituts zu distanzieren. Die vom ehemaligen rechtspolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Geis, initiierte Entscheidung der CDU/CSU-Fraktion im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages, die Institutsleiterin zu einer Anhörung über Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare einzuladen, wurde von anderen Parteien und parteiintern von den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) stark kritisiert: In den Gutachten und Artikeln des Instituts werde ihrer Ansicht nach unter anderem aus bereits als wissenschaftlich unseriös angesehenen Studien zitiert, und der Forschungsstand werde insgesamt nur sehr einseitig aufgearbeitet.

Auch in der allgemeiner angelegten OJC-Gesamtarbeit kommen Äußerungen vor, die der OJC dem Vorwurf der Homophobie und Pseudowissenschaftlichkeit — ob zurecht oder zu unrecht — aussetzen. Dabei verweist die OJC lediglich auf Aufsätze und Stellungsnahmen ihrer Mitglieder. So wird etwa im OJC – Salzkorn vom 6. 2004 S. 249 von Christl Vonholdt, die auch zugleich Vorstandsmitglied ist, die Behauptung aufgestellt, dass Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Elternpaaren aufwachsen, psychische Störungen aufweisen. Dass diese Annahme selbst in ihrer als Quelle angegebenen Studie nicht bekräftigt werde, sondern im Gegenteil von der einhelligen wissenschaftlichen Forschung bereits in den 70er Jahren widerlegt worden sei und zuletzt von mehreren Studien im Auftrag des Bundes entkräftet worden sei, wird mit dem lakonischen Satz, diese Studien seien mit gravierenden methodischen Mängeln behaftet, abgetan und andernorts sogar ganz verschwiegen.

Das „Christival“ nun, das sich solche Propaganda und — man sollte nicht vergessen, dass es sich bei der Zielgruppe um Minderjährige handelt — Indoktrination zu Eigen macht, hat mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine prominente Schirmherrin erlangt [via]. Und da denk ich natürlich: Super, das passt ja. Akkordgebären für Schlands ökonomische Potenz geht nun mal nicht bei den Schwuletten; Verhütung, Abtreibung und Ehescheidungen stehen ihr ebenfalls im Weg. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus sind eben immer noch dicke Tunke. Ich kann gar nicht soviel essen …

Wird mal wieder Zeit für eine South Park-Folge. Sie ist themennah.


(123video.nl-Direktlink: South Park – 11×02 – Cartman sucks)

[Update:] Die umstrittene Veranstaltung ist abgesagt worden. Danke für den Hinweis an Plasmaoxyd.

[Update 2:] Die Absage ist Thema einer Umfrage auf jesus.de. Das Ergebnis…

Jesses

33 Kommentare

  1. Was ich noch nie begriffen habe, ich bin ja selber leicht homophob, (ich weiß nicht wo ich das her habe), ich kann verstehen, dass man Homos nicht in seinem Verein haben will, zum Beispiel die katholische Kirche, aber was treibt einen dazu, an andern Menschen rumdoktorn zu wollen? Also bei etwas was keinem anderm wehtut? Ich stell mich doch auch nicht vor ein Schlagerkonzert und versuch die Leute zu Rammstein zu bekehren. Ob diese Typen vielleicht Angst vor sich selber haben? Und warum fummeln so viele Pastoren an den Messdienern rum, warum sind die nicht Kinderfotografen oder Bademeister geworden?

    Und wieso haben wir immer solche Spinner in der Politik wie z.Bsp. in Hessen die Kultusministerin Karin Wolff die für die Kreationismuslehre an Schulen ist, nebenbei evangelische Theologin und auch homosexuell?

    Mich haben diese „Gottesfürchtigen“ schon immer verwirrt, ich versteh sie einfach nicht.

  2. „Es sind nur homophobe Schwuchteln“ trifft das eigentlich genau.
    (Das ist ein Zitat von K.I.Z. O:-) )

    //ed: bei dem Feed-reader klappt das mit den Umlauten nicht richtig :'( („Schie�befehl, anyone?“)

  3. @ Niko:

    //ed: bei dem Feed-reader klappt das mit den Umlauten nicht richtig :’( (”Schie�befehl, anyone?”)

    Ist mir bekannt, ich hab da schonmal ein Stündchen dran rumgedoktert und keinen Weg gefunden außer im Titel HTML-Entities für Umlaute und Sonderzeichen zu verwenden. Hab ich drüben geändert, das kapiert das hiesige WordPress aber vermutlich eh erst, wenn ein neuer Eintrag im dortigen Feed erscheint, weil MagpieRSS, das den Feed rendert, ihn vorher nicht neu holt, sondern eine gecachete Kopie darstellt.

  4. @ corax:

    ich bin ja selber leicht homophob, (ich weiß nicht wo ich das her habe), ich kann verstehen, dass man Homos nicht in seinem Verein haben will,

    Hmja. Bleib locker. Solange Du in der Lage bist, zu erkennen, dass das irrationaler Unsinn ist und du deine Homophobie (Im Wortsinne als Angst vor Homosexuellen) ist das imho nicht wirklich schlimm. Je mehr man mit geouteten Leuten umgeht (trotz allem Zukunftspessimismus glaube ich, dass sich die Situation für Homosexuelle in der westlichen Welt weiter verbessern wird) erkennt man eben ganz schnell, auch „gefühlt“, dass Homosexuelle eben normale Leute sind, weder besser noch schlechter. Es gibt blöde Säcke, es gibt feine Kerle und — man möge mir die Plattitüde verzeihen — an den Anus wollen einem die wenigsten. Möglich, dass in ein paar Jahrzehnten ein gesellschaftlich „normaler“ Umgang mit Lesben, Schwulen und Transgender-Leuten möglich ist. Solange die religiösen Spacken nicht die Oberhand gewinnen.

    aber was treibt einen dazu, an andern Menschen rumdoktorn zu wollen? Also bei etwas was keinem anderm wehtut?

    Gute Frage. Im Mittelalter hat man auch vermeintliche Hexen verbrannt und versucht, die Syphillis mit tagelangen Quecksilberbädern zu heilen. Der Mensch ist nun mal nie rational gewesen und gerade die Kirche hat die selbstverschuldete Unmündigkeit immer mitgetragen und befördert.

  5. Bleib locker. Solange Du in der Lage bist, zu erkennen, dass das irrationaler Unsinn ist…

    Bin ich beides.
    ich kenn auch ein paar. In der Weiterbildung hatten wir einen 2 Jahre und mit dem waren wir auch weg und ich hab auch mal mit dem in einem Zelt gepennt. Ich habe kein Problem mit Schwulen unter zwei Bedingungen:
    a) Sie graben mich nicht an, zumindest nicht weiter nach ner Absage.
    Das halte ich für fair und ich hatte auch noch nie Probleme deswegen.
    b) Sie knutschen nicht vor mir, oder schlimmeres oder reden von Sex.
    Und das meinte ich bei mir. Das ist ja eigentlich unfair weil bei Heteros oder Lesben stört mich das fast gar nicht aber bei Schwulen will ich davon nix sehen nix hören und nix wissen und auch nicht drüber reden.
    Und das ist ja eigentlich intolerantes Verhalten was ich sonst nicht so habe.

    Aber die größten Schwulenhasser sind ja komischerweise zum einem religiöse und zum andern selber welche. Letztes Jahr ist in den USA auf ner Flughafentoillette doch wieder so ein Hassprediger aufgeflogen. Und das kapier ich halt nicht, wieso wollen soviele Tucken bei einer Sekte mitmachen die klar sagt: „Bei uns kommt ihr nicht in den Himmel.“
    Wieso sind soviele Schwuchteln Geistliche? Ist das ein besonderer Kick sein ganzes Leben andern Leuten von der Tugendhaftigkeit zu erzählen während man genau weiß man selbst kommt ins Fegefeuer? Wieso will man als Homo bei einem Verein mitmachen dessen Chef behauptet AIDS sei eine Strafe Gottes für einen? Wieso sucht man sich dann nichts anderes? Dieses Bigotte. Das frag ich mich jedesmal. Wie zum Beispiel die Wolff, Kindern beibringen zu wollen, dass der unfehlbare alle Menschlein erschaffen hat, aber selber als Lesbe nach eigener Definition als „Kunstfehler“ rumzulaufen.

    Ich glaub Niko hat recht, jeder der Homos disst ist höchstwahrscheinlich selber einer. Und je lauter je wärmer.

    Glück auf!

  6. Hehe, Christival. Meine Freundin war da mal vor 4 oder 5 Jahren, fand das auch nicht übel. Dass ich mich heute noch darüber lustig mache, da muss sie halt durch. Allerdings war sie doch ziemlich erstaunt über die vielen Seminare diverser sektenähnlicher Freikirchen, die doch schon recht weit von den klassischen beiden Kirchen weg waren. Bei der Vorauswahl der Anbieter scheinen sich die Orgas ja treu geblieben zu sein.

    Geil sind aber auch die Freunde von soulsaver 🙂

  7. Es wird Zeit für einen Festival der christlichen Schwulen & Lesben. Eine Art CSD und Weltjugendtag in einem, damit sie den Wirrköpfen von den Freikirchen und der übrigen BRD mal zeigen, wie eine pluralistische Gesellschaft aussehen kann 😉

  8. Was hat dieses Festival bitte mit evangelikalen Christen zu tun? Das Christival ist ein ökumenischer Kongress für Angehörige aller christlichen Kirchen. Mit dem Begriff evangelikal begrenzt du nämlich die Gruppe, die du benennst, auf eine theologische Richtung innerhalb der evangelischen Kirche.
    Und wenn du willst kannst du auch als Moslem, Jude und auch als Homosexueller am Christival teilnehmen – das ist keinem verboten, noch ist dieses Seminar Zwang. Übrigens nennt es sich auch „Homosexualität verstehen“ und nicht „Böse Schwule zu heterosexuellen Christen umpolen“.
    Die Beweiskette, die du in deinem Artikel verfolgst, ist für mich ebensfalls nicht verständlich: Es geht um EINEN Workshop von mehr als 200 auf EINEM christlichen Festival und aus diesem Grund reduzierst du sofort alle christlichen Kirchen mit ihren Ideologien zu Schwulenhassern.
    Ach übrigens, bei einer etwas ausgiebigeren Recherche wäre auch das hier zu Tage gefördert worden. Das Seminar wird mittlerweile schon gar nicht mehr angeboten.
    Im Artikel und den Kommentaren manifestieren sich mal wieder alle Klischees und Urteile, die sich die gemeine Öffentlichkeit über die christlichen Kirchen gebildet hat, weil es einfach „hip“ und „in“ ist, so zu denken.
    Mir ist auch klar, dass man mich aufgrund meiner Argumentation sofort in die Schublade der fundamentalistischen Christen stecken wird, das sind nämlich wohl landläufig alle, die sich für die angesprochene Veranstaltung aussprechen. Deshalb weiße ich nochmal ausdrücklich daraufhin, dass das Christival kein Meeting von Hassperdigern und sektenartigen Freikirchen ist. Und bei der „Message von Jesus“ geht es auch nicht um Schulenhass. Ein bisschen weniger Reduktion, dafür mehr Nachdenken bei der Sache wäre ganz angenehm. 😉

  9. @ plasmaoxyd

    Was bist du denn für ein Scherzbold?
    Die PM ist ja wohl von gestern also auch nicht älter als der Artikel hier, und abgesagt wurde als Reaktion auf Kritik, und ist das hier nicht Teil der Kritik? Und die Kritik scheint ja berechtigt zu sein oder wieso knickt man ein?

    Zitat:

    Übrigens nennt es sich auch “Homosexualität verstehen” und nicht “Böse Schwule zu heterosexuellen Christen umpolen”.

    Zitat PM:

    Diese Kritik ist unberechtigt. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen erfahren, selbstbestimmte Wege gehen können, die zu einer Abnahme homosexueller Empfindungen führen.

    Was ist das denn anderes als immer noch die Behauptung: Homosexualität sei was schlechtes, was unterdrückt werden muss?

    Und was meinst du mit „hip“ und „in“?
    Ich halte die christliche Sekte seit ca 32 Jahren für nen gefährlichen durchgeknallten Verein. Und damit mein ich alle.

    Glück auf!

  10. Herrschaftszeiten, calm down alle miteinand‘. Ich bin Christen gegenüber neutral eingestellt, soll sich doch jeder selbst die Welt erklären oder erklären lassen, wie er will. Tatsächlich war ich, als Atheist, sogar eine Zeitlang in einer sehr liberalen Kirchengemeinde und in einem christlichen Pfadfinderverband engagiert. Das Schöne an letzterem war, dass dort ebenfalls jeder nach seiner Fasson glauben durfte, was er wollte. Der Christenfaktor spiegelte sich dort eher in Form und Art des Miteinanders wieder, nämlich freundlich, freundschaftlich, offen, tolerant und respektvoll, was ja ursprünglich christliche Werte sein sollten (vgl.: Geschichte des Christentums). Zu Gottesdiensten oder Andachten wurde dort keiner gezwungen. Und ja – ich bin mir dessen bewusst, dass solche Veranstaltungen auf Jugendliche einen besonderen Reiz ausüben, wegen des Beisammenseins unter Gleichaltrigen und Gleichgesinnten, wegen der Alltagsferne, wegen des Eventcharakters, den man ähnlich auch bei der Feuerwehrjugend, beim Live-Rollenspiel oder auf Rockfestivals erfährt. Ist doch okay, geil sogar.

    Was mir sauer aufstößt, ist wenn Jugendlichen Werte auf eine Art übergestülpt werden, die man von Sekten kennt. Jetzt mal abgesehen vom „normalen“ Christentum, das wie jede andere Religion eine Indoktrinierung darstellt, sind die Fundamentalisten noch mal eine Spur härter: Dort werden Werte gepredigt, die illiberal sind, Kinder werden dort manipuliert und instrumentalisiert, als Missionare missbraucht. Was denkt ihr denn, wie sich die Evangelikalen so schnell in Deutschland verbreiten konnten? Gehirnwäsche ist es, was dort veranstaltet wird, selbst politische Einflussnahme! Debil-entrückt lallende Kinder steigern sich da in eine Massentrance hinein und glauben, Gott persönlich würde sie zu seinen Soldaten machen und bitten, mit Pflastern über dem Mund auf öffentlichen Plätzen gegen Schwangerschaftsabbrüche protestieren. Hallo?!?! Ich als Veranstalter so eines Festivals würde mir verdammich gut überlegen, ob ich mir solche Gestalten ins Boot hole. Und das ist ja auch getan worden, wobei ich eine Erklärung wie „Wir wollen keine unnötigen Diskussionen provozieren“ etwas lasch finde. Danke trotzdem @ plasmaoxyd für das Update.

  11. Als Folge dieser kleinen Diskussion hab ich mal ein wenig in der Trägerliste des Christivals herum gestöbert und stieß auf einen Missionsverein.
    Da mich Missionare immer gruseln, klickte ich wie gebannt auf die Seite der „Liebenzeller Mission“. Unter der Rubrik „Kurzzeit Einsätze“ stand, dass man in manchen Fällen Missionseinsätze als Freiwilliges Soziales Jahr anerkannt bekommt.
    Genau steht da:

    Diese Stellen sind staatlich anerkannt, können aber von Jahr zu Jahr wechseln. Träger des FSJ ist die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) in Korntal. Ein FSJ kann auch als Zivildienst angerechnet werden.

    Da bleibt mir doch die Spucke weg. Die BRD fördert evangelikale Mission?!
    Nun ja.

    Gelinde gesagt halte ich es für naiv, wenn man einer traditionell homophoben Vereinigung abkauft, dass sie sich zum Wohle der Homosexuellen mit Homosexualität auseinandersetzen will.
    Vor allem wenn die Initatoren ihrem Seminar den Titel „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“ geben und dazu anfügen:

    „Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen erfahren, selbstbestimmte Wege gehen können, die zu einer Abnahme homosexueller Empfindungen führen.“

    Man kann wohl sicher davon ausgehen, dass ein Jugendlicher der in unserer Gesellschaft feststellt, dass er schwul ist, fast automatisch seine „homosexuellen Impulse als unvereinbar mit seinen Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen“ erfährt. Da braucht er sicher kein christliches Seminar für.
    Hingegen bräuchte er dringend Menschen, die ihm klar machen, dass er weder abartig noch hassenswert ist.

  12. @corax: Wenn du auf diesem Standpunkt stehst, und alle in einen Topf schmeisst, dann brauchen wir glaube ich nicht mehr miteinander über die Sache zu diskutieren. Für dich sind ja anscheinend sowieso alle Christen durchgeknallt und hassen Homosexuelle. Das ist sehr tolerant von dir. Damit setzt du dich selbst auf das Niveau der angesprochenen „fundamentalistischen Christen“ die Homosexualität als von Dämonen befallende Kranke hinstellen.

    Es ist nicht richtig, gleich zu verallgemeinern und zu behaupten, dass Jugendliche auf christlichen Veranstaltungen oder in christlichen Vereinen grundsätzlich ideologisch „indoktriniert“ werden. Und den Standpunkt vertrete ich hier wohl auch doch nicht allein.
    Das wäre schlicht und einfach nicht richtig, genauso wie es falsch ist zu behaupten, dass in jeder Moschee Terroristen herangezüchtet werden. Das wäre Denken in schwarz-weiß!

    @Frank: Kein Problem, gerne wieder. 😉

  13. @ plasmaoxyd

    Kommen Homos in den Himmel wenn sie nicht vor dem Tod bereuen?

  14. @ plasmaoxyd

    Halt mal den Ball flach. Ich weiß, es wird von Christen gerne gejammert, wie ungerecht ihr doch alle von anderen behandelt werdet. Nun ja, ich finde eher die Christen bekommen noch viel zu viel, indem sie vom Staat sonst wie bezuschusst werden.
    Hier in Bremen findet ja nächstes Jahr der evangelische Kirchentag statt und wegen der Organisation dessen werden sämtliche Musiker-Proberäume in der alten Post mal eben gekündigt, damit man die als Büros zur Organisation der Veranstaltung nutzen kann. Und das natürlich auch nicht von der Kirche sondern auch genauso von atheistischen Steuerzahlern finanziert. Da kommt mir echt einfach nur noch das Kotzen, wenn ich mir von irgendwelchen Christen noch anhören muss, wie ungerecht sie angeblich von anderen behandelt werden.
    Wer mit total bescheuerten Ideologien rumrennt und auch noch tatsächlich an so etwas glaubt muss sich auch nicht wundern, wenn man da mal drüber herzieht. Und NEIN, ich bin NICHT tolerant und das aus gutem Grund.

  15. @corax: Ich würde sagen ja – aber das ist jedermanns Auslegungssache, und ich bin auch nicht derjenige, der entscheidet wer „in den Himmel“ kommt und wer nicht, denn das hat auf dieser Erde kein Mensch zu entscheiden – auch nicht der Papst! Selbst wenn man Homosexualität als Sünde ansieht, sollte man dabei eines bedenken: In der christlichen Theologie ist „Sünde“ gleich „Sünde“. Das bedeutet, ob ich jetzt einen Wehrlosen ausnehme und beleidige, meine Freunde hintergehe, einen Menschen töte, stehle, meine Müllbeutel in den Garten meines Nachbarn werfe, oder sonst etwas tue, das mir jemand als Sünden ankreiden könnte – in der christlichen Auferstehungstheologie sind alle Sünden gleichwertig. Aus diesem Grund kann ich dir diese Frage, wahrscheinlich zu deiner Enttäuschung, nicht absolut beantworten, sondern nur aus meiner Sicht sprechen.
    Ich kann dir aber sagen, dass Jesus, wenn er heute auf die Welt gekommen wäre, sicherlich nicht dem Papst oder einer IDEA einen Besuch abstatten würde, sondern dass er die aufsuchen würde, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden: Sozial Schwache, Verbrecher, Mörder, Obdachlose, Prostituierte und auch Homosexuelle; zu der von der Mehrheit Abgeurteilten!
    Man sollte kritisieren dürfen, das urteilen steht aber nur Gott zu. Folglich kann es also nur richtig sein, einem Schwulen mit der selben Liebe zu begegnen, mit der man es bei den besten Freunden und der Familie tut.
    Vielleicht ist dir mit dieser Antwort geholfen.

    @Myrddin: Habe ich den Ball denn so hoch angespielt?
    Mit den Steuern von Christen werden ebenso Veranstaltungen unterstützt, die nichts mit der direkten Arbeit der Kirche zu tun haben. Was ist an der Sache also ungerecht?
    Ich jammere nicht rum, weil Christen ungerecht behandelt werden, sondern weil es falsch ist, jeden der zu seinem Glauben steht, auf einen Haufen mit irgendwelchen homophoben Sektenanhängern zu werfen.
    Sorry, aber die Ideologie der christlichen Kirchen, die du so radikal veruteilst, hat maßgeblich zur Entwicklung unseres heutigen gesellschaftlichen Systems beigetragen. Die Kirchen waren die ersten Institutionen die sich der Lösung der Sozialen Frage angenommen haben, der Kinderarbeit, der Armut und der sozialen Sicherheit.
    Aber das führt glaube ich etwas vom eigentlichen Thema weg.

  16. Hahahaha,

    „…zu der von der Mehrheit Abgeurteilten!“

    Wer ist denn bei uns diese Mehrheit wenn nicht bekennende Christen?

    Selten so gelacht. ymmd.

    „…ob ich jetzt einen Wehrlosen ausnehme und beleidige, meine Freunde hintergehe, einen Menschen töte, stehle, meine Müllbeutel in den Garten meines Nachbarn werfe,…“

    Das sind aber doch Dinge die ich aktiv beeinflussen und bestenfalls unterlassen kann, oder etwa nicht?

    „Die Kirchen waren die ersten Institutionen die sich der Lösung der Sozialen Frage angenommen haben, der Kinderarbeit, der Armut und der sozialen Sicherheit.“

    Hahaha, toller Witz.
    Wenn das der alte Fritz hört.
    Geh doch jemand anderen verarschen.

    Schönen Tach noch.

  17. Wer ist denn bei uns diese Mehrheit wenn nicht bekennende Christen?

    Nochmal: Nur, weil sich jemand als Christ bekennt, heisst das nicht automatisch, dass man die Mitmenschen verurteilen darf, sondern nur, dass man sein Leben als Christ gestaltet.
    Eben waren es noch die kleinen bösen evangelikalen Sekten, plötzlich sind es „bekennende Christen“?
    Schön, dass du dich darüber so amüsierst.

    Das sind aber doch Dinge die ich aktiv beeinflussen und bestenfalls unterlassen kann, oder etwa nicht?

    Natürlich kannst du das, aber wenn das jeder tun würde, dann bräuchten wir auf dieser Welt weder Polizei noch Militär.

    Wenn das der alte Fritz hört.

    Mhm, wenn das der alte Wilhelm Emmanuel hört …

    Wünsche ebensfalls noch einen schönen Abend.

  18. Da ich von dem riesigen Christen-Forum jesus.de ähnlich fasziniert bin, wie von christlicher Mission im Allgemeinen, konnte ich es nicht lassen in dem doch recht lang gewordenen Thread über das abgesagte Seminar zu lesen.

    Da plasmaoxyd der einzige Christ in dieser Runde zu sein scheint, dachte ich mir es wäre vielleicht nicht falsch, noch andere zu Wort kommen zu lassen. Ich dachte eigentlich ausgewogen käme gut, ein paar Radikalinskis und daneben die Gemäßigten. Jedoch fand ich bei meinem stichprobenartigen Stochern in den 217 Beiträgen außer von zwei (laut Profilseiten) Nicht-Christen keine nicht homophoben Beiträge.

    Das Startposting der jesus.de-Redaktion findet sich hier.

    Wie ist Eure Meinung zum Thema Umstrittenes Christival-Seminar abgesagt – ein richtiger Schritt? ?

    Froeschle66:

    Ein falscher Schritt!
    Die sogenannte „Homolobby“ gewinnt immer mehr Einfluss und die Christen ziehen sich zurück.

    Martinzwei:

    Einfach nur eine traurige Geschichte – Der Feind hat eine Schlacht gewonnen! Bin sehr enttäuscht von der Christivalleitung – schade.

    Maiddax:

    Nein.
    Es muss erlaubt sein, Probleme mit Homosexualität zu thematisieren.#
    Das hat mit Meinungsfreiheit zu tun, auch wenn Volker Beck dagegen mobil macht.
    Seit wann bestimmen die Grünen die Themen christlicher Festivals?

    Charly-I:

    Man muss wahrlich nicht Christ sein um zu wissen, dass Homosexualität alles andere als ein genetisch bedingte Spielart der Sexualität ist und teilweise durchaus therapiert werden kann.

    JW1:

    Die Seminarabsage ist ein ganz schlimmer Präzendenzfall für die Macht der Homosexuellenlobby, die mittlerweie selbst in evangelikalen Kreisen Wirkung zu zeigen scheint. Ich finde es völlig überflüssig, daß die Christivalveranstalter von Herrn Becks Äußerungen mehr als Notiz nehmen.

    Sonojessica:

    So gehen Hilfsangebote baden !

    Ist es denn nicht immer deutlicher zu sehen dass diese „Gleichstellungspraxis“ in sich nicht passt ?

    Warum ist ein Leidender weniger „gleich“ als ein Nichtleidender?

    Darf er gar nicht mehr wissen dass es Hilfen gibt?

    Hmm, dieses ganze Linken und Quoten wirkt entspannend. Ich könnte das noch Stunden weitermachen…
    Aber ich lass es.
    Dennoch der Thread ist sehr zu empfehlen, da aufschlussreich, ebenso wie ein Blick auf die Profilseiten dieser wahrlich gütigen Christenmenschen.

    -edit- Da jesus.de mit dem Verlinken etwas wirr ist, hier noch die Forenübersicht, damit man den Thread direkt anklicken kann: Umstrittenes Christival-Seminar abgesagt

  19. @ Lotta: Pöh, wie krass. Was soll man dazu noch sagen? Die jutsten Christenmenschen mal wieder …

  20. „Sorry, aber die Ideologie der christlichen Kirchen, die du so radikal veruteilst, hat maßgeblich zur Entwicklung unseres heutigen gesellschaftlichen Systems beigetragen.“

    Ähm, sorry auch von meiner Seite, aber DAS spricht jawohl eindeutig gegen die Kirche.

  21. Ähm, sorry auch von meiner Seite, aber DAS spricht jawohl eindeutig gegen die Kirche.

    Das ist Anssichtssache. Gehts dir hier denn so schlecht?
    Wenn man immer nur das Schlechte sieht, weil man nur das Schlechte sehen will, weil sonst die eigene Pauschalkritik nicht mehr greift, dann ist das verständlich. Wäre ich von der anderen Seite gekommen und hätte damit argumentiert, dass fast alle nicht-kirchlichen ideologischen Strömungen in Deutschland nur Schaden gebracht hätten, dann wäre auf einmal wieder alles prima. (Was ich aber nicht gemacht habe.)

    Wir haben wohl einfach zu verschiedene Grundansichten hinsichtlich der christlichen Kirchen, was jede weitere Diskussion sinnlos macht.

    Falls sich aber wirklich jemand damit befassen will, braucht er nur mal nach den Sozialenzykliken der katholischen Kirche zu googlen (zB rerum novarum).

  22. „Gehts dir hier denn so schlecht?“

    JA!
    Ich weiß, woanders geht es noch viel schlimmer zu etc. das ist aber für mich keinen Grund sich zu freuen. Dass es Menschen woanders NOCH SCHLECHTER geht, macht das Ganze eher noch tragischer.
    Ich sehe mit Sicherheit nicht nur das Schlechte. Ich merke nur täglich, dass ich in einer Gesellschaft lebe, die es mir verhindern möchte, dass ich meine Persönlichkeit frei entfalte und das aus äußerst zweifelhaften Gründen – und stimmt, darüber ist jede weitere Diskussion sinnlos, weil das keine Dinge sind, die einer Diskussion bedürfen, das ist nur verschwendete Zeit. Da helfen nur Taten und ich zumindest kann guten Gewissens sagen, dass ich mein bestes tue.

  23. Die Kirchen waren die ersten Institutionen die sich der Lösung der Sozialen Frage angenommen haben, der Kinderarbeit, der Armut und der sozialen Sicherheit.

    Ich dachte immer das wären eher – überwiegend nicht primär christliche – Arbeiterbewegungen, Genossenschaften oder die Fabrikeigentümer selbst gewesen :'(

    Also z.B. zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Chartisten oder Robert Owen in England bzw. in DE Krupp oder Zeiss(wenn auch erst ab 1890) oder in FR Saint-Simon und Fourier.

  24. Pingback: sapere aude » Blog Archive » Homosexualität verstehen - Chance zur Veränderung

  25. hallo,

    hab grad beim googeln eure seite gefunden. ich muss sagen ich finde es erstaunlich, wie sehr ihr euch über etwas aufregt, was doch gar nicht euer bier ist und zudem über das ihr euch nicht informiert habt.

    in dem seminar wäre es bestimmt nicht nach schema F gegangen: „du bist schwul“ – also ändere es, sondern eher: „du hast ein problem damit dass du schwul bist – dann bist du nicht alleine und hast eine chance da was zu ändern“. es ging dabei in keinem fall um eine verurteilung der betroffenen, sondern eher um eine aufklärung. ich kenne durchaus homosexuell orientierte die damit große probleme haben – ob christen oder nicht. und solchen leuten mut zu machen und neue wege aufzeigen halte ich für mehr als erlaubt. und zu guter letzt werden auch homosexuelle in evangelikalen kreisen gedultet und aufgenommen. denn auch die bibel stellt die homosexualität auf die selbe stufe wie die lüge oder den neid – wer kann sich da noch über den anderen stellen?

    dass die zielgruppe hauptsächlich minderjährige seien sollen, kann ich natürlich nicht wiederlegen, allerdings kenne ich mehr volljährige als minderjährige die an den kongress teilnehmen.

    un wenn jemand evangelikale kreise als sektiererisch hinstellt, sollte er sich mehr mit echten sekten beschäftigen um zu merken dass da noch welten dazwischen liegen – und außerdem müsste man dann die volkskirche in großen teilen als unglaubwürdig werten – es wird nicht das getan was geredet wird und anderstherum.

    ein christivalbesucher

  26. @ paddy:

    hab grad beim googeln eure seite gefunden.

    Meine Seite.

    ich finde es erstaunlich, wie sehr ihr euch über etwas aufregt, was doch gar nicht euer bier ist und zudem über das ihr euch nicht informiert habt.

    Was heißt hier nicht mein Bier. Ich bin eben nicht bereit, bestimmte Entwicklungen, namentlich die Restauration eines Wertesystems, dass relativ kohärent mit dem der USA in den 50er Jahren ist, gutzuheißen.

    in dem seminar wäre es bestimmt nicht nach schema F gegangen: “du bist schwul” – also ändere es, sondern eher: “du hast ein problem damit dass du schwul bist – dann bist du nicht alleine und hast eine chance da was zu ändern”. es ging dabei in keinem fall um eine verurteilung der betroffenen, sondern eher um eine aufklärung. ich kenne durchaus homosexuell orientierte die damit große probleme haben – ob christen oder nicht. und solchen leuten mut zu machen und neue wege aufzeigen halte ich für mehr als erlaubt. und zu guter letzt werden auch homosexuelle in evangelikalen kreisen gedultet und aufgenommen. denn auch die bibel stellt die homosexualität auf die selbe stufe wie die lüge oder den neid – wer kann sich da noch über den anderen stellen?

    Du begreifst es nicht, oder? Homosexualität ist keine Sünde, keine auszumerzende Schwäche, keine Krankheit. Kurzum: Homosexualität ist nicht anormal! Und bedarf dementsprechend auch keiner Therapierung bzw. irgendwelcher esoterischen „neuen Wege“. Die Maßnahmen, die ihr da so selbstlos anbietet reproduzieren Heteronormativität und verursachen langfristig Identitätsstörungen und Depressionen bei ihren Nutznießern. Das ist alles andere als liberal, da nützt auch dein vor selbstgerechter Pseudonächstenliebe triefender „Wir wollen doch nur helfen“-Beitrag nix.

    dass die zielgruppe hauptsächlich minderjährige seien sollen, kann ich natürlich nicht wiederlegen, allerdings kenne ich mehr volljährige als minderjährige die an den kongress teilnehmen.

    Na das ist ja wunderbar, das nur ein Teil der Besucher minderjährig ist.

    un wenn jemand evangelikale kreise als sektiererisch hinstellt, sollte er sich mehr mit echten sekten beschäftigen um zu merken dass da noch welten dazwischen liegen

    OMG, zu so einer schamlos vorgetragenen Vollhorstigkeit fehlen mir echt die Worte.

    Dass einer an Gott glaubt, okay. Ist zwar in meinen Augen dämlich, kann ich aber akzeptieren. Dass einer die Bibel aber wörtlich auslegt, sich entrückt lächelnd in Massenextase begibt und mit weithin bekannten Gehirnwäschetaktiken gefügig gemacht wird diesen Schwachsinn von einer Welt, die erst 6000 Jahre alt ist, von Satan, der uns den Sex vor der Ehe einflüstert und von der nahen Apokalypse an labile Menschen weiterzuverbreiten — dass kann ich nicht akzeptierten.

  27. in dem seminar wäre es bestimmt nicht nach schema F gegangen: “du bist schwul” – also ändere es, sondern eher: “du hast ein problem damit dass du schwul bist – dann bist du nicht alleine und hast eine chance da was zu ändern”. es ging dabei in keinem fall um eine verurteilung der betroffenen, sondern eher um eine aufklärung.

    Ihr braucht einem christlichen schwulen Jugendlichen gar nicht noch extra aufs Butterbrot zu schmieren, dass er sich gefälligst ändern soll, den Schuh zieht er sich, wenn er in eurer Umgebung sozialisiert wurde, leider meist selber an.
    Bei all deinem Rechtfertigungsblabla solltest du dir einfach klarmachen: Allein, dass ihr meint irgendeine Art der Aufklärung an Homosexuellen zu leisten wäre notwendig, ist die Verurteilung!

    Würde ich jetzt ein riesiges Festival veranstalten und darauf ein Seminar anbieten, in dem ich armen Christen, die endlich wegwollen von ihrer sie kirre machenden Religion, Chancen zur Veränderung bieten tät, ich bin mir sicher du würdest nicht mehr so haarfein zu differenzieren versuchen, ob es in dem Seminar heißen würde: „Du bist Christ – das ist schlecht, ändere das!“ oder „Du hast ein Problem damit, dass du Christ bist – dann bist du nicht alleine und hast eine Chance da was zu ändern”.

  28. Noch eine Sache @Lotta: Es gibt sogar ein ähnliches Seminar „Über den Umgang mit Zweifeln“, in dem es genau für solche Leute darum geht, die nicht recht glauben können, dass das alles wahr ist. Und auch nicht nach dem Motto „Seid so leise wie möglich“ – sondern „Redet darüber“. Und mir hat ein Pastor sogar einmal geraten: „Wenn du mit Gott und dem ganzen nichts anfangen kannst, dann kannst du gerne Zuhause bleiben – denn dich selber hier reinzwängen wäre Quatsch.“

  29. Ei Padddy, das ist ja süß, dass du ausgerechnet zu Ostern hier nochmal reinguckst.
    Und von deinem Pastor ist es natürlich wirklich nett, dass er dir anbietet dich auszuschließen, wenn du nicht christlich genug denkst – auf so viel Menschlichkeit muss man ja erstmal kommen.

    Zu dem Zweifel-Seminar, nun, das täte mich allerdings interessieren: Wie genau sieht das in der Praxis aus? Und: Sagen sich viele Besucher danach vom Glauben los?

  30. Word @ Lotta.

    @ Paddy: Meines Erachtens ist es auch in anderen sektenartigen Gemeinschaften so, dass man dem potentiellen Opfer zumindest anfangs immer den Anschein lässt, jederzeit aussteigen zu können. Ist ja auch ein nettes liberales Lippenbekenntnis, sowas. Vielleicht hattest Du da ja auch wirklich einen netten Pastor da, solche gibt’s ja auch (Kannte auch mal einen, der wurde aus seiner Gemeinde rausgeekelt). Aber selbst wenn, war das kein evangelikaler.

    Schade auch, dass Du nicht auf den Rest eingehst den wir oben schrieben.

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