Human Traffic

ist ein Film von 1999. Was er enthält: Eine Milieubeschreibung inklusive Sozialkritik minus Smug, Hedonismus ohne romantische Verklärung des Drogenkonsums. Eine Geschichte von jungen Menschen, die zwischen dem drögen Masochismus alltäglicher Jobroutine und wochenendlichem Selbstvergessen in den Technoclubs von Cardiff pendeln. Hassen und betäuben, vielleicht ein bißchen lieben und das für Leben halten. Streben nach Bedeutung, Kampf gegen die Komplexe. Dabei ist Human Traffic schnell erzählt und detailliert. Aber nicht so stark in einer objektiven, über allen stehenden Realität behaftet, dass das Changieren der Erzählperspektive nicht in einem lustvollen Spiel inszeniert werden könnte und die Selbstbilder einer ja nun mal leider komplett heterogenen Generation[1] nicht ein paar ordentliche Hiebe in jene Gegend abbekämen, bei der ein Faustknuff ein amtliches Maß an Seitenstechen verursachen würde. Und oh die Farben, die Musik, das Lachen… Ein Film mit Seele. Einer meiner, wenn nicht der absolute meiner Lieblingsfilme. Diese Auffassung teilen leider viele nicht, denen ich den Film in der Videothek andrehe. Aber ich liebe ihn und es ist schon sträflich, dass ich das Ding in anderthalb Jahren Bloggen bis jetzt nicht einmal erwähnt habe.

Human Traffic @ Wikipedia DE Wikipedia EN IMDB Amazon

  1. Nein! ich hab‘ das G-Wort gesagt!!!1 [zurück]

8 Kommentare

  1. Sieht nach nem Film aus, den man mal gesehen haben sollte. Ich nehme an, mit der romantischen Verklärung von Drogenkonsum meinst Du Trainspotting, aber das ist trotzdem mein Lieblingsfilm 🙂

  2. Naja, so ganz indifferent wird der Drogenkonsum in Trainspotting ja auch nicht verherrlicht. Ich meinte mit den romantischen Verklärungen eher solche pseudolustigen Kifferklamotten wie Half Baked und so. Sowas ist Human Traffic nicht. Der Film dämonisiert den Rausch aber auch nicht so wie "Kinder vom Bahnhof Zoo" oder meinetwegen "Requiem for a Dream" (die zweifelsohne auch ihre Qualitäten haben), er wird ganz einfach als Bestandteil des Alltags geschildert, mit all seinen Konsequenzen, trotz der lustigen Erzählweise aber aus unserer John Doe-Lebenswelt realistisch nachvollziehbar. Er hält sich in der Drogenfrage die Waage, ohne dass übrigens deren Konsum das einzige, zentrale  Thema des Films wären. Aber ja klar, wenn dir Trainspotting gefiel, wirst Du Human Traffic aller Wahrscheinlichkeit nach auch mögen. 😉

  3. Kifferkomödien mochte ich eh nie so recht. War halt ein bisschen blöd, weil der gesamte Freundeskreis das anders sah. Da kam man dann nicht drumherum. Aber ein paar lustige gab es ja.

    Wahrscheinlich ist Human Traffic Kids in lustig.

  4. Ich hab Ihn gesehen und muss sagen der ist echt nicht schlecht. Jede Menge schwarzer Humor.

  5. Zweifelsohne einer der besseren „Drogenfilme“. Leider wird er sich wohl von dem ein oder anderen den Vorwurf der Verherrlichung gefallen lassen müssen. Ich persönliche empfinde ihn jedoch als gelungenes Portrait nicht nur der Ecstasy-/Techno-Generation, sondern überhaupt der Jugend in unserer Gesellschaft. Andere geben es sich an Wochenenden mit Alkohol, die Protagonisten in diesem Film eben mit Ecstasy. Die Botschaft ist die gleiche: Man will einfach mal dem langweiligen Alltag entfliehen.
    Die deutsche Synchronisation ist allerdings eher bescheiden, um es gelinde zu formulieren.
    Die Rezension von Frank finde ich sehr gelungen. Eine Rezension zu „Requiem for a Dream“, der mein persönlicher Lieblingsfilm des Genres ist, würde mich auch freuen, einfach um diesen relativ unbekannten Film ein bisschen bekannter zu machen 😉
    MfG

  6. Hallo Sebastian, der Film ist nicht mehr bei Youtube available, daher aktualisiere doch mal bitte die VideoQuelle für die, die einen Teaser brauchen.
    Ich kenne das Movie, finde es auch gut gemacht aber wie schon El über mir sagt, sind solche Filme auch leider eine Verherrlichung des Drogenkonsums. Dabei kommt es nur darauf an, durch welche Brille man schaut. Zumal ich den Hype um den Konsum, das Rituelle nicht ganz nachvollziehen kann .. ich denke für die Wochenend Partygänger ist die Einnahme irgendwie „normal“.
    Ob es ein gesellschaftliches Abbild ist, vermag ich nicht zu sagen. Teile unserer Jugendkultur trifft es in jedem Fall.

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