Human Traffic

ist ein Film von 1999. Was er enthält: Eine Milieubeschreibung inklusive Sozialkritik minus Smug, Hedonismus ohne romantische Verklärung des Drogenkonsums. Eine Geschichte von jungen Menschen, die zwischen dem drögen Masochismus alltäglicher Jobroutine und wochenendlichem Selbstvergessen in den Technoclubs von Cardiff pendeln. Hassen und betäuben, vielleicht ein bißchen lieben und das für Leben halten. Streben nach Bedeutung, Kampf gegen die Komplexe. Dabei ist Human Traffic schnell erzählt und detailliert. Aber nicht so stark in einer objektiven, über allen stehenden Realität behaftet, dass das Changieren der Erzählperspektive nicht in einem lustvollen Spiel inszeniert werden könnte und die Selbstbilder einer ja nun mal leider komplett heterogenen Generation[1] nicht ein paar ordentliche Hiebe in jene Gegend abbekämen, bei der ein Faustknuff ein amtliches Maß an Seitenstechen verursachen würde. Und oh die Farben, die Musik, das Lachen… Ein Film mit Seele. Einer meiner, wenn nicht der absolute meiner Lieblingsfilme. Diese Auffassung teilen leider viele nicht, denen ich den Film in der Videothek andrehe. Aber ich liebe ihn und es ist schon sträflich, dass ich das Ding in anderthalb Jahren Bloggen bis jetzt nicht einmal erwähnt habe.

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  1. Nein! ich hab‘ das G-Wort gesagt!!!1 [zurück]