Ideas never realized (III): Unaufdringliche Rechtschreibkorrektur für Websites

Blumen & PflanzenRechtschreibfehler, fehlerhafte Zeichensetzung, Leerzeichen und Bindestriche an obskuren Stellen, Grammatik von Anno Dunnemal — Fehler fallen einem auf, wenn man viel liest. Ich persönlich verdiene mit einem Tippmalheur-sensiblen Auge sogar mein täglich Brot (Wobei ich bei eigenen Texten Fehler wesentlich öfter übersehe als bei denen von anderen, seufz). Durchaus blöd, ich habe da ein nervöses Reizschema: Ein Rechtschreibfehler in einem geschriebenen Text, in einem Buch gar, ist für mich wie ein Stachel im Fleisch der Lesbarkeit und schon mal ein kleines, aber unterbewusst wirksames Kriterium dafür, ob ich einen Text seriös/schön/gut finde oder nicht. In Blogs ist es im Prinzip einfacher, jemanden mit der Nase auf seine Nachlässigkeiten zu stoßen, dank des direkten Drahts zum Verfasser und weil das Bearbeiten eines Texts sehr einfach ist. Bloß hat das Monieren von Rechtschreibfehlern etwas Oberlehrerhaftes und ist hinter vorgehaltener Hand als Querulantentum verschrien. Und womit? Mit Recht! Da gibts kein Vertun, kaum etwas ist spießiger als bei anderen Leuten das Einhalten des Duden anzumahnen. Bloß ist der Fehler trotzdem da und brennt sich keck in des Lesers Netzhaut.

Wie kommt man raus aus dem Dilemma? Schon seit längerer Zeit trage ich mich mit der Idee herum, dass man für Korrekturvorschläge eine technisch saubere und von den Kommentarbereichen getrennte Lösung entwickeln könnte. „Man“ heißt hier: Ich nicht, denn so etwas kann ich leider nicht programmieren. En Detail stelle ich mir das so vor: Der Blogbetreiber hat ein speziell für diesen Zweck entwickeltes WordPress-Plugin auf seinem Blog installiert. Den „Meckern!“-Knopf (kann auch „Korrigieren“ o.ä.) hat er sich als Widget in die Sidebar gezogen. Der Leser eines Textes stößt nun auf einen Rechtschreibfehler. Er markiert den fehlerhaften Text und klickt auf den „Meckern!“-Knopf. Nun öffnet sich ein schniekes kleines Ajax-Fenster, das den markierten und den umgebenden Text in einem Eingabefenster zum Bearbeiten darstellt. Dort kann der Leser mit Korrekturambitionen den Text um Fehler bereinigen, wonach er den dicken, roten Button „Einreichen“ anklickt.

Der Verfasser des Texts bekommt nun den Korrekturvorschlag per E-Mail (oder wahlweise im Admin-Bereich von WordPress) präsentiert, wobei ursprüngliche Version und korrigierte Version angezeigt werden, die Änderungen fett gedruckt. Hier hat der Autor mehrere Optionen: Entweder kann er die Änderungen übernehmen, sie verwerfen oder den Abschnitt bzw den Text komplett zum eigenen Bearbeiten aufrufen. Zack, mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Leserbindung wächst, die Texte sind fehlerfrei(er), somit professioneller und im Kommentarbereich erspart man sich die Kommentare wie „es heist DAS blog du hirni!!!“.

Bitte sehr, die Idee gehört Dir.

In der Rubrik “Ideas never realized” veröffentliche ich hin und wieder Ideen aus verschiedensten Bereichen die ich mal hatte, zu deren Realisierung mir aber leider die Ressourcen, die Lust und/oder das benötigte Fachwissen fehlen. Einfach, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind im Sinne der auf dieser Seite verwendeten Creative Commons-Lizenz frei. Soll heißen: Wenn du diese Idee aufgreifen möchtes, tu dir keinen Zwang an. Wenn Du sie jedoch kommerziell nutzen willst, damit also Knete machst oder machen willst, bitte ich um Kontaktaufnahme zum Zweck einer Absprache zur Gewinnbeteiligung *lechz*.

3 Kommentare

  1. Ola!

    Ich fühle mich nicht unangenehm berührt, wenn mich jemand auf Rechtschreibfehler aufmerksam macht. Gerade weil man als Autor für die eigenen Lieblingsfehler schnell betriebsblind wird.
    Ich verwechsel z.B. „heute“ und „Heute“ und werd das auch „Morgen“ noch falsch machen 🙂

    Word und Co. helfen leider nur begrenzt, weil sie fehlende Worte nicht erkennen und selbst bei so einfachen Fehlern, wie einem fehlenden „d“ in „wird“, an ihre Grenzen stoßen.

    Böse Zungen behaupten übrigens, manch Blogger baue bewusst den einen oder anderen Schnitzer ein, um Feedback zu motivieren.

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

  2. Steffen

    Böse Zungen behaupten übrigens, manch Blogger baue bewusst den einen oder anderen Schnitzer ein, um Feedback zu motivieren.

    Wenn das einer macht, dann der Schwenzel.

  3. aaah! da kaufen also die ganzen kneipeninder ihre „wolle rose kaufen?“-munition! 😉 ich persönlich finde rechtschreibfehler und ihre schwestern herrlich erfrischend und wünsche mir nicht ihre verdrängung aus dem öffentlichen raum.

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