Irak

Bin mal gespannt, wie’s im Irak weitergeht. Selbst, wenn die Exekution Saddams keine weitere Destabilisierung hervorruft (falls die überhaupt möglich ist), ist das „schnelle Handeln“ in der Sache ein Spiel mit dem Feuer gewesen. Die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Urteils werden dadurch ja tendenziell verstärkt. Und was wenn Saddam jetzt tatsächlich den Status eines Märtyrers erhält?

Die Todesstrafe gehört geächtet, weltweit und ohne Ausnahme. Sie ist ein widerwärtiger Anachronismus und kann mit einem aufgeklärten und humanistischen Weltbild nicht in Einklang gebracht werden.

2 Kommentare

  1. Die Hinrichtung eines Menschen als Inszenierung, zum perfekten Terroristenvideo fehlten nur die Fahnen im Hintergund.

    Tyrannenmord auf YouTube.

    Widerwärtiger Anachronismus, ja, aber wir sprechen hier von einem Diktatoren, der Teile seines Volkes mit Giftgas tötete. Ein aufgeklärter Mensch eigentlich, er bedient(e) sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen. Sapere aude?

  2. Der Kasus Knaxus liegt darin, dass Verstand nicht gleich Vernunft ist. Lösgelöst von diesem Fall: In verschiedenen Kulturen gibt es verschiedene Wertvorstellungen. Was ist gut, was ist böse? Sowas kann sich auch in ein und derselben Region ändern, es sind schon einige Diktatoren demokratisch an die Macht gekommen.

    Umso wichtiger ist ein weltweiter ideeller Überbau, nämlich die universalen Menschenrechte, die in jedem Fall die Grenze der Methoden markieren. Da muss man gar nicht mal Kant oder die ollen Griechen bemühen, um zu fordern, dass lebenslange Haft die Höchststrafe für eine Tat sein sollte und kann, dass Folter kein Mittel zur Sammlung von Erkenntnissen und Geständnissen ist, und so weiter. Wer sich hingegen dieser Mittel bedient, egal ob regelmäßig oder im Ausnahmefall, macht sich mit den Methoden des Bestraften mindestens gemein, verspielt damit seine moralische Glaubwürdigkeit und in meinen Augen auch die Legitimität seines Urteils.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.