Irgentwie komishce DVD-Cover

Manchmal ist einem einfach langweilig. Zum Beispiel früher im Schulunterricht, da hat man dann die Tische bemalt. Es gibt auch Bundestagssitzungen, die so öde Dinge wie Optimierungen der Hartz IV-Gesetzgebungen besprechen. Nur zu verständlich, dass man da lieber Panini-Bilder tauscht.

Wenn man in einer Videothek arbeitet, die recht klein ist, hat man auch manchmal Langeweile – gerade im Sommer. Kaum ein Kunde wagt sich – weiß wer warum – bei brütender Bräsigkeit in die heiligen Hallen des visuellen Wohlfühlens. Irgendwann kommt der Moment, da jede Tageszeitung gelesen und jede mitgebrachte Speise verschlungen ist. Dann beginnt man, die Ware genauer zu betrachten, die man da Tag für Tag an den Mann bringt…

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Freitag der 13. - Teil VIII - Todesfalle ManhattanDiese DVD-Hülle hier zum Beispiel. Die wohl bekannteste Horrorfilmreihe aller Zeiten trägt im Titel den Namen des bekanntesten Stadtteils der bekanntesten Stadt der Welt. Und schreibt ihn falsch. „Manhatten“ bitte hinten mit „a“. Vielleicht war der Layouter ja gerade in Gedanken?

„… Ich könnte jetzt an der Costa Brava Würstchen grillen und müsste nicht das Coverbildchen für den Relaunch des dämlichen achten Sequels einer mit den Jahren qualitativ immer mieser gewordenen B-Horror-Reihe zusammenschludern. Ich bin so ausgebrannt. Fühle mich, als ob ich in die Arme Gevatter Todes falle. Mann – hätten die mir doch bloß diese Woche frei gegeben!“

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Frankenfish DVD-Cover

„Frankenfish“ habe ich tatsächlich mal gesehen. Naja, zumindest zur Hälfte. Der Name und die Covergestaltung sagen an sich schon genug über den Film aus. Und man wird nicht enttäuscht: Hölzerne Darsteller, missratene Dialoge, die Handlung ein müder Weißer Hai-Abklatsch und Spezialeffekte auf dem Niveau von „Mann fällt ins Wasser“ -> „Wasser färbt sich rot“. Eine super Komödie also.

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Reine Chefsache DVD-Cover

„Reine Chefsache“ ist einer dieser Filme, die man unbedingt mal sehen möchte – gesetzt, der hypothetische Fall träte ein, man würde vor die Wahl zwischen einer Beinamputation und dem Schauen dieses Films gestellt. Das Cover ist ein unmissverständlicher Beweis dafür, was mit Photoshop heutzutage alles möglich ist. Zum Beispiel Menschen so natürlich aussehen zu lassen, als seien sie gerade aus Lehm geformt worden. Lediglich am Pantene-Pro-V gestählten Haar der Dame links ist erkennbar, dass in dieser Bildmontage irgendwas mit den Lichtquellen nicht stimmen kann.

Wenn die Künstlichkeit des Bildes wenigstens konsequent durchgehalten worden wäre! Dann wäre vielleicht eine Bewertung als Kunst im Sinne von „Kunst“, nicht von „künstlich“ drin gewesen. Leider aber ist Dennis Quaids Gesicht rechts wie gehabt so zerfurcht wie eine dieser, stets seltsam deplatziert wirkenden, urbanen Kunstskipisten. Apropos deplatziert: Der Praktikant in der Mediendesignschmiede möge sich doch zumindest mal vom Azubi erklären lassen, wer von den dreien Scarlett, wer Dennis und wer Topher ist. Die Anordnung der Namen, die über den Köpfen stehen, verwirrt vermutlich nämlich nicht nur mich.

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DVD-Cover: Friday Night Lights

Ich weiß, da recycle ich hemmungslos. Aber der Spruch rechts oben ist einfach zu toll.
Ghettoromantik plus Leistungsromantik plus Hollywood-Pathos gleich logischer Unsinn.

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house-of-dead

Mein heimlicher Favorit allerdings ist der brandneue Gruselschocker „HoD“. Nicht nur, dass die unter Beibehaltung grammatikalischer und orthographischer Fehler korrekt übersetzte Aufschrift „Haus von Toten – Sie Kämpfen für Leben“ lautet. Nein, es ist auch das Design mit dem verloren geglaubten dritten Wildecker Herzbuben im Vordergrund, der das Messer ableckt, mit dem er kurz zuvor noch Blutwurst in Scheiben geschnitten hat, welches das Herz des Videothekars vor Freude hüpfen lässt. Auch der im Hintergrund geschickt platzierte Totenkopf im Pagodengebäude zeugt davon, wie sinnvoll Multimedia-Umschulungen als ABM für ehemalige Bergarbeiter sind: Kaum.

5 Kommentare

  1. TITLE: Nur
    Ed Wood (Johnny Depp).

    Ich wollte ihn mir aber immer schon mal ankieken. Das Teil ist ja Public Domain, weswegen ich hier auch ungestraft den Link zum Download bei Google Video setzen darf. KLICK

  2. Pingback: Essen aus Plastik, Frauen aus Lehm - Citronengras

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