meist manchmal, selten oft

Im Zuge des merkwürdigen und selbst meinem Geschmacksempfinden etwas zu verquasten Grußworts Christian Klars an die Rosa Luxemburg-Konferenz kam es neben den üblichen Söderismen (also Stammtischbla) zu sehr vielen schlechten Wortspielen in den Medien: Klartext, Ja nee is’ Klar, Alles klar, Herr Klar? und sogar Klar kommt der Klar klar. Als ob Journalisten und Blogger sich geradezu überbieten wollten, einen Nachweis für die eigene Witzischkeit zu erbringen. Da finde ich die Genitivkanonaden des inhaftierten Mörders glatt gehaltvoller.

Das einzig hübsche Bonmot in der jüngeren Diskussion stammt ausgerechnet von Petra Pau:

“Christian Klar sollte die Möglichkeit bekommen, sich seine Weltanschauung wieder durch Anschauung der Welt zu bilden.”

[via]

//edit: Warum ich oben “ausgerechnet” schrieb weiß ich bei genauerem Nachdenken auch nicht mehr. Ich weiß eigentlich gar nichts über Frau Pau und habe dementsprechend auch keine Basis für ein Urteil über sie. Entschuldigung.



3 Kommentare
28. Februar 2007
ad

Ich habe mich auch mit solcher Witzischkeit versucht. Siehe:

blogsgesang.de/...hafft-klarheit/

Ansonsten ist aber zu Petra Pau zu sagen, dass die Anschauung unserer konkreten Welt bei Klar (wie anderen) kaum eine andere Weltaschuauung schaffen dürfte als jene, die früher auch die PDS einmal hatte.



28. Februar 2007
ad

@ blogsgesang: Für den letzten Satz brauchte ich eine halbe Minute, um ihn zu verstehen. Auch den verlinkten Artikel finde ich merkwürdig. Mal abgesehen von der Lesbarkeit (bitte nimm den Fettdruck raus) stolpert mein, freilich geschultes, Auge durchaus über Aussagen wie

Dennoch: Hat er nicht 24 Jahre in der sicheren Obhut des Staates verbracht, bei freier Kost und Logis und sogar der Möglichkeit, hin und wieder Besuch zu empfangen? Und das nun als Dank?

Ich frage mich ja immer, was die Leute von dem Kerl erwarten. Wer so lange in Haft sitzt und dazu noch ideologisch vorbelastet ist, kommt nunmal nicht so aus dem Knast wie wir uns das wünschen: Eloquent, fit für die Leistungsgesellschaft und dankbar für zweieinhalb Jahrzehnte Sonderbehandlung.

Vielleicht solltest Du auch zu Rosa Luxemburg und der gleichnamigen Konferenz noch etwas recherchieren, bevor Du das Urteil “unverbesserlich” zur Anwendung kommen lässt. Ich weiß, das ist die übliche SPIEGEL-Polemik, die da widerhallt. Die kann man aber aus meiner Sicht genauso gut unverbesserlich nennen.

Aber Du scheinst Dich ja von meiner Kritik angesprochen zu fühlen; von daher – okay.



1. März 2007
ad

Was den Fettdruck betrifft, vielen Dank! Man sollte wirklich nicht so dick auftragen. Aber ich werde schon wieder ironisch, wie auch in meinem Artikel. Vielleicht war da ein Widerhall zu hören, doch das ist schließlich etwas, das abprallt. Zuerst von mir. und dann vielleicht auch vom Leser.



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