Kunst 2.0

Ehrlich gesagt hab ich ja genug davon. Alles ist heute „2.0“ (zweipunktnull? tupointzero? tu dot oh?). Vor etwa sieben Jahren war alles „2K“ (tu käi). Erinnert sich da noch jemand dran? Na egal.

Auf folgenden Seiten erscheint mir dieses alberne Suffix mal adäquat. Es geht darum, mit einfachen Mitteln (Webbrowser, Maus) etwas feines online zu kreieren. Wie’s halt mit Papier und Stift (wahlweise: Wasserfarbe, Plaka oder Edding) nicht geht. Und auch mit dem Internet Explorer 3.0 nicht.

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Auf jacksonpollock.org lassen sich mit ein paar Mausbewegungen und einigen Linksklicks (Farbänderung) ziemlich schräge Bilder mit reichlich Farbspritzern kreieren. Das ist zwar etwas sinnfrei, kann einen aber schon mal für fünf Minuten beschäftigen.

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Mittelfristig unterhaltsamer ist da schon das ScratchPad – eine Flash-Anwendung, mit der man mit vielen anderen Menschen auf der Welt gleichzeitig rumkritzeln kann. Wenn man dabei Glück hat, kann man nicht nur Schmierfinken beim Kritzeln von stilisierten Geschlechtsorganen und Hakenkreuzen beobachten, sondern richtige Kunstwerke im Manga-Stil erblicken. Doof, aber auch gut: Hier malt man unter Zeitdruck, nach einer Zeitspanne von 90 Sekunden werden die Werke gelöscht.

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Someone keeps stealing my letters!

Aus der gleichen Schmiede kommen die wandernden Kühlschrankmagnete. Wandernd deswegen, weil man sie nicht nur selber verschiebt, sondern das auch viele andere Leute tun. Etwas beängstigend, wieviel Faszination von so einem Quatsch ausgehen kann. Meine GKVLZ*: 5 Stunden. Es gehen auch schon mal Gespräche von dem Ding aus. Sowas wie „HI“ – „SEX“ z.B. Andere hingegen scheinen das entspannende Moment darin zusehen, die Buchstaben nach Farben zu ordnen oder in die Ecken zu verschieben.
Eingentlich heisst die Seite „Just letters“. Mir fällt aber ein wirklich schöner Web 2.0-Alternativterminus dafür ein: Virtual Social Refridgerator Magnet Management. Vielleicht reicht aber auch Boredom 2.0.

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Äh ja – ich will keine Werbung machen. Aber es hat schon was, seine eigene Fresse auf Panini-Bildern zu sehen. Das könnte dann z.B. so aussehen (Symbolfoto, das bin nicht ich!):
David Hasselhoff für Deutschland

All diesen Angeboten ist gemein, dass man die kreierten Werke nicht speichern kann. Macht aber nichts. Ein rechtzeitiger Druck auf die [DRUCK]-Taste (rechts neben F12) speichert einen Screenshot in der Zwischenablage, der in eine beliebige Bildbearbeitung eingefügt [STRG + V] werden kann – egal ob’s Paint oder Photoshop ist.


* Geschätzte kummulierte verschwendete Lebenszeit
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