20 Kommentare

  1. Aber ganz ehrlich, ich habe aufgehört, da noch irgendwie durchblicken zu wollen. Früher war wirklich das höchste der Gefühle diese besoffenen Partydiskussionen, dass Skins nicht zwingend rechts sind, da war noch alles in Ordnung. Aber inzwischen meint jeder, eine eigene Subkultur aufmachen zu müssen, und jede zweite ist irgendwas mit libertär.

    Vielleicht sollten einfach mal alle ein paar Stöcke aus ihren Ärschen ziehen.

  2. Die Antideutschen sind mir viel zu militaristisch, eindimensional und Hass zerfressen.
    Aber viele Linke sind mir auch zu dogmatisch. Und wenn ich mir da so manche Diskussion angucke, drängt sich mir doch oft der Eindruck auf, dass einige Linke sich wirklich gerne einfach nur im Kreis drehen.
    Erhellend und amüsant fand ich da die Diskussion, die sich ebenfalls drüben bei Lysis zwischen Che und Hartmut entsponn.

  3. Ach ja, die Änneidschörmänns. Merkwürdiges Pack, die autonome Jugendorganisation der CDU sozusagen.

  4. Ich dachte, das wäre eine Art Gag?!
    Bitte klärt mich auf. Ich wusste nicht, dass es Leute gibt, die sich die „Antideutschen“ nennen und nicht mit den Linken verwechselt werden wollen. Es wird immer schräger hierzulande, ich glaube, uns geht’s zu gut. Anderswo stirbt man noch für schlichte (außerparlamentarische) Oppositionsbewegungen, hier scheint man besessen davon, nach unentdeckten subkulturellen Facetten zu jagen. Ich weiß net, wie ich das finden soll. Schräg halt.
    🙂

  5. @ Sebastian und Julez:
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0822/blickpunkt/0003/index.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Antideutsche

    Das sind schon sehr schräge Genossen, die Antideutschen. Nur halb im Spaß fordern die schon mal neue Bomben auf Dresden. Die geilen westlichen Werte sind kurz davor, von der islamofaschistoiden Weltverschvörung zerschmettert zu werden, Menschenrechtsverletzungen sind absolut legitim und immer Selbstverteidigung, wenn sie von Israel begangen werden und überhaupt sind wir Deutschen alle strukturell so antiamerikanisch und damit antisemitisch, dass wir schon auf halbem Weg ins vierte Reich sind. Sowas denken die.

    Ach ja, selber erzählen die von sich, sie seien links. Das ist natürlich ’ne Definitionsfrage.

  6. Pingback: Grottenolm-Newsletter « buntnessel

  7. Was mir bis heute Fassungslosigkeit ins Gesicht treibt ist das folgende Bahamas-Zitat zum Irak-Krieg seinerzeit:
    Bush – the Man of Peace!
    Die Redaktion BAHAMAS beglückwünscht die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritanniens und ihre Verbündeten, besonders die Regierungen von Spanien, Portugal, Italien, Dänemark, Tschechien, Polen und Ungarn, die sich den erpresserischen Zumutungen Deutschlands und Frankreichs nicht gefügt haben, zu ihrem schnellen Sieg über das irakische Baath-Regime. Mit Erleichterung nimmt die Redaktion zur Kenntnis, daß dieser erste antifaschistische Waffengang im neuen Jahrhundert, auf Seiten der Alliierten und auch unter der irakischen Zivilbevölkerung weit weniger Opfer kostet, als angesichts der äußersten Bösartigkeit und Unmenschlichkeit des Saddam-Regimes zu befürchten war. (…)
    Mit größter Genugtuung nimmt die Redaktion zur Kenntnis, daß der Sieg der antifaschistischen Koalition eine schwere Niederlage Deutschlands bedeutet, nicht nur seiner Regierung, sondern auch jener 90 % der Landsleute, die sich dem unmenschlichen Machtkalkül ihrer Oberen vorbehaltlos angeschlossen haben. Möge die Erstürmung und Plünderung der deutschen Botschaft in Bagdad ihnen eine Warnung sein, daß die Welt, dem schmutzigen Bündnis Deutschlands mit allen Mächten der Unterdrückung nicht weiter tatenlos zusehen wird.

    Die meinen das wirklich ernst.

  8. Oh, Mann! (Danke, M.)
    Ich hatte selten so ein intensives Bedürfnis nach einem Smilie. Einem von denen, denen vor Verblüffung Augen und Mund offen stehen.
    Das ist so… so haarsträubend!
    Sie haben gegen den iranischen Präsidenten nur um Isreales Willen demonstriert?!?! Das System im Iran ist eine bestialische DIKTATUR, die Mehrheit der Zivilbevölkerung leidet seit Jahrzehnten mehr, als Israel derzeit oder jemals unter dem Iran gelitten hat; die hätten auch ’ne Demo verdient. (So wie: „Nieder mit Stalin, denn er hat Tschetschenien angegriffen!“ Absurd.) Schön fand ich auch die Passage über die Weltretter USA, die endlich, endlich genau die „rückständigen Regime“ angriffen, deren Rückständigkeit UND Diktatoren sie erst geschaffen / ermöglicht haben (für eine bessere Welt, natürlich!); und wie kann man in einer Konsumkritik einen „strukturellen Antisemitismus“ erkennen, das auch noch mit Wörtern wie dem Nazi-„Geldjuden“-Mythos belegen und sich als Anti-Antisemitisch dabei fühlen? Ist das so gemeint: „Da die meisten von den anti-imperialistischen Linken kritisierten amerikanschen Konzerne auf einer jüdischen Geschäftskultur beruhen (!!!), kommt eine Kritik der ersteren nazistischen Vorurteilen gleich“??
    (Hey, der Glaube an marxistische Ideologien ist ein struktureller Anti-Judaismus, weil erstere bekanntlich alle Religionen als „Opium fürs Volk“ ablehnen…) Abgesehen davon, dass mir eine „bedingungslose Solidarität“ mit was auch immer grundsätzlich sauer aufstößt – wie kann man ernstlich die Auflösung eines ganzen Staates fordern? Und warum dann nur des einen, wenn doch die gesamte EU die Buhmänner sind? Die Geschichte wird man so oder so nicht auflösen können, egal, wie wir die Grenzen verschieben.
    Und zum Migrationsabatz: Wenn man die Rechte einer Minderheit beschneidet, um die einer anderen Minderheit zu schützen, hat man doch quasi nur die Rollen vertauscht, also den Konflikt auf die andere Seite verlagert und nichts zur Lösung beigetragen, oder sehe ich das falsch?!
    Vielleicht ist es gar nicht der Anti-Semitismus, sondern überhaupt jeglicher -ISMUS, der den Frieden auf dieser Welt unmöglich macht und daher ausgerottet gehört, nur leider müsste man dazu die gesamte Menschheit mit ausrotten, so sehe ich das jedenfalls.
    Selbst die israelische Intelligenz spaltet sich in Regierungs-Kritische und -Befürwortende, ich glaube, keiner dort hat die moralische Absolution, das Privileg des Immer-Recht-Habens von uns Deutschen nötig.
    Und – natürlich, die Juden sind ein gegeißeltes Volk, aber schließlich nicht das einzige, das massakriert, vertrieben, gejagt und gehasst wurde und in seiner „völkischen Identität“ eingeschränkt wurde und wird; wer solidarisiert sich denn hierzulande bitte so mit den Kurden, den Tschetschenen, den Georgiern, den Basken? Was denn, nur weil die nicht das Privileg hatten, von einem Diktator von Weltruf gehasst worden zu sein?
    Ich weiß es!! Ich gründe eine eigene subkulturele politische Splitterbewegung! Ich solidarisiere mich bedingungslos mit allen Sinti und Roma und allen Homosexuellen, weil ihre kulturelle Identität extrem bedroht ist und sie in anderen Ländern, aber auch hier mit Verfolgung, Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen haben; weil alle Homosexuellen auf grelle Farben abfahren und Oscar Wilde lesen, ist es unterschwellig homophob, KEINE grellen Farben zu tragen und NICHT Oscar Wilde zu lesen; meine Organisation geht also stets in leicht ausgeflippter Regenbogenmode, zitiert Wilde und Genet und kämpft für die Freisprechung von verurteilten homosexuellen Kinderschändern, für die Teilung der BRD in zwei jeweils gleichgeschlechtliche Staaten und demonstriert gegen die westlich dominante Kultur der Sesshaftigkeit; außerdem solidarisiere ich mich bedingungslos mit allen Britney-Spears-Fans, aus Mitleid, weil ihre Gemeinde so derbe Rückschläge hinnehmen musste, denn niemand traut sich heute noch, sich öffentlich zu seinem Idol zu bekennen.
    Ich nenne meine revolutionäre Splittergruppe HOROB oder A-HoRoSiBi. Oder, Stilvoller, die Antiphoben. Wer macht mit?!?
    (Sorry. Musste mich grad auskotzen.)

  9. P.S.: Mein Kommentar hat sich mit Lottas überkreuzt und bezieht sich auf die Links.

  10. „Vielleicht ist es gar nicht der Anti-Semitismus, sondern überhaupt jeglicher -ISMUS, der den Frieden auf dieser Welt unmöglich macht und daher ausgerottet gehört, nur leider müsste man dazu die gesamte Menschheit mit ausrotten, so sehe ich das jedenfalls.“
    Dazu gibt es eine schöne South Park-Folge, wo Cartman durch die Zeit in die Zukunft reist und dafür sorgt, dass alle -ismen abgeschafft werden. Endresultat ist, dass es Krieg gibt, weil die Franko-Chinesen irgendeinen Fleck Erde für sich beanspruchen.

  11. @ Myrddin: Das sind wirklich zwei tolle Folgen, 10×12 und 10×13 um genau zu sein. Das Geniale daran ist, dass Cartman in eine Zukunft reist, in der Richard Dawkins mit seiner fundamentalistisch-atheistischen Lehre zwar „gewonnen“ hat, die Leute (+ Otter) aber an verschiedene Auslegungen des Atheismus statt an Religionen glauben und somit neuerlich einen Grund für’n erbitterten Kulturkampf haben. Wirklich sehr, sehr großartige Überspitzung der ideologischen Matrix unserer Zeit. Wie überhaupt South Park, das im Gegensatz zu Simpsons und ähnlichen Serien mit jeder Staffel besser wird. Man muss vom hinterköpfigen Klamauk-Image befreit schauen, dann eröffnet sich da einiges.

  12. @ Jules: Hör dir mal das Interview mit Justus „Wertmullah“ Wertmüller drüben bei Lysis an. Ja, sind sch sehr schräg, sehr unreflektiert und sehr dogmatisch, die Typen, durchaus. Allerdings kann man sie auch nicht ignorieren. Hier in Berlin sind die wohl recht dominant in autonomen / links-„extremen“ Kreisen, auch in der Blogosphäre trifft man häufiger auf sie. Ich tippe mal, dass die ADs und der schwarze Block eine nicht ungeringe Schnittmenge aufweisen. Aber so genau kenne ich mich nun auch wieder nicht aus.

  13. @ Lotta: Danke nochmal für’s Zitat. Ja, das ist wirklich krass. Wahrscheinlich glauben uns unsere Kindeskinder das später gar nicht, dass so ein Schrott einst publiziert ward. Das grenzt schon an Geisteskrankheit.

  14. Ich finde Richard Dawkins eigentlich gar nicht so verkehrt, aber zu verweichlicht, wenn man es mit Nietzsche vergleicht. Deswegen frage ich mich ein wenig, was das soll, was er macht. Wobei ich mehr als ein Interview und ein Buchreview von Dawkins auch nicht kenne und deswegen mir kein wirkliches Urteil bilden kann. Vielleicht erzählt er auch Mist. Aber unterm Strich muss ich sagen, dass ich es gut finde, wenn Atheisten auch mal zu Wort kommen. Bei jeglichen ethischen Fragen gibt es bisher kaum Mitspracherecht für Atheisten. Bei meiner Glaubenskritk geht es mir aber mehr um meine persönliche Freiheit, als dass ich meinen würde, dass die Abschaffung der Religion alle Probleme lösen würde, das ist wohl der Unterschied zu der Absicht, die in der South Park-Doppelfolge verfolgt wurde.

  15. Also seit ich mich hier umtreibe, finde ich es zusehends schlimmer, keinen Internetanschluss zu haben. Jetzt nimmt auch noch die Gewissheit stetig zu, dass 85 Prozent des metaphysischen Lebens an einem vorbeigehen, wenn man zufällig NICHT in der Hauptstadt wohnt. Bin aber noch nicht sicher, ob ich mich darüber freuen oder euch beneiden soll.

  16. Ein Freund von mir hat mal eine schöne Episode erzählt, die er in den USA auf einer Konferenz zum Thema Rechtsextremismus erlebt hat. Dort hatten sie nie von Antideutschen gehört. Die Reaktion der Amerikaner, als er jene charakterisierte – sich als links begreifend, aber nibelungentreu zu USA und Israel, in (fast?) jeder Kapitalismuskritik Antisemitismus witternd, im Islam den neuen Faschismus sehend und daher alles Antiislamische als antifaschistisch abfeiernd usw:

    „Das ist deutsch.“

  17. Die „Antideutschen“ zu kritisieren ist ein ehrenvolles Geschäft, mir ist das meistens zu mühsam mich endlos an diesem zutiefst deutschen Phänomen abzuarbeiten.
    Allerdings will mir nicht in den Kopf weswegen es sinnvoll sein sollte „Die Linke“ gegen die Antideutschen zu verteidigen.
    Ich meine was ist „die Linke“? Historisch reicht das von Machno bis Polpot, von Rosa Luxemburg bis Stalin. Alleine in meiner Karriere als Linker gibt es so Dinge wie die furchtbare PC-Amnesie der 90er-Jahre, die Teilnahme an Solidemos für die PKK (völlig beknackte Nationalisten, aber egal – waren ja links).
    Das ist mir auch als Beobachter der Heiligendamm-Mobilisierung sauer aufgestoßen. Wurschd welcher Käse da verzapft wird, Hauptsache links.
    Auf der Strecke bleibt die Frage nach einer brauchbaren Kritik der herrschenden Zustände. Lieber reihen wir uns alle hinter einem Traspi ein mit der dümmlichen Parole „Smash Capitalism“ weil wir sind ja alle so links und radikal.
    Also ich würde vorschlagen das die Antideutschen ruhig zu „der Linken“ gehören dürfen, sie befinden sich dort in bester Gesellschaft.

  18. Danke für das Lob, Lotta – ich nehms mal als Lob. Entscheidend ist doch immer jener Fehler, politische Entscheidungen unzulässig mit der Person zu verknüpfen. Es gibt keine „politische Identität“, und das ist auch gut so. Diese zT übergriffigen, zT absurden Gruppenrituale haben mir die Linke verleidet, auch, wenn ich ihren Inhalten weithin einiges abgewinnen kann. ich habe da schon den Eindruck, einigen Linken gehe es nicht um Veränderung, sondern, im rahmen einer säkularen religion, nur um ihr Seelenheil.

    Das betrifft insbesondere die Antideutschen. Die Antideutschen sind in meinen Augen übrigens die Inquisition von heute. Nur nimmt sie, zum Glück, eigentlich keiner mehr Ernst. So dumm kann doch keiner sein, nicht zu sehen, dass sie anderen jene Neurosen vorwerfen, an denen tatsächlich sie selber leiden. Besonders unerquicklich sind jene antideutschen Grouppies, die für sich selber eine „jüdische“ Identität erfaken. gerade die labeln nach meinen Erfahrungen gerne andere als „Antisemiten“. Dass dies der Auseinandersetzung mit wirklichem Antisemitismus nicht dient, dürfte klar sein.

    wer jenseits von blogs diskutieren will (ab und an noch Performance-Probleme):

    http://www.politikforen.kilu.de (anonymer account oder schreiben als Gast möglich), wenn ich hier mal für dieses kleine, feine, linke Forum werben darf.

    lg

  19. War natürlich als Lob gemeint, Hartmut. Habe mich leicht kringelig gelacht als ich Ches und deine Erfahrungsberichte gelesen habe.
    Mir geht’s da wie dir, mit Inhalten die man allgemein hin „der“ Linken zuordnet gehe ich oft d’accord, zu mehr haben es das „gelebte Links-sein“ und ich aber nie gebracht.

    Antideutsche finde ich besonders deshalb so gruselig, weil sie vorgeben und laut herauskreischen aus der Geschichte gelernt zu haben.
    Und ob die wirklich so ungefährlich sind? Natürlich liegt es nahe in Anbetracht ihrer plumpen Inhalte lachend zusammenzubrechen. Gibt aber dennoch genug größere Postillen als „Bahamas“ und „Jungle World“ die an prominenten Stellen oftmals antideutsche Positionen vertreten lassen. Ist ja auch ziemlich verschwurbelt wo Neocons anfangen und Antideutschen aufhören.

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