Learn English A Better Way. Kampfkunst gnadenlos. Flaniermeile zerbrochener Träume.

Herrschaftszeiten, ich werde momentan nicht nur von Spamkommentaren nöliger Rentner überschwemmt, sondern — um gleich mal bei Wassermetaphern zu bleiben — YouTube spült mir gerade so viele schöne und schön schrullige Videos hervor, dass ich kaum an mir halten kann, sie hier kommentarlos zu embedden. Warum ich’s nicht tu: YouTube-Videos im Blog gehören sparsam, mit Bedacht, erläuterndem Kommentar und stets auch etwas verschämt gepostet, denn man will ja beim Leser den Eindruck aufrechterhalten, man sei nicht kreativ ausgeblutet, habe immer noch spannende Geschichten zu erzählen und durchlaufe auch mitnichten eine schreibfaule Episode. Heute aber ist mir dies alles „Ladde“. Flashvideomassaker!!!1

Jedenfalls… Globalisierung! Man hört ja ständig im Radio, dass Jet Set-Muttis ihre Bälger für die Konkurrenz auf dem internationalen Arbeitsmarkt rüsten, indem sie sie schon im Krippenalter mit Trainingsstunden in Mandarin konfrontieren. „Schina is‘ eben ’ne aufstrebende Industrienation, da passiert einfach grade wahnsinnig viel. Man muss da offen sein für neue Ansätze. Wir wollen, dass unser Leon optimale Schongsen später hat und lassen ihn deshalb eine Sprache lernen, die heute schon von einem Viertel der Menschheit gesprochen wird“. Totaler Schwachsinn, aber mich fragt ja keiner. Spitze hingegen, wie die Chinesen sich Englisch beibringen. Im TV, mit Sex & Crime! Na gut: Mit Aerobic & Crime! Bitte alle z’amm: Spare me my life! Spare me my life! [via]

[Update:] myrddin weist mich in den Kommentaren darauf hin, dass dies eine japanische Sendung ist. Das macht die hochspezifische Einleitung natürlich komplett unbrauchbar. Grrrr!

Und dann ist da noch der Käp’n. Kirk nämlich, Hauptling jener Enterprise, die hinten noch keinen Buchstaben dranhatte und der sich noch nicht zu fein war, selber auf Außeneinsatz zu gehen — auf Planeten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat und die trotzdem immer aussahen wie der immer gleiche Pappmachéberg im immer gleichen Fernsehstudio. Kirk hier also in einem Video, das mit „Schlechteste Kampfszene aller Zeiten“ betitelt ist. Kann sein, dass das stimmt, wobei diese auch nicht schlecht ist.

Von Kirks Fight mit Tabaluga gibt’s auch noch eine gepimpte Version, inklusive einer mit Celine Dion unterlegten, räusper, romantischen Sequenz. Mir fielen die Bilder von der Wand.

Und zum Schluss etwas Musik. Bastard Pop und Mashup-Mucke, also das kunstvolle Zusammengeschnibbel von verschiedenen Hymnen der Populärmusik, ist ja sowas von dermaßen 2001, abgesagter geht gar nicht. Zeit also, eines meiner definiten Lieblingsstücke des Genres (vielleicht noch neben Freelance Hellraisers „A Stroke of Genie-Us“ und Jirobs „Shakira is a Dancer“) herauszukramen. Dort vo Kompositionen von Oasis, Green Day, Eminem und Travis aufeinanderprallten, entstund dank Party Bens Gefrickelkunst das herausragende Werk „Boulevard of Broken Songs“. (Gibt’s irgendwo auf dieser Seite auch als MP3-Download)

Party Ben führt übrigens ein Blog mit Witz und Charme. Anlässlich einer Europatournee vermischte er etwa lokales mit internationalem Liedgut. Für Deutschland musst er sich jedoch ausgerechnet die Musik der Gnome um Modern Talking herauspicken, welche mit Versatzstücken aus Gnarls Barkley-Liedgut vermengt ward. Ben schreibt:

… und dann diese lächerliche Sache für Deutschland. Nicht vertraut mit Modern Talking? Sie sind ja bloß die erfolgreichste Popgruppe der deutschen Geschichte, und es erwies sich eben, dass „You Can Win If You Want“ im Grunde exakt den gleichen Akkord hat wie „Crazy“. Ich hab das bei Bootie in München gespielt, erwartete einen Sturm der Begeisterung, es hat aber traurigerweise fast die Tanzfläche leergefegt. Schämen sich die Deutschen etwa heute für Thomas und Dieter?

Hrr hrr. Klare Antwort: JA! Einschränkend: In Teilen.

5 Kommentare

  1. Das sind definitiv Japaner im ersten Video, keine Chinesen.

  2. Wieso einem eigentlich IMMER genau die einzige Star Trek-Szene über den Weg läuft, an die man sich von früher noch explizit erinnern kann, kann man psychologisch sicher erklären. Sollte das etwa die prägnanteste Szene der ganzen Serie gewesen sein?

    Übrigens word zum Absatz über den sparsamen Einsatz von youtube-Videos. Insbesondere, dass man ihnen noch einen kleinen textlichen Rahmen gibt, finde ich in der Regel sehr wünschenswert.

  3. @ corax: An den Mann aus Atlantis erinnere ich mich auch noch, wenn auch nur sehr entfernt. Eine seltsame Serie.

    @ sebästschn: Die Szene ist zumindest schwer symptomatisch für das, was Star Trek Classic ausmacht.

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