meist manchmal, selten oft

kapitulation

das ist ja schön, dass ihr Broders Dünnpfiff auch noch staatlich substituiert. Habt ihr auch was von Carl Schmitt da? [via]

Die Vögel im Baum,
sie kapitulieren.

Die Füchse im Bau,
sie kapitulieren.

Die Wölfe im Gehege,
sie kapitulieren.

Die Stars in der Manege,
sie Kapitulieren.

Alle, die die Liebe suchen,
sie müssen kapitulieren.

Alle, die die Liebe finden,
sie müssen kapitulieren.

Alle, die disziplinieren,
sie müssen kapitulieren

Alle, die uns kontrollieren,
sie müssen kapitulieren.

Alle, die uns deprimieren,
sie müssen kapitulieren.

Lasst uns an alle appellieren!
wir müssen kapitulieren.

(Tocotronic)



4 Kommentare
ad

[...] Dass Vater Staat und seine Organe und Institutionen schonmal etwas tun, was nicht unbedingt mit dem Adjektiv “sinnvoll” oder “wertvoll” zu beschreiben ist, ist ja nichts Neues. Aber dass jetzt der Publizist mit Lizenz zum geistigen Dünnsch… schreiben, Henryk M. Broder, auch noch von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) herausgegeben wird, entzieht sich mir jeder Sinnhaftigkeit und Logik. Und bis gerade dachte ich, dass bpb eine tolle Institution ist (deren Magazine und Nachschlagewerke sind wirklich hilfreich in Geschichte und SoWi). Wenn jetzt aber mal ein Lehrer in SoWi auf die Idee kommt, diesen Text zu lesen, werde ich mir mit dem größten Vergnügen 0 Punkte wegen Arbeitsverweigerung einholen. [Via Citronengras] [...]



10. August 2007
ad

Auch wenn ich mal inhaltlich nichts zu sage, aber:

Ich liebe dieses Lied!



11. August 2007
ad

Nun, eine mögliche Erklärung dafür ist m.E. die im Titel nicht eindeutig erklärte Richtung, in die das Volk gebildet werden soll. Da gibt’s ja mindestens zwei, die völlig entgegengesetzt verlaufen und sich lediglich durch die Silben Fort- bzw. Rück- unterscheiden ließen. Die Bundeszentrale für politische Bildung lässt uns allerdings über ihre bevorzugte(n) Richtung(en) im Unklaren, indem es Bildung ohne Vorsilben anbietet. Und das kann eben auch mal zu so irritierenden Angeboten führen wie das der Teilhabe an Broders Einbildungen ;o).



13. August 2007
ad

Seine Polemik und angebliche “ironische Schärfe” sei Herrn Broder ja unbenommen. So langweilige, zusammenkonstruierte Pointen wie in “Hurra…” hatte ich persönlich schon lange nicht mehr gelesen, aber gut. Bedenklich ist aber, dass auch in der Buchbeschreibung der BPB nichts von den Tatsachenverdrehungen, unwahren bis unbeweisbaren Behauptungen und längst widerlegten Gerüchten steht, die Broder immer wieder benutzt (nachzulesen etwa bei Knut Mellenthin). Das hat mit “Erhalt der Meinungsfreiheit” oder gar “Aufklärung” nichts mehr zu tun, sondern ist das Gegenteil.



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