Nachtrag zur Börne-Preisverleihung an Henryk M. Broder

Alfred Grosser, ein noch direkt vom Holocaust betroffener deutsch-französischer Sozialwissenschaftler kommentiert in der taz die Verleihung des Börne-Preises an Broder.

Dass der Börne-Preis in diesem Jahr von Focus-Herausgeber Helmut Markwort im Alleingang an Henryk M. Broder verliehen wurde, spricht dem Namensgeber dieser Auszeichnung doppelten Hohn. Denn Ludwig Börne war ein glühender Verfechter der Pressefreiheit und sprach und schrieb davon, dass alle Menschen gleich seien – und auch gleich in ihrem Leiden anzuerkennen seien. (…) Henryk M. Broder brandmarkt ständig alle und jeden, die sich um das Leiden der Anderen sorgen. Als Jude fühle ich mich verpflichtet, dieses Leid nicht zu ignorieren. (…) Broder dagegen bekämpft, im Einklang mit fanatisch pro-israelischen Internetseiten wie „Honestly Concerned“, so aggressiv wie möglich alle, die nicht so denken und handeln wie er.
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So ist es. Und schon hat die oberste publizistische Instanz in Deutschland, was Antisemitismus-Verurteilungen oder -Freisprüche angeht, einen pathologischen Sesselpupser mehr, den es zu diskreditieren gilt.