Neues aus dem Konfliktgebiet

Tibet: Karte
Bild: Wikimedia Commons (GNU FDL)

Vielleicht erinnert sich noch jemand an meinen nicht sonderlich gelungenen Rant gegen die Monetarisierung der sogenannten Menschenrechtsproteste durch diesen Fun-T-Shirt-Webshop auf Amazon. Nun, es kommt noch etwas dicker: „Free Tibet“-Fahnen wurden in China hergestellt. Oh die Ironie!

Was das ganze Brimborium um China, Tibet, die olypischen Spiele und die selbstverständlich immer angesprochenen Menschenrechtsfragen angeht, wenn Spitzenpolitiker mal wieder in die Dunstglocke von Beijing jetten, um Milliardenverträge für die Industrie abzuschließen, bleibe ich hübsch unaufgeregt. Stattdessen lese ich mir lieber das recht aufschlußreiche Interview mit Tibet-Kenner Colin Gouldner in der TP durch und erfahre dort, dass es der ja immer so freundlich grinsende Lama durchaus faustdick hinter den Ohren hat. Genauso unsere fri-fra-freien Medien, die kollektiv einseitig über die Unruhen berichtet haben, zum Teil mit gefälschtem Bildmaterial. Was natürlich nicht heißen soll, dass die VR China nicht auch durchaus heftig den Daumen auf ihre Bürger hält, aber darum geht’s da schließlich auch nicht.

3 Kommentare

  1. Na ja, was Gouldner hier dem Dalai Lama vorwirft ist ja schon ein bisschen dürftig. 1958 war der gerade mal etwas über 20, ausserdem ist der eher so eine Symbolfigur als ein politischer Führer, ich bezweifle, das der immer Bescheid wusste was hinter seinem Rücken so abgeht.
    Ausserdem ignoriert er völlig, das der DL zur aktuellen Situation völlig vernünftige Standpunkte vertritt, z.B. gewaltsamer Protest nein, kulturelle Autonomie statt Abspaltung, China hat Olympia verdient etc.

    Also, wenig harte Fakten, Gouldner benutzt den DL genauso als Projektionfläche für seine (berechtigte) Ablehnung der westlichen Politikeranbiederung + Medienreaktion oder seine Abneigung gegenüber Religion oder sonstwas…

  2. Ich maße mir da nicht an, eine eigene Meinung zu haben, dafür weiß ich zu wenig drüber (bin bei „7 Jahre in Tibet“ eingepennt). Der Dalai Lama war mir immer etwas suspekt wegen der vielen Jubelarien über sein angebliches Charisma, seine Weisheit und innere Ruhe (bla), auch in seriösen Blättern, die über sein Haupt herniederregneten. Gerade deswegen finde ich es angemessen, auf eine andere Sicht hinzuweisen.

    Es passiert viel Scheiß in der Welt, über den wir uns gleichsam aufregen könnten/ müssten, aber in der Tibet-Causa haben wir eben einen knuddeligen Lama als Symbolfigur und China als den ja sowieso schon ausgemachten Feind, weswegen wir uns alle einig sind, dass wir ein Zeichen setzen müssen und nicht die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele im TV anschauen!!1

  3. „..dass es der ja immer so freundlich grinsende Lama durchaus faustdick hinter den Ohren hat.“

    Du meinst seine Brüder..

    Ich glaube die meisten Menschen, die den Dalai Lama wirklich schätzen (ihn also nicht nur 3x im TV gesehen haben und knuddelig finden), tun das, weil seine Bücher sie inspiriert haben. Finde sie auch sehr gut, da man dort durchaus mal neue Denkweisen aufgezeigt bekommt. Solltest du vielleicht auch mal reinschauen und dir selber ein Bild machen, anstatt auch nur auf die Medien zu hören.

    Zu Olympia: Schau ich eh nicht, da stimme ich mit Herrn Goldner voll überein.

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