
Bild: Wikimedia Commons (GNU FDL)
Vielleicht erinnert sich noch jemand an meinen nicht sonderlich gelungenen Rant gegen die Monetarisierung der sogenannten Menschenrechtsproteste durch diesen Fun-T-Shirt-Webshop auf Amazon. Nun, es kommt noch etwas dicker: “Free Tibet”-Fahnen wurden in China hergestellt. Oh die Ironie!
Was das ganze Brimborium um China, Tibet, die olypischen Spiele und die selbstverständlich immer angesprochenen Menschenrechtsfragen angeht, wenn Spitzenpolitiker mal wieder in die Dunstglocke von Beijing jetten, um Milliardenverträge für die Industrie abzuschließen, bleibe ich hübsch unaufgeregt. Stattdessen lese ich mir lieber das recht aufschlußreiche Interview mit Tibet-Kenner Colin Gouldner in der TP durch und erfahre dort, dass es der ja immer so freundlich grinsende Lama durchaus faustdick hinter den Ohren hat. Genauso unsere fri-fra-freien Medien, die kollektiv einseitig über die Unruhen berichtet haben, zum Teil mit gefälschtem Bildmaterial. Was natürlich nicht heißen soll, dass die VR China nicht auch durchaus heftig den Daumen auf ihre Bürger hält, aber darum geht’s da schließlich auch nicht.

Bild: gptwisted (cc)
Jochen hat einen netten Eintrag über den 1. Mai und dessen Bedeutung einst und heute verfasst, mit Seitenhieben auf die Gewerkschaften und die die Streikkultur unserer Zeit.
Das waren noch Zeiten als die Arbeitnehmer für ihre Rechte kämpften, oder doch wenigstens zum 1. Mai auf den Kundgebungen Stärke zeigten. Damals gab es auch noch Gewerkschaften, die, die Interessen der Arbeitnehmer vertraten und Arbeitnehmer die stolz auf sich, ihre Gewerkschaften und ihre Parteien waren. Geschichte eben.
Heute gründen sich die Unternehmen ihre Gewerkschaften selber und lassen die Beschäftigten dann für niedrigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Oder sie kaufen ganze Gewerkschaften. …
Ich finde wir sollten ehrlich sein und den 1. Mai abschaffen. Er hat keine Bedeutung mehr in unserer Zeit. Wenn wir einen Ausnüchterungstag nach dem Tanz in den Mai brauchen, können wir ihn auch Ausnüchterungstag nennen. Aber nüchtern werden wir wohl sehr schnell werden, wenn wir erkennen was auf uns zu kommt.
Schönen Ausnüchterungstag allerseits. Sofern er wegen Allerheiligen Christi Himmelfahrt, welches im Alltagssprech bereits zutreffendere Bezeichnungen erhalten hat, nicht noch etwas nach hinten verschoben wird.

Foto: jaywaykay (cc)
Heute ist Wahltag. Auch die in diesem Haushalt lebenden Personen werden Kabine und Urne beehren. Um aus dem Wahlgeheimnis keine Mördergrube zu machen: Wir stimmen gegen den Erhalt des Flughafens Tempelhof.
Ich selbst kann nicht behaupten, dass das Ding im Herzen, oder vielleicht eher: der Milz Berlins, mich ganz kalt ließe. Umme Ecke, also quasi direkt daneben habe ich zwei Jahre meines Lebens gewohnt, in einer Wohnung, deren Auslegware grasgrün war. Ich erwähne das nur, weil das wohl die für mich prägnanteste Assoziation zu Tempelhof (dem Stadtbezirk) bleiben wird. Den Fluglärm überhört man wirklich mit der Zeit, man stumpft da ab wie ein Bestatter bei der Leichenpediküre. Kann mir vorstellen, dass der Lärm den Anwohnern eine Zeitlang sogar fehlen würde. Direkt am Zaun neben dem Flugfeld küsste ich einst eine längst verblichene Liebe zum ersten Mal, viele Male fuhr ich mit der S-Bahn von Neukölln zur Zivildienststelle in Tempelhof, mich stets aufs Neue wundernd, dass sich direkt am Flughafen etliche Leute freiwillig in zahlreichen Kleingartenkolonien ansiedelten. Mehr als einmal lief ich am Flughafen entlang und ergötzte mich an der Lichterflut, die nachts auf dem Rollfeld herrscht. Die immensen Dimensionen des Flughafengeländes weiß man, so finde ich, nur abzuschätzen, wenn man ihn einmal komplett zu Fuß umrundet hat.
Ja, ich wünsche mir, dass dieser Ort erkennbar erhalten bleibt. Auch die hässlichen “Germania”-im-Geiste-Prachtbauten aus der Nazi-Ära kann man meinetwegen stehen lassen. Aber herumbrummende Flugzeuge will ich da tatsächlich keine mehr haben.
«Tempelhof» weiterlesen

Ich muss sagen, dass ich momentan völlig begeistert von diesen Panoramabildern bin, die man mit Autostitch (gestern auf 1000ff beschrieben) quasi von allein erstellen lassen kann. Obiges Bild entstand heute am frühen Abend vom Balkon aus und besteht aus 21 Einzelbildern. Die Details sind teilweise etwas verwaschen, weil auch ein laues Lüftchen wehte und die Baumwipfel schaukeln ließ. Beim nächsten Versuch werde ich auch noch etwas mehr Himmel “mitnehmen”.

Bild: Lorenz Hausleitner (cc)
Seit ungefähr ganz lange hadere ich schon mit mir, twitter, diesen Microblogging-Dienst, auszuprobieren. Auf der Habenseite im inneren Zwiegespräch: dass einige Leute, auch solche denen ich ein gewisses Vertrauen entgegenbringe, es gut finden. Aus dem Rauschen filtert man ja manchmal sogar Stimmen, die von einer Kommunikationsrevolution sprechen. Hype? Naja, selbst das Kaffeekränzchen ist ja aufgeladen mit gesellschaftlicher und historischer Bedeutung.
Negativ anbringen würde ich, dass 140 Zeichen für eine Nachricht arg begrenzt sind. Ich bin einer, der auch SMS häufig mehrteilig versendet, weil ich auf gewählte Ausdrucksweise und Leerzeichen am richtigen Ort Wert lege. Und ein tweet hat ja nochmal zwanzig Zeichen weniger, was aber auch eine Herausforderung wäre. Ein anderer und wohl gewichtigerer Aspekt, der Bedenken in mir hervorruft ist das Problem meiner immer stärker fragmentierenden Off- und Onlinekommunikation. Neben Telefon, E-Mail, Social Networking, diversen Blogs und Kommentaren, behaupte.es (zwar formal ein Blog, aber irgendwo auch für sich stehend) habe ich mir jüngst auch einen jabber-Client und Skype eingerichtet. Dazu noch twitter? Herrschaftszeiten, wer soll denn da noch die Übersicht bewahren… Zu guter Letzt sind da noch die guten Gründe, die Chris von F!XMBR gegen twitter benennt: Die Gefahr, abzudriften in Belanglosigkeiten und Details aus dem eigenen Leben, die das Millionenpublikum im Internet nun wirklich nichts angeht. Diese Gefahr besteht freilich auch in normalen Blogs, ein gewisses Maß an Verantwortung gehört generell dazu, wenn man das Web mit den Ausdünstungen seiner Persönlichkeiten beglückt. Ich würde sicher nicht zu denen gehören, die der Welt mitteilen glauben zu müssen, eine neue Zahnpastasorte zu benützen.
Nach langem Hin- und Herwälzen dieser Punkt habe ich mich also entschieden, meiner Neugier nachzugeben. Ich starte einen Feldversuch, studiere Jans nettes Kompendium aus Wissenswertem über Twitter und füge mein bescheidenes Gemurmel in die Kakophonie des weltweiten Gezwitschers hinzu. Vorerst für eine Woche, mit eventuellem Ziehen einer Bilanz am Schluss. Wer will, kann ja mitmachen beim Testen und/oder mich “followen”:
twitter.com/fraencko

Immer gut für ein Symbolbild: Die Herren Wubi (l.) und Muck (r.)
Rein rechtlich besitzt man Haustiere. Das heißt, entführst Du eine meiner Katzen, dann ist das Diebstahl. Bizarrerweise wurde mit dieser juristischen Klarstellung 1969 das Recht auf Sex mit Tieren wiedereingeführt. Freilich nur den eigenen Tieren, ansonsten wäre es ja Sachbeschädigung. So weit, so unappetitlich.
Ich bevorzuge zu sagen, ich habe Katzen. Haben ist neutral: Man kann Glück haben, aber auch Lungenkrebs. Charisma oder Mundgeruch. Einen Job oder den Verstand verloren. Ich also habe Katzen.
Wer Katzen hat, behaupte ich mal, lässt Türen immer einen Spalt offen. Damit sie durchhuschen können, die wollenen Viecher, wie und wohin sie wollen. Wenn ich anderswo bin, passiert es mir ganz automatisch, dass ich auch dort die Türen nicht schließe. Falls das mal einem Nicht-Katzen-Haber auffält, wird ihn das mutmaßlich irritieren, ähnlich wie das bunte Kompendium an Flusen und Härchen, welches meinen dunklen Strickjacken stets anhaftet, ganz gleich wieviel ich sie bürsten, ausschütteln und waschen mag.
«Von Katzen, Türen und wer die Schuld an allem trägt» weiterlesen

Anhand des eMule-Uploadbalkens kann man ganz gut die Verbindungsqualität unserer DSL-Leitung heute Abend einschätzen. Ob’s der Sturm ist? Nervig jedenfalls, dass ausgerechnet heute ein paar der dämlichstmöglichen Prolls behaupte.es enterten und ich für jeden Löschversuch gefühlt zehnmal F5 penetrieren muss. Grrrrrr…


(piratiert von sharky_p2p, gesehen bei fsfreak in der Sidebar)
Wenn sich eine Band “Affordable Hybrid” nennt.
Es ist bloß die Hand.

(Ganze Geschichte)