meist manchmal, selten oft

Hallo ihr Designertürklinken!

Neulich bin ich mit Sebastian um die Häuser gezogen. Er hatte ‘ne Lesung in Berlin und ich bot ihm Obdach. Denkwürdig war wohl, wie wir die hässlichste Straße Berlins entlangflanierten, uns eine Frau Vaginasynonyme hinterherspie und Sebastian in seiner norddeutsch-schwäbisch-trockenen Art meinte: „Berlin halt.“ Ich brachte ihm auch das Björn Grau’sche Axiom bei, nach dem jeder Weg innerhalb Berlins exakt eine Dreiviertelstunde benötigt. Das stimmt, egal von wo nach wo. Björn Grau und andere Twitterer und Blogger trafen wir dann auch abends bei der Jour Fitz-Lesung (Seite ist gerade kaputt). Es war voll und interessant und alles schwankte. Mehr lest ihr beim Sebastian.

An diesem Tag, vielleicht war es auch der nächste, stellte Sebastian, vielleicht war es auch ich, fest, dass man beim Twitter-Favorisierungsaggregator favstar.fm, vielleicht war es auch favotter, fast ausschließlich mit schlechten Wortspielen nach oben kommt. Traurig, ist jedoch so: Liste der letzten deutschsprachigen Tweets mit mindestens 10 Favs. Here’s the thing: Heute morgen beim Zähneputzen fiel mir ein ganz besonders schlechtes Wortspiel ein. Ich streng mich da gar nicht an, das überkommt mich eben manchmal. Dieses Wortspiel war so mies, so unterirdisch schlecht, so dermaßen bei-uns-auf-Arbeit-muss-man-dafür-Geld-in-die-Phrasendrescherkasse-werfen, so komplett den-kannste-nichtmal-laut-aussprechen, dass ich beschloss, die Probe auf’s Exempel zu machen. Ich bin noch nie einer Peinlichkeit aus dem Weg gegangen und twitterte es also, das Wortspiel aus der Hölle.

«Wortspielhölle» weiterlesen

Hat ja auch was für sich, krank zu sein. Man hat mal wieder Zeit und Bock, die dicke Wochenendausgabe der Zeitung lesen. Und dann ist da mal wieder so eine Überschrift, die in ihrer Naivität wie ein Presslufthammer auf die Augäpfel einsplattatatert.

“Warum haben wir kein Fach Demokratie?”

fragt da ein 19-jähriger Schüler.

Demokratie in der Schule — kann man was dagegen haben? Wenn ja, dann vielleicht das: Man wird als Schüler in Geschichte, Politik, Politischer Weltkunde, Sozialwissenschaften usf. bereits ausreichend mit dem Auswendiglernen der Syntax unseres Staatssystems drangsaliert. So ein Heranwachsender wird aber nicht automatisch zum Demokraten, nur weil er weiß, was Überhangmandate sind und welches Gremium den Bundespräsidenten wählt. Zumal, wenn er dank immer stärker komprimierter Lehrplänen keine Zeit mehr hat Kind und Jugendlicher zu sein, wenn er sich nicht einmal gegen tyrannische Lehrer wirkungsvoll zur Wehr setzen kann, wenn das ganze System Schule auf Autorität und Top-Down-Methodik fußt. Die Möglichkeit zu partizipieren und seiner eigenen Stimme Gehör zu verschaffen, hat mehr mit Demokratie zu tun als tumbes Pauken von Strukturen. Wir brauchen kein neues Schulfach, wir brauchen eine neue Schule.

(via Jeriko)

(das ist eine Lebensgemeinschaft, die keine weitere Bindungen gleicher Art zulässt und sich durch innere Bindungen auszeichnet, die ein gegenseitiges Füreinandereinstehen begründet und die über eine reine Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft hinausgeht)

Als Unklarheit herrscht, ob das Klassenziel nun der Ostbahnhof oder das Ostkreuz sei, wirft die Lehrerin all Ihre Autorität in die Waagschale: „Nein, wir steigen Warschauer Tor aus!“ #sbahn

Dieser Eintrag ist eine nicht in 140 Zeichen passende Fortsezung zu diesem Tweet.

Eine etwas merkwürdige Geschichte aus meinem Archiv, die ich nicht als Kapitalismuskritik verstanden wissen will, sondern als klassischen Entwicklungsroman. Viel Freude damit.

Prrrrple Hair

Ich bin Einkäufer. “Das bin ich auch!”, mögen Sie jetzt vielleicht sagen, aber ich meine etwas anderes als Ihre wöchentlich stattfindenden Konsumschlachteplatten im Diskont um die Ecke. Ich bin Chefeinkäufer der regionalen Filialen einer Pfennigmarktkette. Sie wissen schon… Diese Geschäfte, in denen überwiegend Ramsch für wenig Geld feilgeboten wird. Sachen die keiner wirklich braucht aus Läden, in denen die Kassierinnen gleichzeitig die Putzfrau ist und deren Verkaufsräume nach einer Mischung aus billigem Holz und den Lösungsmitteldämpfen chinesischen Plastiks riechen. “Radikal reduzierte Restposten” steht bei uns an den Schaufenstern, “Wir sind die Allerbilligsten!” und “Jetzt: der Schnäppchenholocaust”. Na gut, das letzte habe ich erfunden, wird’s aber sicher irgendwann geben.

«Der Pfennigmann» weiterlesen

Ein wirklich guter Leserartikel auf Zeit Online, der mir hier gerade als Wochenendend-Synapsenstimulus dient: Die Dummheitsvermutung. Danke an den anynomen Verfasser, dem ich gedanklich jedoch bereits eine Identitätsvermutung angedeihen ließ. [via Sebastian]

You Suck!
Bild “You Suck!”: Divine Harvester (cc)

Drüben im Loadblog, welches ich beruflich mit-befülle (Artikel von mir/RSS), haben wir einen netten kleinen Blog-Karneval ins Leben gerufen. Aufgabe: Beschreibe eine ätzende Software und was Du an ihr blöde findest. Zu gewinnen gibt es auch etwas. Macht gerne mit, compradres!

iPhone App: Nearby Offenders

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich:

Stell dir vor, du holst deinen Laberziegel aus der Tasche, die synergische Mischung aus GPS, Google Maps und RottenNeighbor zeigt dir an, dass in dem Haus da drüben unzweideutig ein Sexualstraftäter haust, du öffnest die eingebaute Social Networking-Funktion und planst komfortabel (Multitouch, UMTS, angepasster Handybrowser) mit anderen besorgten Bürgern einen Spontanpogrom in anderthalb Stunden, um die Welt mal wieder ein kleines bisschen besser zu machen.

Kommt, sowas. Ganz sicher.

Nun gibt es eine Sex-Offender-iPhone-App, mit Umgebungskarte und rot markierten Ortsmarkern überall dort wo Sexualstraftäter wohnen. Und was kann die?[1]

«Immer informiert mit der Sexualstraftäter-App fürs iPhone» weiterlesen

  1. von mir übersetzt [zurück]