meist manchmal, selten oft

ipad-userBißchen spät, aber das will ich mal noch in die Welt pusten: Ich schreibe ja für mehrere Onlinemagazine, die sich für Technik und neueste Gerätschaften interessieren. So weit, so öd’. Nun sehe ich im beruflichen Kontext mit angemessener Besorgnis, dass gerade etliche Hersteller Tablet-Rechner zusammenstellen und hochrüsten, um dem iPad Konkurrenz zu machen. Da werden Milionen begraben. Es handelt sich dabei, und da hebe ich mahnend-pathetisch den Finger, um einen Fehler! Lasst uns doch mal den Karpfen mit Rama bestreichen: Das wird nix.

«Das mit dem iPad wird nix (mir ist keine bessere Überschrift eingefallen)» weiterlesen

much am phoneBasti erwartet gerade ein neues Telefon, das ihm per Post zugestellt werden soll. Ich nehme an, er wartet noch und hat es heute nicht bekommen, sonst hätte er nämlich Facebook und Co. schon mit sinnlosen Fotos zugemüllt. So würde ich es zumindest tun, wenn ich ein neues Telefon bekäme, was ich hoffentlich demnächst auch tue, worauf ich mich aber nicht freue. Warum denn dies? fragt sich da der Uneingeweihte. Lasst mich also kurz mein unbedachtes Erläuterungs-Potpourri darreichen.

Es war so: Heute unterhielten Basti und ich uns in einem Chatprogramm über dieses ganze Handywarten, Fokus auf die Vorfreude. Wirste ja kirre bei, wenn du das Ding im Internet bestellst und jeden Tag dem Klingeln des Postmanns harrst. Kann meinetwegen auch ‘ne Frau sein. Jedenfalls hatte ich dann einen Gedanken, den ich so passabel fand, dass ihn hier niederschreiben möchte, nämlich den, dass je weniger man sich auf das anzuliefernde Ding freut, desto eher es kommt. Die Anlieferungszeit t in Tagen verläuft also, so besagt meine Theorie, linear zur Vorfreude v in Dezihibbel. In eine knackige Formel gegossen:

«Der Wartezeit ein Schnippchen schlagen» weiterlesen

lost

Kaum habe ich mich nach diesem Artikel mit dem Serienfinale versöhnt, finde ich dieses Video, das viele, aber sicher nicht alle unbeantworteten oder ungenügend beantworteten Fragen nach der letzten LOST-Folge akkumuliert auf einen und damit meine gude Laune über den Haufen wirft. Argh! Da sagt dann natürlich der hoch21:

«Schluss mit LOSTig» weiterlesen

…über deren Angehörige man am besten nicht hinter deren Rücken mit dem althergebrachten Kneipiers-Sinnspruch “Der ist sich wohl selbst sein bester Kunde” herzieht, zumindest nicht, ohne Unverständnis oder gar Empörung zu ernten.

«Top 5: Berufsbilder, …» weiterlesen

Portal: Glados

Falls jemand von euch keine Lust hat, sich heute mit Hut und Bollerwagen zum Volldepp zu machen oder eine Frau ist, kann und sollte sie/er Portal spielen. Jetzt auch auf dem Mac, nur mal so nebenbei.

Ist es ernsthaft vonnöten, dass Du deine Produkte beispielsweise „Dirt Devil Multizyklon-Staubsauger Infinity VS 8 Turbo M5036-4“ nennst? Früher gebarst Du Dinge wie den „Audi 80“. Klang zwar weniger eindrucksvoll, hat sich aber trotzdem verkauft.

bz

«Ausbremsen» weiterlesen

Als der Berliner Rundfunk direkt nach “Life is Life” noch den anderen fussballstadionkompatiblen Gassenhauer, nämlich “We will rock you”, in die Welt schmoss, war man kurz geneigt zu vergessen, dass die Playlist vom Computer-gestützen Zufallsverfahren aus einem Pool von etwa einhundertfünfzig Tracks generiert ward. Die Chance für diese Kombination hatte eins zu einhundertneunundvierzig gestanden. Konnte das noch ein Zufall sein?

Egal. Ich wusste übrigens gar nicht, dass Prinzessin Stephanie von Monaco neben dem irgendwie ja dann doch coolen Irresistible noch Lieder hatte. Hatte sie aber, nämlich viele. Die gucken wir uns hier auf den Abend gerade auf YouTube an (“Mach mal Young ones everyone an, mann!”), und eins ist scheeler als das an. Die Kommentare meiner Liebsten (“Ich habe keinen Respekt mehr vor dem Adel”) heben diese Qual allerdings in den erträglichen bis albern-zotigen Bereich. Völlig umkommentiert kann man das Video zu “Flash”, sozusagen das Flash-Video, der monegassischen Kurfürstin betrachten, um sich währenddessen das eine oder andere Schmunzeln wegen der Frisuren, des merkwürdigen Texts, der Band, der kabellosen Instrumente, der komischen Musketier-Zwischenbilder usw. nicht verkneifen zu können/wollen:

Ein sehr schlimmes Detail am Rande sei hier noch verewigkeitet. Genau sowas, wie das was da in dem Video herumscharwenzelt, kommt kleidungstechnisch gerade wieder in Mode. Mark my words: Ab Herbst sieht man in Berlin-Mitte Schulterpolster.

Der Italiener hat’s gut, der kann seinen Patriotismus bereits beim Essen kultivieren. Die typisch italienische Mahlkombi Tomaten-Mozarella-Basilikum verströmt nämlich bereits qua Farbwahl südländisches Flair, denn diese Eintünchung entspricht natürlich der italienischen Landesfahne. Ebenso ist’s beim Spanier, der, ein bisschen Fantasie vorausgesetz, eine rot-gelbe Paella in sich hineinschiebt. Als US-Amerikaner hat man prinzipiell Zugriff auf jede Farbe, wenn man isst, und man isst ja viel als US-Bürger, wenn man deren Leumund Kredibilität zuspricht. Ein Menü sich vorzustellen aus roten Marshmallows, Mayonnaise und – äh, – blauer Fanta liegt nicht so weit, wie mancher Transatlantiker im Politikressort großer deutscher Wochenpublikationen behaupten täte. Nun frage ich aber: In welchem typisch deutschen Gericht finden sich die Landesfarben wieder, auf dass man dem Wir-sind-wieder-wer, das da in ein paar Wochen garantiert im Feuilleton kolportiert wird, auch lukullisch Rechnung tragen kann? Verbrannte Bratwurst mit Ketchup und Senf, schlage ich vor. Guten Appetit, Schland.

genderkram

Ich finde das zwar nicht, aber der Makler durchaus, der uns die gerade bezogene Wohnung angetragen hat, wie er uns in einem bizarren OffTopic-Moment versicherte: Männer sind keine Männer mehr! Sondern Memmen. Übersetzt: Wo früher der Conan-Schlüpper das männlich-prachtvolle Gemächt kaum im Zaum zu halten vermochte, packt der metrosexuelle Mann von heute seine nicht vorhandenen Testikel in mehrfach stoßdämpfende Pampers mit DryWeave-Oberfläche, um ja nicht in Verdacht zu kommen, man besitze einen nur geringfügig höheren Härtegrad als angespülte Ostseequallen.

Ich halte das für übertrieben. Neulich habe ich einen 200-Kilogramm-Schrank aus dem 19. Jahrhundert fast allein, naja, zu zweit, durch zwei Treppenhäuser gehievt (nicht mein Umzug), ich traue mich mittlerweile auch mit Schlag zu bohren und wenn wir einkaufen sind, trage ich zumeist nicht nur den Wasserkasten, sondern auch noch alle anderen Getränke. Heißt: Ich fühle mich in manchen Situationen schon als Mann im klassischen, vulgo: prähistorischen, Sinne. Gleichzeitig habe ich durchaus meine Probleme mit klassischen Rollenverteilungsmustern, insbesondere wenn sie quasinatürlich legitimiert werden. Auf der einen Seite finde ich den emotionsverleugnenden Hellersdorf-Reflexmachismo zum Kotzen, auf der anderen den Achtzigerjahre-Raubtierfeminismus nach Art einer Alice Schwarzer ziemlich albern. Nur, wo positioniert man sich in der Genderfrage glaubensmäßig, mit Mitte, Ende zwanzig, als nach dem Selbstverständnis liberal Aufgeklärter — eine Identität, deren Zusammenzimmerung Jahrzehnte gedauert hat? Es ist ein Dilemma, Entrinnungstaktiken rar gesät und ich habe noch keine richtige Antwort.

«Ärgerliche Dinge: Maskulinitätsselbstversicherung und Gendertantengeblubber» weiterlesen