

Tags: Spam Poetry 4 Kommentare
Wenn Feinstaub wirklich lebensgefährlich ist, dann habe ich regelmäßig Nahtoderfahrungen. Nee, nicht wegen aktiven oder passiven Rauchens, das halte ich für vernachlässigbare Lungenkiller. Umbringen tut mich der 1,80 m x 2,40 m große Wohnzimmerteppich, den ich so etwa alle zwei Wochen auf dem Balkon mit einem ausgedienten Badmintonschläger auszuklopfen pflege. Hust!

Es hat mal wieder gerappelt im Karton. Niggemeier macht das, was er am besten kann, nämlich islamophobe Rassisten aus der Reserve zu locken. Broder setzt sich in seiner Verteidigungsschrift richtig schön in die Nesseln, produziert etwas Innenraumklimaerwärmung und macht im Grunde nichts anderes als das, was er Niggemeier vorwirft: Kleinigkeiten herauspicken und versuchen, an denen eine wie auch immer geartete Idiotie des Kontrahenten festzumachen. Dabei sollte doch eigentlich klar sein, was Niggemeier ursprünglich meinte.
Es ist nämlich augenscheinlich, dass die wenigen Variationen, welche Broder seinen Texten noch gönnt, die aus dem Bereich “hard facts, welche eine Islamisierung und die zivilgesellschaftliche Einknickbereitschaft untermauern sollen”, sich bei näherem Hinsehen aber etwas zu häufig als Enten oder Übertreibungen entpuppen” sind. Ansonsten gilt beinahe ausnahmslos: Kennt man einen Text von Broder, kennt man alle. Ich gestehe, dass mir, selbst wenn das Thema noch so öde ist, Niggemeiers penible Rechercheleistungen tausendmal lieber sind als ein Text, in dem ich mich höchstens an zwei, drei gewitzten rhetorischen Clous ergötzen kann, mir aber ansonsten außer paranoiden Phantastereien überhaupt nichts mitgeteilt wird.
Broders uneindeutige Distanz zu Politically Incorrect durch die Formulierung “und ist er [Niggemeier] ganz besonders gut drauf, arrangiert er eine Verbindung zwischen PI und mir” sollte man dann aber doch nicht zu ernst nehmen. Die ideologischen Gräben zwischen den Parteien mögen durch eine neue Welle der Extremisierung seitens PI verursacht worden sein, grundsätzlich einig ist man sich in der Sache nach wie vor. Da muss HMB gar nicht so tun — die im Print-Spiegel verbreitete idiotische Geschichte von den Pluszeichen in Schulbüchern, gegen die angeblich Muslime in Österreich Sturm liefen konnte er bspw. nur von PI haben. Dementsprechend war das PI-Pack bis mindestens 10. März 2007 noch auf Broders Seite verlinkt. Ein Foto vom Gruppenkuscheln von u.A. Herre und Broder ist jüngst auch noch wieder aufgetaucht. Und: Wenn für Henryk M. Broder die Berichterstattung zu den in Mügeln gejagten Indern so skandalös und rassistisch war (in diesem Video ab ca. Minute 5:16), dass er sämtliche Seile zu PI kappte, würde mich ja mal interessieren, wo genau er die Unterschiede zu den PI-Artikeln über Muslime sieht.
[Bild: ikea.de]
Passt doch irgendwie zusammen…
1.: Wegen solcher Videos
2.: Wegen solcher Kommentare

Schön, wenn der Balleroberer gleichzeitig Oberballerer ist.
Auf dem schwarzen Kapuzenpulli des Kunden in der Videothek wölbten sich die Worte “Area Code” über die Nummer 030, Berlins Telefonvorwahl. Ich halte zwar wenig von Lokalpatriotismus, besser als der peinlicherweise mit Strass besetzte Schriftzug Hauptstadtrocker auf von Prekarianerweibchen aufgetragenen Cordjacken — mir nicht bekannt, ob es dieses Kleidung gewordene Verbrechen nun bei Orsay, C&A oder New Yorker gibt — ist das jedoch allemal.
Nun fiel mir nach kurzem Grübeln auf, dass mich auch diese vergleichsweise dezente Variante der Beifallsbekundung für hauptstädtische Lebensart störte: Nicht nur, dass, übersetzt ins Deutsche, “Telefonvorwahl 030″ irgendwie nicht mehr ganz so cool klingt, es wird doch auch die Festnetztelefonie mehr und mehr verdrängt. Im Bereich des möglichen ist es durchaus, dass diese in zehn Jahren nur noch ein Nischendasein fristet und sich die Leute an ihre eigene Vorwahl bloß noch erinnern wie ein Relikt aus längst vergessener Zeit, vergleichbar etwa mit den Postleitzahlen aus der prä-fünfstelligen Ära. W-1000 Berlin 90 schrieb man damals auf Postkarten, die man unter Zwang aus dem Ferienlager verschickte. Arm dran sind die Leute jedenfalls, die in zehn Jahren noch Pullover mit “Area Code – 030″-Verzierung besitzen. Im Sinne der Evolution von Moden wäre es dementsprechend bloß folgerichtig, dass die Kapuzenpullover der mittleren Zehner Jahre Aufdrücke tragen wie “My mobile provider’s number prefix – 0177″ o.ä. Damit der Lokalpatriotismus nicht zu kurz kommt, könnte C&A sein Angebot an Strass besetzten Cordjacken ja noch diversifizieren: “Kreisstadtraver” oder schlicht “Dorfpomeranze” hätten bestimmt auch einen Absatzmarkt.
Erklärt doch neulich jemand im PK-Forum zur Jugendgewalt-Debatte:
Schläge sind im übrigen nicht gleich Misshandlung. Sie können als Mittel der Erziehung durchaus positive Wirkungen haben, sofern man sie richtig (d.h. nicht übermäßig) einsetzt.
Genau. Hätten wir das Thema weiterverfolgt, wäre wie das Amen in der Kirche noch das Argument der erzieherischen Wirkung des “Klapses” gekommen, wenn das delinquente Quengelmonster (Kind) sich nicht schnell genug über die vielbefahrene Straße bequemt. Herrschaftszeiten, dass an die mittelalterliche Legende irgendeiner positiven Wirkung von Gewalt gegen Kinder heute immer noch jemand glaubt, jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken.
0:00 müde
1:00 ins Bett
5:00 aufgewacht
6:00 aus’m Bett
7:00 wieder müde, Kaffee
8:30 zur Uni
12:00 wieder daheim
13:00 ins Bett
17:00 aus’m Bett, Kaffee
20:00 irgendwie wach
Ich bin biorhythmisch ein Wrack, völlig durchwalkt. Egal. Schönes Wochenende.
Nun da die Bundeswehr mächtig in den Krieg drängt, darf man mal spekulieren, ob jemand sich in ein, zwei Jahren noch an Worte wie “Eine Ausweitung in den Süden kommt nicht in Frage. Das ist Konsens in fast allen Parteien” erinnern wird und was dabei “fast” bedeutet. Es ist unrealistisch zu glauben, dass Afghanistan in den nächsten 10 Jahren stabil wird, dass die NATO aufhört Forderungen zu stellen und ebenfalls, dass das Parlament zu diesem Schwachsinn von Bündnisverpflichtungen (Was ist eigentlich mit historischen Verpflichtungen?) irgendwann so einfach Stop sagen kann, wie es die Norweger tun. Das weiß auch die Heerführung, deshalb macht man’s wie bei den Amerikanern und rekrutiert neues Kanonenfutter ohne Umwege aus den abgehängten Schichten: Bei der zentralen Meldestelle des, nun ja: Heers der Arbeitslosen. Würg.
[Titel-Zitat: Fettes Brot]

