Niedrige Wahlbeteiligung: Ich find’s eigentlich ganz okay.

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Mich hat bei der heutigen Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gefreut, dass in der Berichterstattung ausnahmsweise nicht die ewiggleiche Litanei von der miesen Wahlbeteiligung angestimmt wurde. Wenngleich das natürlich noch kommen kann, denn 60kommairgendwas Prozent ist ja wirklich nicht sonderlich viel. Mich nervt nämlich eines bei Wahlen allgemein: Dass in den Medien von der Tatsache, dass sich eben nur sechs von zehn Menschen dazu entschlossen haben an die Urne zu schreiten, auf einen gesellschaftlichen Missstand geschlossen wird. Es wird ein Riesenbohei darum gemacht, dass ja alle ihre Stimme abgeben, denn das ist ja nun mal Demokratie©. Mir geht der Titelseitenkitsch auf den Senkel, bei dem Prominente aller Branchen den Bürger auffordern, sein Kreuzchen zu machen und ich mag es auch nicht, wenn nach der Verkündung der Ergebnisse Politiker mit besorgten Mienen auf die schlechte Wahlbeteiligung verweisen (oder gar ihre miesen Ergebnisse damit rechfertigen zu versuchen, dass die eigenen Wähler diesmal ja zuhause geblieben seien).

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Das Drama der beknackten Übersetzung

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Ich ärgere mich schon seit einiger Zeit über die wachsende Anzahl von Unternehmen, die ihre Übersetzungen „crowdsourcen“. Meint: Von der Menge der Menschen übersetzen lassen, die den Dienst nutzen und ihn gerne in ihrer Sprache haben möchten. Das sieht normalerweise so aus, dass Nutzer mit einem irgendwie in die Webseite integrierten System Vorschläge für die Übersetzung einiger Strings, also Wort- und Textfetzen machen können. Alle Nutzer stimmen dann darüber ab, welche Übersetzung am besten ist scheint, und — zack, die Bohne — hat man im Nu das ganze Portal übersetzt.

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Sitcom ohne Konservenlachen

jesichtIch mag Sitcoms eigentlich nicht. Okay, How I Met Your Mother ist eine Ausnahme. Aber so im großen und ganzen sind mir Aldi US-Klamaukstaffetten suspekt. Ein Grund ist sicher dieses ständige Hintergrundgeblöke vom Band, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob der Sinn darin besteht, selbst den etwas auf den Kopf gefallenen anzuzeigen: Achtung, witzig, jetzt lachen oder eher die Szenerie künstlich aufzupeppen, weil Lachen ja schließlich sicher ansteckend ist, so wie Gähnen, selbst bei unlustigen Scherzen. Der Durchschnittsfernsehgucker, der denkt ja auch nicht viel beim Glotzegucken, ich weiß das von mir, da wirkt das subkutan sicher ganz gut, wenn da schon ein Fakepublikum sitzt, das einem das Sinnieren ob und wenn ja wie lustig eine Szene ist, abnimmt. Letztens bin ich bei YouTube auf ein paar Ausschnitte aus Sitcoms gestoßen, bei dem die Konservenlachen mit Mitteln modernster Technologien entfernt wurden. Am beeindruckendsten fand ich das bei „Big Bang Theory“, einer Sendung, die ich noch nie gesehen habe, es aber wahrscheinlich auch nicht tun werde.

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