Papstverkündungen und Handyfotos

papstwahl 2005 vs. 2013

Kürzlich ging ein Bild durch die Internetrohre, das den Petersplatz in Rom zur Papstverkündigung 2005 mit derselben Situation von 2013 vergleicht. Glaube, zuerst hatte ich es bei reddit gesehen.

Die Message hat nichts mit Religion (oder Reljohn, wie meine Lehrer immer gesagt haben) zu tun, eher mit Technikkritik. 2005: ein einziges verirrtes Klapphandy. 2013: überall Smartphones und, räusper, Tablets, die den Balkon ins Visier nehmen, auf dem alte Männer, die tagelang schwarzen Rauch eingeatmet haben, sich gerade als MCs betätigen.

Mal ganz abgesehen davon, dass man argumentieren könnte, dass vor acht Jahren Handys eben eine unterirdische Fotoqualität hatten (ich weiß das, ich bin dagewesen), ist das Bild auch – es folgt ein PSA – gefälscht. Sozusagen. Oder zumindest eine Übertreibung.

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Windows 8, eine Woche später

Die Metro UI ist unbrauchbar, zumindest wenn der Bildschirm nicht als Destination für Fingerfett fungiert. Macht aber nix, kurz den blödsinnigen Lockscreen weggedrückt, Passwort eingegeben, [Win]+[D] und man ist auf dem Desktop. Ich sehe den Hintergedanken der Metro UI, aber deren Sinn wird sich am Desktop erst materialisieren, wenn Touchscreens präsenter sind. Der klassische Büro-PC wird aber wohl kaum von Touch-Devices verdrängt. Warum? „Was ist denn das da in dem Excel-Spreadsheet?“ „Es handelt sich um Panade, denn ich aß in der Mittagspause gewolftes Huhn bei KFC.“ Die meisten Metro-Apps sind zwar schick, dieses zweite UI in der Benutzung mit Maus und Tastatur aber blöde.

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Niedrige Wahlbeteiligung: Ich find’s eigentlich ganz okay.

wahl

Mich hat bei der heutigen Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gefreut, dass in der Berichterstattung ausnahmsweise nicht die ewiggleiche Litanei von der miesen Wahlbeteiligung angestimmt wurde. Wenngleich das natürlich noch kommen kann, denn 60kommairgendwas Prozent ist ja wirklich nicht sonderlich viel. Mich nervt nämlich eines bei Wahlen allgemein: Dass in den Medien von der Tatsache, dass sich eben nur sechs von zehn Menschen dazu entschlossen haben an die Urne zu schreiten, auf einen gesellschaftlichen Missstand geschlossen wird. Es wird ein Riesenbohei darum gemacht, dass ja alle ihre Stimme abgeben, denn das ist ja nun mal Demokratie©. Mir geht der Titelseitenkitsch auf den Senkel, bei dem Prominente aller Branchen den Bürger auffordern, sein Kreuzchen zu machen und ich mag es auch nicht, wenn nach der Verkündung der Ergebnisse Politiker mit besorgten Mienen auf die schlechte Wahlbeteiligung verweisen (oder gar ihre miesen Ergebnisse damit rechfertigen zu versuchen, dass die eigenen Wähler diesmal ja zuhause geblieben seien).

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Das Drama der beknackten Übersetzung

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Ich ärgere mich schon seit einiger Zeit über die wachsende Anzahl von Unternehmen, die ihre Übersetzungen „crowdsourcen“. Meint: Von der Menge der Menschen übersetzen lassen, die den Dienst nutzen und ihn gerne in ihrer Sprache haben möchten. Das sieht normalerweise so aus, dass Nutzer mit einem irgendwie in die Webseite integrierten System Vorschläge für die Übersetzung einiger Strings, also Wort- und Textfetzen machen können. Alle Nutzer stimmen dann darüber ab, welche Übersetzung am besten ist scheint, und — zack, die Bohne — hat man im Nu das ganze Portal übersetzt.

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