Der Verfasser des schönen Blogs nach21 – wenn ich noch ne Blogroll hätte, wär der da auch drauf – schreibt einen lesenswerten, wenngleich mit zuwenig (keinen) Absatzmarkierungen versehenen Artikel über Verschiedenes, darunter einen gerade stattgefunden habenden Weltrekord über die Berechnung der Kreiszahl p.
Zunächst einmal, dieser Text hat mir gefallen. Er atmet die Luft des Schreibenwollens ohne das Schreibenmüssen ein, das Ankommen ohne Zielhaben, des Verfassens ohne Nachdenken über Stil und Zielgruppe, etc. bla. pp. Nee, wirklich, gefällt mir.
«Zur Rezeption von Pi» weiterlesen
Das Jahr 2010 ist da. Woran denkt man da, außer an neoliberaler Agendapolitik und die Band Echt? Genau, neues Jahrzehnt und, hier… äh- Änderungen. Ist ja schon ein Anlass, so eine nagelneue vorletzte Stelle in der Jahreszahl und da will man natürlich, dass irgendwas neu wird, vielleicht sogar besser. Ich gehe mit gutem Beispiel voran — hier drei Dinge, die heute anders sind als gestern.
Bin bezüglich der A-HA-meets-Roadmovie-Ästhetik des Musikvideos nicht im Reinen mit mir, aber dieses Lied von der anderen Seite des Pingpongballs (Neuseeland) ist einfach super und mein Ohrwurm des Tages. Mit guter Popmusik kriegste mich eigentlich immer.
Und mal wieder eine Band, die ich viel zu spät entdecke. Hab ja auch erst vor nem halben Jahr gemerkt, wie geil Bloc Party ist. Tja, so ist das halt.
Nu reichtet aber auch mal wieder. Der Tannebaum bleibt stehen, aber hier geht’s weiter. Noch 53einhalb Stunden, Es böllert draußen schon und bald ist neues Jahrzehnt. Komm mir hier jetzt nich mit “2011 erst, weil…”, da muss ich dich nämlich leider verhauen, das geht mir so ab, dieses stoische “Ich hab das mal in der Hamburg-Mannheimer Allgemeinen Sonntagszeitung gelesen, die Zeitrechnung fing mit 1 an und das ist eben so, ich feier das erst nächstes Jahr”. Nix. Wenn einer geboren wird, z.B. Jesus Christus, ist der doch auch nicht gleich 1 Jahr alt. Die 1 muss stehen, aber an vorletzter Stelle reicht. Ich sehe das auch ein bisschen magisch, so ein neues Jahrzehnt bringt viele Veränderungen, erwartet man zumindest. Für mich persönlich stimmt das sicher, hat aber 2009 eigentlich schon angefangen. Es wird ja viel schlechter gemacht, als es ist, auch das Bild hier an der Seite deutet das an, wirkt so’n bisschen deprimierend und kulturkritisch, aber eigentlich muss ich sagen, war 2009 ein ziemlich gutes Jahr, für mich persönlich jetzt, und ich setze darauf, dass es so bleibt. Warum auch nicht? Ich wünsche allen nachträglich ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und im Voraus ein gutes neues Jahr(zehnt). Na, rutscht mal gut rein, Leute.
Bild: Stadtneurotiker (cc)
Hallo ihr Designertürklinken!
Neulich bin ich mit Sebastian um die Häuser gezogen. Er hatte ‘ne Lesung in Berlin und ich bot ihm Obdach. Denkwürdig war wohl, wie wir die hässlichste Straße Berlins entlangflanierten, uns eine Frau Vaginasynonyme hinterherspie und Sebastian in seiner norddeutsch-schwäbisch-trockenen Art meinte: „Berlin halt.“ Ich brachte ihm auch das Björn Grau’sche Axiom bei, nach dem jeder Weg innerhalb Berlins exakt eine Dreiviertelstunde benötigt. Das stimmt, egal von wo nach wo. Björn Grau und andere Twitterer und Blogger trafen wir dann auch abends bei der Jour Fitz-Lesung (Seite ist gerade kaputt). Es war voll und interessant und alles schwankte. Mehr lest ihr beim Sebastian.
An diesem Tag, vielleicht war es auch der nächste, stellte Sebastian, vielleicht war es auch ich, fest, dass man beim Twitter-Favorisierungsaggregator favstar.fm, vielleicht war es auch favotter, fast ausschließlich mit schlechten Wortspielen nach oben kommt. Traurig, ist jedoch so: Liste der letzten deutschsprachigen Tweets mit mindestens 10 Favs. Here’s the thing: Heute morgen beim Zähneputzen fiel mir ein ganz besonders schlechtes Wortspiel ein. Ich streng mich da gar nicht an, das überkommt mich eben manchmal. Dieses Wortspiel war so mies, so unterirdisch schlecht, so dermaßen bei-uns-auf-Arbeit-muss-man-dafür-Geld-in-die-Phrasendrescherkasse-werfen, so komplett den-kannste-nichtmal-laut-aussprechen, dass ich beschloss, die Probe auf’s Exempel zu machen. Ich bin noch nie einer Peinlichkeit aus dem Weg gegangen und twitterte es also, das Wortspiel aus der Hölle.
«Wortspielhölle» weiterlesen
Hat ja auch was für sich, krank zu sein. Man hat mal wieder Zeit und Bock, die dicke Wochenendausgabe der Zeitung lesen. Und dann ist da mal wieder so eine Überschrift, die in ihrer Naivität wie ein Presslufthammer auf die Augäpfel einsplattatatert.
fragt da ein 19-jähriger Schüler.
Demokratie in der Schule — kann man was dagegen haben? Wenn ja, dann vielleicht das: Man wird als Schüler in Geschichte, Politik, Politischer Weltkunde, Sozialwissenschaften usf. bereits ausreichend mit dem Auswendiglernen der Syntax unseres Staatssystems drangsaliert. So ein Heranwachsender wird aber nicht automatisch zum Demokraten, nur weil er weiß, was Überhangmandate sind und welches Gremium den Bundespräsidenten wählt. Zumal, wenn er dank immer stärker komprimierter Lehrplänen keine Zeit mehr hat Kind und Jugendlicher zu sein, wenn er sich nicht einmal gegen tyrannische Lehrer wirkungsvoll zur Wehr setzen kann, wenn das ganze System Schule auf Autorität und Top-Down-Methodik fußt. Die Möglichkeit zu partizipieren und seiner eigenen Stimme Gehör zu verschaffen, hat mehr mit Demokratie zu tun als tumbes Pauken von Strukturen. Wir brauchen kein neues Schulfach, wir brauchen eine neue Schule.