
Die neu gewählte Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat die Bundesregierung und die deutsche Justiz aufgefordert, schärfer gegen den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vorzugehen. «Für mich ist dieser Mann ein zweiter Hitler», sagte Knobloch der «Bild»-Zeitung. Ahmadinedschad leugnet den Holocaust, was in Deutschland strafbar ist.
Netzeitung.de: Knobloch vergleicht Irans Präsidenten mit Hitler (08.06.2006)
Frau Knobloch, also bitte. Was ist denn mit Stalin, Pinochet, Ceauşescu, Milosevic, und so weiter? Wenn schon, denn schon. Es wird Zeit, dass sich ein Zentralrat der Hitler-Nachfolge-Definition gründet, damit ich nicht mit mir hadern muss, ob Ahmadinedschad jetzt der zweite, fünfte oder siebzehnte Hitler ist.
Nee, jetzt mal im Ernst: Manche Taten sollte man nicht miteinander aufwiegen, gerade wenn man beansprucht, eine moralische Instanz zu sein. Sonst macht man sich lächerlich und sägt am Ast, auf dem man sitzt.
(Nein, ich bin weder Geschichtsrevisionist noch Ahmadinedschad-Gutfinder.)
Ich war sehr überrascht – bei YouTube gibt’s ja alles – gerade, was Musikvideos angeht. Hier ein paar besonders schöne:
Slut – Time is not a Remedy
erzählt die Geschichte eines jungen Mannes und seiner Wohnung im Zeitraffer.
UNKLE ft. Thom Yorke & DJ Shadow – Rabbit in your Headlights
Ein offenbar verwirrter Mann stolpert Unverständliches brabbelnd durch einen Autobahntunnel. Verstörendes Video, energetisches Ende. Man kann ja das kreative Potential erahnen, wenn Radioheads Thom auf Plattennerd DJ Shadow trifft.
Kashmir – Rocket Brothers
Stilistisch: Die Simpsons treffen auf Kubricks Dr. Seltsam. Ein wunderschönes Video aus dem besten Album der Dänen.
Darude – Sandstorm
Dumpfer Prolo-Dorftechno? Energetischer Elektro? Ich mag mir kein Urteil erlauben. Das Video ist aber sehr geil. Etwas Lola rennt, etwas Matrix. Sehr lässig.
Muse – Bliss
Matthew Bellamy fällt in ein Loch. Und fällt. Und fällt. Die Schwerkraft ist sowieso überbewertet.
KoRn – Y’all want a Single
Ich mag KoRn ja gar nicht. Dieses Video hat allerdings eine Aussage. Anschauen!
Demnächst mehr.
Gerhard Wisnewski weist darauf hin, dass die bis dato im Internet frei verfügbare Dokumentation Loose Change 9/11 über die Ungereimtheiten in den Ereignissen am 11. September 2001 momentan offline ist. Grund seien Urheberrechtsansprüche der französischen Brüder Naudet, aus deren Dokumentation über die New Yorker Feuerwehr einige Ausschnitte entnommen wurden. In letzterer wurde ein junger Feuerwehradjutant über mehrere Monate begleitet. Die Ereignisse am 11. September, in die dieser zufällig geriet, wurden ebenso zufällig sehr detailliert von den französischen Filmemachern dokumentiert.
Ich hatte über Loose Change bereits berichtet. Eine sehr sehenswerte Dokumentation, die nicht zuletzt aufgrund der jüngst veröffentlichten “Beweisbilder” zum Flugzeugeinschlag ins Pentagon aktuell und unbequem ist.
Bei Google Video kann man sie dennoch weiter anschauen und auch die in den Filesharingnetzen verfügbaren Versionen werden natürlich nicht von heute auf jetzt offline sein. Ich rate zum Anschauen. Man muss nicht alles glauben – wenn jedoch nur in der Hälfte der präsentierten Fakten ein Fünkchen Wahrheit steckt (und man ist geneigt, das anzunehmen), ist 9/11 ein Skandal, den man nicht mehr mit dem Pauschalvorwurf “Verschwörungstheorie” aburteilen kann.

Die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit als “eigene Schuld” des Arbeitslosen ist in Deutschland gesellschaftlich wesentlich stärker ausgeprägt als in den meisten anderen Ländern. Mag man die Gründe dafür politisch, soziologisch oder historisch suchen – es bedeutet, dass im öffentlichen Diskurs weniger (bzw. so gut wie gar nicht) auf makropolitischer Ebene nach Fehlern bzw. Möglichkeiten der Verbesserung gesucht wird, sondern in erster Linie auf der individuellen. Das fängt im Kleinen an. Wer länger arbeitslos ist, wird im Familien- und Freundeskreis gefragt, ob man denn schon “wirklich alles mögliche unternommen” habe, ob man denn nicht notfalls auch bereit sei, wegzugehen oder eine geringer qualifizierte Arbeit anzunehmen. Die fehlende Möglichkeit, zur Identitätsstiftung, zum “dabei sein” notwendige Konsumgüter zu erstehen, führt zusätzlich dazu, dass eine gesellschaftliche Ausgrenzung stattfindet.
Mittelfristig wenden sich viele Freunde ab vom Arbeitslosen, dem Sozialschmarotzer. Kaum jemand fragt nach politischem Versagen (Schulsystem, soziale Spaltung, Ökonomisierung als politisches Leitmotiv) oder den psychologischen und gesundheitlichen Konsequenzen, die Arbeitslosigkeit mit sich bringt (Depressionen, Apathie, Minderwertigkeitsgefühle, Mangelerscheinungen aufgrund schlechterer Ernährung) und dem daraus resultierenden Teufelskreis. Eigenverantwortung, ja klar, das kann jeder. Wirklich?
Auf subtilere Weise wird auch bereits die Armut zum sozialen Stigma, wenn sie etwa als mangelnde Leistungsbereitschaft charakterisiert wird, wenn die Schuld für Armut alleine in einem persönlichen Versagen gesucht wird, wenn Betroffenen ein Ausruhen in der sozialen Hängematte unterstellt wird, etwa bei Arbeitslosen.
Zitat Wikipedia: Stigmatisierung
Die Politik spielt diese Spiel selbstverständlich mit, sie treibt es massiv voran. Ganz klar: Je mehr Verantwortung dem Individuum zugeschrieben wird, desto weniger hat man selbst zu tragen. Diese taktische Finesse wurde allerdings erst in jüngster Zeit eingebracht. Ein Beispiel: Ging es in den ersten Tagen von Hartz IV – so wurde vorgegeben – noch darum, die Arbeitslosenzahlen zu halbieren, wird jetzt – zumindest implizit – zugegeben, dass lediglich die Kosten für den Bestand an Arbeitslosen reduziert werden sollten und sollen. Damit wird gesagt: Arbeitslose, ihr seid zu teuer! statt: Arbeitslose, wir müsse etwas an eurem Status ändern! Dass die Hartz IV-Reformen von Anfang an dazu ungeeignet waren, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Um dies öffentlich zu legitimieren, wird bewusst eine Spaltung der Gesellschaft herbeigeführt. Durch Verschärfungen von Kontrollen der ALG-Empfänger, denen wie selbstverständlich die Annahme zu Grunde liegt, ein Großteil der Beziehenden seien Leistungserschleicher. Und der brave Angestellte denkt: Richtig so. Arbeiten kann jeder – ich hab’s doch auch geschafft. Die vielzitierte Friseurin mit dem Einkommen von 600 Euro denkt sich “Die faulen Schweinehunde sollen gefälligst weniger haben als ich, schließlich arbeite ich für mein Geld!” anstatt “In was für einer Gesellschaft lebe ich eigentlich, die eine Vollzeitbeschäftigung wie meine so mies entlohnt?”
Durch Äußerungen wie folgende wird diese erwünschte Spaltung unterstrichen:

Es darf nicht der Eindruck entstehen, in Deutschland bekommt man als Arbeitsfähiger eine Grundsicherung und kann den ganzen Tag im Bett liegen bleiben.
Volker Kauder, Generalsekretär CDU, in der Süddeutschen Zeitung (30.05.06): “Wer Hartz IV erhält, darf nicht nur herumgammeln”
Nur wer arbeitet, soll auch essen
Franz Müntefering, SPD, Vizeführerkanzler, zitiert nach Die Zeit (10.05.2006): Arbeiten fürs Essen
Über die sozialen Probleme in Frankreich kann man genauso furchtbares berichten, eines finde ich aber bemerkenswert: Die Solidarität, mit der jeder auf die Straße geht, um Missstände aufzuzeigen. In Deutschland hingegen sind dem Arbeitenden die Studenten suspekt, dem Studenten die Senioren, dem Senioren die Beamten, und so weiter. Leute, versteht das doch mal: Das ist politisch gewollt! Hört auf mit den Kleinkriegen und Stigmatisierungen und seht doch mal das Ganze: Es geht um die Dekonstruktion des Artikel 1, Grundgesetz!
Ich möchte verdammt nochmal, dass all diese allwissenden Volkspolitiker und Wirtschaftsweisen einmal für einen Monat von ALG II leben müssen, mitsamt sozialer Ausgrenzung, LIDL-Einkäufen, Arbeitsamtagentur-Wartemarken, Billigzigaretten und den Vormittagsprogrammen der Privatsender – damit sie wissen, was sie dort eigentlich beschließen.
Ach ja, kaum einer hat’s gemerkt. Seit neuestem darf der Staat wissentlich Menschen verhungern lassen. Man muss nur drei Arbeitsangebote in einem Jahr ausschlagen (wegen Würde und so), dann gibt’s gar nichts mehr. Also ab, ihr Heer von Millionen, auf die Brandenburger Spargelfelder, den Polak vertreiben.
Was man tun kann? Wen anders wählen. Demonstrieren. Sich abseits der Mainstream-Medien informieren. Das große Übel in seiner Gesamtheit versuchen, zu erfassen. Anders denken. Reden. Arbeitslose als Menschen sehen. Den eigenen Wohlstand nicht als selbstverständlich annehmen, auch mal über den Tellerrand schauen. Sich nicht spalten lassen.
Weiterlesen:
[UPDATE:]
Im aktuellen Focus steht, dass Volker Kauder die Idee hatte, ALG würde missbraucht und müsse dringend nachgebessert werden, als er im Taxi saß. Der Taxifahrer dankte ihm nämlich, dass er aufgrund von Hartz IV nicht mehr zwölf Stunden am Tag arbeiten müsse, sondern nur noch acht.
Ein erschütternder Fall von Leistungserschleichung! Diesen Arbeitsverweigerungs-Mentalität muss der Garaus gemacht werden. Der Mensch ist schließlich für die Arbeit da und nicht umgekehrt.
Die auf dieser Seite stehenden Fotos sind übrigens von Volker Kauders Seite entwendet habe und von mir – Achtung! – optimiert (im Sinne künstlerischer Freiheit). Hrhr. Mehr gibt’s hier, z.B ein Gruppenbild mit Dame. Nebenbei: Erinnert sich noch jemand an den iKauder?
Ein Skandal kann in den meisten Fällen nur durch die Medien erschaffen werden. Was, wenn der Skandal aber die Medien betrifft? Wenn die Ungeheuerlichkeit schon zum gewöhnlichen Agieren in dieser Sphäre gilt? Die Idiotie, die dahinter steht ist eine von uns erschaffene. Wir sind willige Konsumenten, weil wir es sein sollen – aber auch wollen. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden: Konsum ist gut und wichtig, er erhält unsere Gesellschaft am Leben – selbst wenn die durch den Konsum gestillten Bedürfnisse künstlich erschaffene, gar sinnlose sind. Spräche ich anders, ich tät’s mit gespaltener Zunge. Es geht mir aber um etwas anderes.
Und worum? Um das Fernsehen. Um Sabine Christiansen. Ich habe mir ihre Sendung von gestern nicht angeschaut, 3,8 Millionen andere Menschen aber. Gestern nacht noch las ich einen Artikel aus Quirinus’ Demokratie und Alltag. Dort hieß es:
Welche Art von Sozialstaat wollen wir? Über diese und andere Fragen, so heißt es in diversen Programmankündigungen, diskutiert Sabine Christiansen heute abend mit ihren Gästen. Und das sind: Wolfgang Clement (Ehem. Wirtschafts- und Arbeitsminister, SPD), Markus Söder (CSU-Generalsekretär), Klaus Wiesehügel (Vorsitzender IG BAU), Lucy Redler (WASG), Hans-Ulrich Jörges (Leiter Hauptstadtbüro STERN).
Ich bin fast kollabiert. Warum setzt man neben drei selbstgerechte “Macher”, die richtig tief in den Lobbynetzwerken und -hinterzimmern stecken (übrigens genau wie Frau Christiansen), aber auch für ihre populistische Rhetorik bekannt sind,
- einen Gewerkschaftsboss ohne großen Einfluss, aber mit reichlich Loyalitätskonflikten (Arbeitnehmer vs. SPD-Realpolitik)
- und eine radikale Trotzkistin, die gerade erst aus ihrem Parteivorstand ausgeschlossen wurde und obendrein auch noch gut aussieht – was eine Frau in der Politik schon mal von vornherein disqualifiziert (Ist-, nicht Soll-Zustand, für mich-falsch-verstehen-wollende).
In solch einer Sendung kann es doch gar keinen diskursiven Schlagabtausch gegeben haben. Wie viele der 3,8 Millionen werden denn realisiert haben, worum es hier eigentlich ging? Um Manipulation. Die Meinung der Mehrheit wird nunmal durch die Massenmedien geprägt. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten genießen immer noch den Ruf, seriöse Informationen neutral aufzubereiten. Nun, wer das glaubt, den weiß ich leider enttäuschen zu müssen.
Da gab es zum Beispiel eine Sendung von Beckmann am 20. März diesen Jahres, in der Norbert Blüm als Verfechter der gesetzlichen Rentenversicherung eingeladen war. Ins Auge stach dabei die Feindseligkeit, mit der der Moderator den ehemaligen Arbeitsminister anging, ihn immer wieder unterbrach und persönlich wurde. Auch ein anderer Gast, die B-Promi-Voyeurine Nina Ruge, argumentierte gegen Blüm. Später wurde bekannt, dass Ruge und Beckmann Werbeverträge mit der privaten Versicherungswirtschaft hatten.
Nun geriet Beckmann danach stark in die Kritik und musste versprechen, in Zukunft seine Werbeverträge offenzulegen. Aber was wäre nun, wenn das kein Einzelfall gewesen wäre? Wenn tatsächlich wirtschaftliche Interessenvertreter alles nur mögliche Unternehmen würden, um gutgläubige Bürger auf ihre Seite zu ziehen, ihnen ihre Weltsicht aufzuzwingen? Dem eigenen Profit zuliebe?
Da gibt es z.B die INSM, in der sich genau solche Menschen zusammenfinden und Werbeleute engagieren, um bestimmte Botschaften unterbewusst (z.B. in Polit-Talks oder Daily Soaps) auszusenden: Weniger Staat, mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Kurz: Reformen. So nennt sich Sozialabbau nämlich im Neusprech der Lobbyisten und der Medien, ihren willigen Erfüllungsgehilfen. Und: ja, es gibt auch in den Medien Lichtblicke. Etwa Monitor und Zapp, die genau diesen Machenschaften nachgespürt haben. Das kann man sich auch online ansehen. Wenn man sich damit beschäftigt, ahnt man ansatzweise, welche informellen Verbindungen und Netzwerke ohne Verträge, Protokolle und Vereinsnamen zwischen Politik und Medien es noch geben mag. Sehr erhellend war in dem Zusammenhang die Dokumentation Strippenzieher und Hinterzimmer – Meinungsmacher im Berliner Medienzirkus von Thomas Leif. Leider gibt’s die nicht zum Streamen, aber wenn irgendwie/-wo die Möglichkeit besteht – anschauen.
Zum Schluß der Verweis auf einen Artikel, der einen Blick von außen und alter Schule auf den Journalismus in Deutschland markiert. Der Schweizer Journalist Frank A. Meyer in der Frankfurter Rundschau: Küssen sie mal einen Bildschirm (24.05.2006)
Doch es gibt noch ein weiteres Netz, das uns gefangen hält. Ein intimeres: Wir (die Journalisten – Anm. d. Bloggenden) bewegen uns mehr und mehr und am liebsten untereinander. Neben dem Arbeits-Bildschirm ist die Medienszene unsere engere, unsere enge Heimat geworden. Wir sind auf dem besten Weg, eine Kaste zu werden. Und die eherne Regel jeder Kaste heißt: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. (…)
Und dennoch ergeben sich ob so vieler verständlicher Gemeinsamkeiten auch fatale Gemeinsamkeiten: Zum Beispiel ganz plötzlich und ganz ohne böse Absicht ein Mainstream in der Einschätzung von Politik oder Wirtschaft, von Politikern und Unternehmern, von Parteien und Verbänden und Gewerkschaften. Gesellschaftliche Entwicklungen werden plötzlich, ohne böse Absicht, von den führenden Medien, von den Stimmungs- und Meinungsmachern unter den Journalisten sehr, sehr ähnlich gesehen – fatal ähnlich.
Wer hätte das gedacht? Da geb ich mein Senf zur aktuellen Lage im eD2K-Netz ab, schreibe ein paar Sicherheitstips für’s Maultier rein, Netzpolitik zitiert und verlinkt mich und – zack – explodieren meine Besucherzahlen. 1200 Hits in drei Tagen. Das ist natürlich nichts für ein A-Blog, aber für Z-Gras bemerkenswert. Immer noch ungläubig auf meinen X-Stat-Counter schielend, vermag ich auch ein wenig meinen durch Eitelkeit lancierten Stolz nicht gänzlich zu verhehlen.
Dennoch wird das hier jetz kein Esel-Blog werden. Sowas bräuchte es zwar auch mal, aber wenn – dann würde ich (vielleicht) mitmachen, nicht machen. Gibt einfach zu viel anderes zu schreiben (wenn man denn die Zeit dazu hat). Ausserdem: Wer weiss, ob Zitronengras überhaupt noch so lange lebt? Keine Panik: Falls nicht, wird es sich in ein größeres Ganzes einschmelzen. So Borg-mäßig.
//edit:
Bin jetzt ebenfalls verewigt in den Gulli:News. Sehr abgefahren, das.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die bislang größte Razzia gegen Benutzer des eD2K-Netzwerkes hat heute morgen stattgefunden. Die Schlagzeilen in der etablierten Presse sind natürlich ein Schlag ins Gesicht für alle, die legales Filesharing betreiben und tragen gut dazu bei, Filesharing weiter als grundsätzlich illegale Grauzone des Internets zu stigmatisieren.
Am besten informiert ist mal wieder gulli.com. Dort und bei heise kann man die Entwicklungen vermutlich am besten weiter verfolgen.
Betroffene sollten sich bei netzpolitik.org melden.
Ansonsten: Ich habe vernommen, dass ein gewisser Schutz gegen Download-”Spionage” von guten eMule-Mods wie Xtreme und ScarAngel ausgeht, die die aktuellste Version der Dynamic Leecher Protection und der IPfilter.dat (etwa wöchentlich in eMules Config-Verzeichnis speichern) haben. Dazu kann man auch noch PeerGuardian installieren.
Die ganz Paranoiden können dazu noch, etwa mit Sentry, Teile der Festplatte per Passwort sichern (selbst nicht getestet).
Trotz allem gilt: Endgültige Sicherheit vor Strafverfolgung bringt das alles nicht.
//edit:
Bitte auch lesen: F!XMBR zum Thema
[UPDATE:]
Heise weist darauf hin, dass die IP-Adressen der geschnappten Dateitauscher (“Diebe”, “Piraten”) von einem Server stammten, der mit einer dafür entwickelten Software die angebotenen Dateien mitloggte.
eMule läuft übrigens auch sehr gut ohne Serververbindung. Die Quellen bekommt man fast genauso schnall dank des dezentralen KAD-Netzes und Quellenaustausch.
Optionen -> Verbindung -> Häkchen bei “eD2K” weg
Es dürfte schwierig für die IFPI werden, zu beweisen, dass der Inhalt der Dateien tatsächlich dem Dateinamen entspricht. Im eD2K-Netz sind Datei (Hash) und Dateiname nämlich grundsätzlich voneinander getrennte Informationen.
Ein Beispiel:
So könnte man über die eD2K-Suche vielleicht etwa eine Datei finden, die den Namen “Geiles_neues_Album_von_dieser_finnischen_Rockband_da.rar” trägt, in Wirklichkeit aber das Urlaubsvideo der Familie Müller auf den Kanaren als DivX-AVI ist*.
Warum sollte das Urlaubsvideo von jemandem umbenannt worden sein? Nun, vielleicht wollte Familie Müller einfach nicht, dass jemand Fremdes das Video sieht, der auf’s Geratewohl nach “Urlaubsvideo” sucht. Darum haben sie Dateinamen und -endung einfach geändert und den eD2K-Link mit dem falschen Namen an Freunde und Verwandte geschickt und zusätzlich den echten Dateinamen per Mail – mit dem Hinweis, dass die Datei erst nach dem Herausnehmen aus dem Share zurück-benannt werden sollen. Soll’s geben.
Mir ist so etwas mal in negativer Hinsicht passiert: Ich wollte ein Video eines deutschen Komödianten herunterladen und habe versehentlich einen Kinderporno erwischt. Hab’s natürlich sofort gelöscht – aber hätte jemand diese Datei mitgeloggt, wäre ich vielleicht drangewesen (hab’s aber auch gemeldet).
Die IFPI müsste jetzt also alle Dateien selbst erst mal herunterladen und sichten (die liegen nämlich nicht auf den Servern), eh sie verifizieren kann, was da eigentlich wirklich drin ist. Denn: In dubio pro reo.
[2. UPDATE:]
Von vertraulicher Seite ist mir zugetragen worden, dass es sich bei dem Server der IFPI sehr wahrscheinlich um folgenden gehandelt hat:
Elite : dark-force-elite.org
IP:85.25.134.173, Port:4661
Zur Sicherheit sollte man aber am besten gleich alle deutschen Server aus der Serverliste löschen. Damit die nicht wieder hinzugefügt werden:
Unter Optionen -> Server ->
- “Serverliste beim Programmstart aktualisieren”
- “Server-Adressen vom verbundenen Server…” und
- “… von verbundenen Clients beziehen”
aus.
Wenn man wirklich nicht auf den Server-Connect verzichten will, kann man ein paar gute auch per Hand hinzufügen: Als sicher gelten nach wie vor z.B. die Donkey Server 1 und 2. Hier kann man sie direkt via eD2K-Link in eMules Serverliste eintragen.
In eMule gibt es die Einstellung, dass jeder die angebotenen Dateien sehen kann. Diese sollte man grundsätzlich unter Optionen -> Dateien -> “Freigaben sichtbar für:” auf “Niemanden” stellen.
Und noch was: Das Anbieten von 8000 MP3-Dateien via eMule ist nicht nur in rechtlicher Hinsicht fahrlässig, sondern auch technisch blöd. Dabei wird unnötiger Overhead erzeugt und viele Server weigern sich eh, so viele Daten zu indizieren. eMule ist eine Tauschbörse, die auf größere Dateien ausgerichtet ist, weswegen in Puncto Musik sowieso eher ganze Alben in Archivformaten getauscht werden.
[3. UPDATE:]
(Beim nächsten Mal mach ich einen neuen Artikel auf – versprochen
Höchst interessant: golem.de interviewt einen Anwalt, der auf Schadensersatzansprüche der Industrie spezialisiert ist. Auch er sieht die Musikindustrie in der Beweispflicht und erklärt, dass einzelne Dateien keine ausreichender Beleg für eine Copyrightverletzung aller angebotenen Daten sind, von denen schließlich nur der Dateiname bekannt ist.
[4. UPDATE:]
(Ich hau’s doch noch mal hier rein)
Falls hier ein falscher Eindruck entstanden ist:
Niemand ist sicher, geloggt zu werden und Post vom Staatsanwalt zu bekommen. Man kann aber gewisse Maßnahmen ergreifen, um die Risiken zu verringern.
Aber auch folgendes möchte ich unterstreichen:
Paranoia sind unbegründet. Noch geht man in der Masse der Filesharer, auch der deutschen, unter.
Und noch eine Klarstellung: Bevor ich die vermutete IP des Servers aus Hürth wusste, stand sie schon im offiziellen eMule-Board.
* Das ist übrigens auch der Grund, warum im eD2K-Netz so viele Fake-Dateien unterwegs sind.
Eben bei Technorati auf der Startseite entdeckt: Wil Wheaton empfiehlt sein eigenes und andere Blogs.
Wer ist denn Wil Wheaton? Na, Wesley Crusher, man! Die vermutlich meistgehasste Figur in Star Trek – The Next Generation. Komisch, habe gerade wieder angefangen, TNG zu schauen.
Aber was der gute schreibt, hat wirklich Fuß und Hand (äh).
Ja, nett! Hat Thommi Orner auch ein Blog? Ich glaub ja nicht.
Vor Jahren traf ich mich jedes Wochenede mit meinem Kumpel B. Er war einer der ersten, die ich kannte, die vom Amiga 500 auf den PC umsattelten. Nach Gianna Sisters und Rick Dangerous kamen also plötzlich Spiele wie Worms oder Sim City in unser Leben* und auf die 500 MB-Platte seine 386ers.
Zu dieser Zeit gab es in unserem Leben zwar noch kein Internet, aber dafür Shareware-CDs am Zeitungskiosk. Auf denen tummelte sich so manche Perle, aber auch ziemlich viel Müll.
So kam es, dass wir das Spiel Bananoid von 1990 auf der Romware Games Vol. I entdeckten. Das Spiel war ein Breakout-Klon und in dem Sinne selbst erklärend. Trotzdem war eine Readme-Datei beigelegt, auf Englisch und auf Deutsch. Die deutsche Version war eine direkte Übersetzung aus dem Englischen. Eine Maschinenübersetzung!
Was soll ich sagen – Diese Datei begleitete mich mehr als zehn Jahre. Liebeskummer, pubertäres Aufbegehren, nix zu Essen im Haus… Wann immer es mir schlecht ging, öffnete ich diese Readme Datei und konnte fortan wieder lächeln.
Bananoid – Tätigkeit benötigt
1) a Maus & Treiber installiert
2) a VGA Karte mit 256K
3) vorgeschlagen 10MHZ+ 80286 Maschine
Bananoid ist a breakout-Stil Spiel mit hoch (360 x 240) Auflösung MCGA Grafiken, eine oversized (544 x 240) spielen Feld und Maus-nur kontrollieren benutzend Seite-flipping für the Bildschirm kontrollieren. The fallend Blöcke Resultat in unterscheidend paddle Effekte, meist gut – eine schlecht. ich kennen Wir’neu- alle a klein Müde von Wand-Block-paddle-Pille Spiele, aber the Idee war einfach — the Grafiken Treiber waren was interessiert mir. The Geschwindigkeit ist kontrolliert von senkrecht zurückverfolgend, so an a Maschine langsamer als a 12MHZ 286 the Spiel mag erscheinen faul. O gut… aber an a schneller Maschine, the Spiel arbeitet at zunächst 60 Rahmen pro zweite. Dort ist nur Daten für sieben Stufen. das’s genug zu demonstrieren MCGA wie a funktionsfähig Spiel Modus an VGA Karten.
The right Maus Knopf advances Sie a Ebene (wenn Sie
geschehen zu sein bored mit the eine Sie’neu- an), und the linke Knopf ist benutzt für alle Ball-Ausgabe und missles-fires.
fallend Block Farbe Wirkung
grau – klein paddle
rot – lasers
Grün – “klebrig” paddle
hell blau – langsam Spiel
gelb – frei Leben
blau – doppelt paddle
Purple – nächstes Ebene
Bitte verstehen, Dieses war nur a wenig Tag Entwurf, so Dort sind mehr als a wenig “1.00″ type Fehler.
- Rechnung
für Diese von Sie mit a Paradies VGA Karte (nicht the Pro, aber the normal eine) und a Multi-Synch Monitor, versuchen the fulls.EXE.
Dieses gebraucht the 33MHZ (?) Punkt Uhr und reicht a Auflösung von approx. 600 * 480 mit 256 Farben. Dieses gebraucht meist alle 256K an the Karte zu Anzeige eine Bildschirme Wert von Information. Sie mag haben zu switch the overscan zu packen es alle an zu the Bildschirm at
einmal.
—————————— ENDE —————— R/Sch ——
Ich verstehe übrigens voll und ganz, dass der Name des Programmierers, Bill, in “Rechnung” übersetzt wurde. Schließlich war das ja nur a wenig Tag Entwurf.
* Ich weiss, Du Besserwisser – sowohl Worms als auch Sim City gab’s auch für den Amiga.
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