- Ich hab frei. Unwichtig, aber astrein.
- Ein Blog mit Potential: Milchgesicht. Darin befinden sich Reviews von Milchprodukten, unbedingt alle (beiden) Artikel lesen!
- Webcomic interessieren mich nicht so, mit Ausnahmen. Hier ist wieder so eine: Subnormality. Anleser: Ain’t no karma (ft. Henry Ford & Hitler), The Evolution of Alternative Music (ja!) und The Service, eine epische Zustandsbeschreibung postgraduierter Arbeitwelt
- Endlich kann ich auch mal wieder zocken. Zum Beispiel die Demo des Kransimulators 2009, die ich mir neulich herunterlud. Spielinhalt: Aus vielen verschiedenen aufregenden Kameraperspektiven viele verschiedene aufregende Teile mit wirklichkeitsgetreuen Kränen umschichten. Ich habe leider noch nicht ganz verstanden, wie man so ein Teil an den Kran “dranmacht”, dass man das hochheben kann. Aber ich habe ja auch noch den ganzen Tag Zeit, das rauszufinden.
Und wir fragen uns eben noch: Warum ist denn hier so viel Polizei am Ostbahnhof und was soll das mit dem Absperrband vor dem McDonalds und warum kommt hier ‘ne Durchsage, dass alle den Bahnhof verlassen sollen? Da haben die den Bombenheini geschnappt! Und wir waren live dabei, toll.
Da hätte Gabor Steingart bestimmt kein Verständnis für. Und Helge sowieso nicht.
Hier kommt auch schon das zweite Stück aus meiner Reihe “Wahlplakate, die ich gerne sehen würde”. Zeit, darauf hinzuweisen, dass ich mich mit genannten Parteien und abgebildeten Personen nicht zwingend identifiziere. Außerdem stehen alle Werke, so wie der überwiegende Restteil des Blogs unter einer CC-Lizenz, Klauen ist also erlaubt. Ich bin mir hinsichtlich der Rechtslage mit fremden Logos und Fotos unsicher, deswegen stehen die Bilder erstmal unter keiner freien Lizenz.
Bald beginnt wieder die Zeit, da Papier, Kleister und Pressspan an den Bäumen und Pfählen der Republik verrotten. Ingredenzien, die nicht minder gammelige Produkte, nämlich unsere Parteien, anpreisen. Es geht um die Bundestagswahl 2009. Da zu erwarten ist, dass man im kommenden Wahlkampf wie immer mit Nullaussagen und bizarren Gestalten von schlecht geshoppten Plakaten angeschrien wird, die ja doch nur verschönert oder bis zur Totalvergilbung hängen gelassen werden, habe ich mich entschlossen hier hin und wieder einen Alternativvorschlag zu veröffentlichen. So wie den Herrn Schäuble oben, Parteisymbol und den Namen des Herrn habe ich aus purer Absicht, wegen der Viralität, weggelassen. Es wäre doch toll, sowas mal auf der Straße zu sehen. Mach doch auch mit! Eyecatcher und freche Slogans sind gefragt, Hauptsache, irgendwie unkonventionell — husch husch, ans Werk.

Das kann doch nicht angehen, dass man die Schwarzen lobt und dann keine Gegenbeispiele anführt. In Bayern regiert leider immer noch der renitente kleine Bruder CSU. In der geht’s immer hoch her, kein Wunder bei der Mitgliederstruktur. Wer uns Nichtbayern dort schon alles auffiel: Westentaschennapoleons wie Effjott Strauß, ein Ede Stoiber, der mit Akten ins Bett geht und nun für Demokratieabbau verantwortlich ist, Markus Söder, ein Opportunist, der auch keine Widerlichkeit auslässt, sich beim Stammtisch anzubiedern, die geschasste “Krachlederne” Gabi Pauli, als Frau die auch mal widerspricht in der CSU ja sowieso Punk, und natürlich Günther “An jeder Ecke ein Terrorist und in Computerspielen sowieso” Beckstein. Eine CSU, die jahrzehntelang allein regierte, braucht dieses breites Spektrum an Persönlichkeiten natürlich zu Demokratiesimulationszwecken. Wäre ja schlimm, wenn alle in der Partei an einem Strang zögen, da könnte man ja auf die Idee kommen, man habe es mit einer Einparteiendiktatur wie bei den verhassten Sozialisten zu tun. Nein, natürlich ist das nicht vergleichbar. In Bayern gibt es ja nun wirklich keinen sozialen Druck, die “richtige” Partei zu wählen. Beziehungsweise kaum.
Für die Granden der CSU muss es ein Vabanquespiel sein, einerseits die stramm rechten Politikvorstellungen zu bedienen, die ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung offenbar hegt — andererseits aber über die Grenzen Bayerns hinaus zu demonstrieren, dass man selbstverständlich mit beiden Beinen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehe (auch wenn man mit dem Grundgesetz so seine Probleme hatte und es bis heute nicht ratifizierte). Wegen dieses ambivalenten Verhältnisses zur Basis und zur Bundespolitik finde ich, dass das Lachen der Abgeordneten als Reaktion auf die folgende Rede auf dem letzten CSU-Parteitag, bei der die Maske ein wenig fiel, auch eine aufgesetzt-nervöse Konnotation hat: Obwohl solche Äußerungen dem Denken vieler unserer Wähler entspricht, könnte es nach außen durchaus peinlich wirken. Also besser kichern und vorgeben, dies sei irgendwie Comedy. Aber vielleicht sehe ja nur ich das so.
Falls jemand den Akzent nicht versteht, eine Kurzzusammenfassung: Bayern ist die CSU und andersrum. Der Freistaat wird von Freimaurern, den “roten” Medien sowie Nicht- und Falschgläubigen unterwandert, keiner schert sich um den Mittelstand. Deswegen sollte man mehr auf die Stammtische hören, denn da wird die Politik gemacht. Und auf Edmund Stoiber. Am besten wäre es, wenn sich Bayern von der Bundesrepublik abspaltete.
Diese in meinen Augen zwischen Entrückung und leichtem Wahnsinn wirkende Rede stammt von Georg Pfister aus dem Bamberger Kreistag, der wie es scheint bereits 2005 ein Redeverbot für Grünen- und SPD-Abgeordnete und die Wiedereinführung des Volksgerichtshofes (Stichwort: Todesurteile gegen die Geschwister Scholl, Klaus Bonhoeffer, Stauffenberg) gefordert hatte.
Okay. (dieses Okay ist exakt so auszusprechen wie Kevin Spacey es in “American Beauty” tut, als er Mena Suvari kennenlernt)

Wie schön es heute Nacht geschneit
die Stadt liegt da im Puderkleid
Doch was da rieselt zuckrig-weiß
ist morgen schon ein Schneematschscheiß
Man muss ja nicht immer alles so dogmatisch sehen, gerade in politischen Dingen. Es gibt soger Christdemokraten, denen ich an der Haustür einen Staubsauger abkaufen würde, und zwar deren genau zwei: Norbert Blüm und Heiner Geißler. Letzterer hat im letzten Jahr Aufsehen erregt, als er bei attac eintrat. Gestern wurde im rbb-inforadio ein schönes Interview mit ihm gesendet. Themen waren die Finanzkrise, der Aktivismus von Attac und dessen Rezeption, Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit beim G8-Gipfel, Oskar Lafontaine (der für ihn — oh Wunder! — “kein Dämon” ist) und wie ihm seine Enkel immer den Federweißen vom Weingut stibitzen. Ein hörenswertes Interview.
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Ein Typ mit a) dubioser Vergangenheit b) handelt ziemlich dämlich. Peng! Schlimmschlimm. Das ist Zensur. Mord. Grundgesetzwidrig. Kommunismus. Jeder hat ‘ne Meinung und die meisten haben’s ja eh immer gewusst, so sind die eben und dann schreibt man auch mal einen Blogpost (das Pensum muss erfüllt werden), der mit “Ich habe keine Ahnung was los ist, aber scheinbar” anfängt und das war’s dann auch schon, denn morgen hat Google (Datenkrake, Suchmaschinengigant) ein neues Feature, das besprochen gehört. Es ist ja auch alles so wichtig. Wichtigwichtig. Ich geb dir mein wichtig und du gibst mir dein wichtig. Oder wir werfen gleich zusammen und kneten das fest, dass es eins wird und anschließend ab in den Backofen, dann wird das wichtig richtig hart.
Ich war gestern lecker beim Spanier essen und anschließend in der Philharmonie. An der leisesten Stelle bekam ich einen ununterdrückbaren Hustenanfall, ich kam mir sehr störend vor. Dann jedoch fingen auch andere Leute befreit zu husten an und ich merkte, dass die das vorher alle unterdrückt hatten. Ich, Held der Freiheit. Oder doch Kommunist?
Vielleicht sollte ich in Sachen Videos gerade mal etwas kürzer treten, aber das hier ist so charmant, dass ich es nicht unerwähnt lassen will. Hacken kann man nämlich nicht nur Naziforen, StudiVZ und den topgeheimen globalen Totalvernichtungscomputer der CIA, sondern auch “RL”-Kram. Hacken heißt nämlich nix weiter, als Lücken in Systemen zu suchen und sich zunutze zu machen (bzw. bei ethischem Hacken: Darauf hinweisen, dass man sich diese Lücken zunutze machen könnte). Ein schönes Beispiel ist die Pfeife, die Anfang der 70er einer Frühstücksflockenpackung in den USA beilag, mit deren Hilfe man kostenlos telefonieren konnte. Auch die neuen Pfandautomaten haben so ihre Angriffspunkte, auf dem letztjährigen Chaos Communication Congress gab es darüber einen lustigen und aufschlussreichen Vortrag. Hingegen ganz ohne Technik hackt dieser junge Franzose eine ganz alltägliche Situation, nämlich den Durchfahrschalter (“Drive-In”) einer Burgerkette, bei der er sich ein zwar mittelfristig nicht sättigendes, aber immerhin-besser-als-nix-Mahl ergaunert. Ich finde, das geht moralisch noch klar, wenn man Hunger hat, ist das halt Mundraub. Und was für ein pfiffiger! Danke an EuRo.



