Provinzcowboywillkür gegen Jungvermählte

Polizeiauto
Symbolbild: tragesessel4350 (cc)

Die folgende Geschichte ließ mich gestern echt aus den Latschen kippen. Zwei Bekannte von mir hatten geheiratet und ihre Flitterwochen in der Lüneburger Heide verbracht. So weit, so schön – herzlichen Glückwunsch an die beiden nochmal. Am fünften Tag ihres Aufenthalts jedoch wurde die Wohnung von Polizisten gestürmt. Ohne Erklärung der Gründe, Komplettdurchsuchung, wie in einem schlechten Film.

„Polizei, bitte aufmachen“ rief es von draußen. Omar schloss die Tür auf und öffnete die Tür, als die Polizei auch schon in das Haus stürmte. Omar hielt einen Arm vor die Tür mit der Bitte „Einen Augenblick, meine Frau zieht sich grade an“. Ein großer Polizist in schusssicherer Kleidung drückte seinen Arm weg und ein älterer grauhaariger Herr (der befehlsführende Beamte) hielt Omar seine Dienstmarke vor das Gesicht. Der große und zwei andere Beamte preschten in der Zeit voran in das Haus. Der ältere Herr kam mit Omar in den Wohnraum. In der Zeit hatte ich es noch geschafft, mich anzuziehen und ging auf den Beamten zu und streckte ihm meine Hand zur Begrüßung entgegen, was aber nicht erwidert wurde. Omar und ich mussten uns dann hinsetzen aufs Sofa, während das Haus durchsucht wurde. Mindestens zwei Beamte gingen nach oben in die Schlafzimmer und kamen nach einer halben Minute wieder nach unten.

Warum das Ganze? Nun, die beiden sind Muslime. Kathrin ist Konvertitin und trägt ein Kopftuch, Omar sieht so aus, wie sich Lieschen Müller vom Dorfe wohl einen „Musel“ vorstellt: Dunkle Haut, schwarze Haare, Bart. Und das, stellte sich heraus, war anscheinend ausreichend für einen Einsatz dieser Art:

Der ältere Beamte der Kriminalpolizei in Soltau setzt sich nun auf das Sofa gegenüber von uns und erklärte uns, jemand hätte am selben Tag folgende Indizien gemeldet: Am Sonnabend sei ein orientalisch aussehendes Pärchen „im Dunkeln“ ohne Auto im Dorf angekommen. Das war alles. Beide Beamte, die mit uns sprachen machten einen netten und anständigen Eindruck auf uns. Dennoch war ich aufgrund der Verletzung unserer Privatsphäre tief erschüttert.

Halten wir mal fest: Die Islamophobie ist in der Lüneburger Heide an einem Punkt angelangt, dass bereits „anders“ auszusehen, in Verbindung damit im Dunkeln unterwegs zu sein, Terrorverdacht auslösen kann. Dass die potentiellen Terroristen ohne fahrbaren Untersatz unterwegs sind, ist zudem verdächtig. Vielleicht will man ja den Eindruck erwecken, schlecht organisiert zu sein? Na gut, mag man da einwenden, das sind die Paranoia eines Einzelnen. Aber weit gefehlt – die Polizei als staatliches Exekutivorgan hält ebenjene Paranoia für so weit plausibel, dass sie gleich in GSG9-Manier nach dem Rechten schauen will.

Uns wurden nun Fragen gestellt (…)

Der Beamte verlangte unsere Personalausweise und fragte telefonisch irgendwo nach, ob gegen einen von uns etwas vorläge. Währenddessen stellte Omar ein paar Fragen an den großen kräftigen Herrn in der schusssicheren Weste. Er sagte uns, dass sie mit acht Beamten (die eigens zu diesem Einsatz aus den Betten geholt wurden) angerückt sind. Vier umstellten das Haus, während vier weitere in das Haus eindrangen. Die Beamtin stand während der ganzen Zeit des Gesprächs still im Hintergrund. Der ältere Herr Borchers hatte etwas Probleme, die Nummern auf dem Personalausweis zu lesen, da er seine Brille nicht dabei hatte, er bat den großen Beamten sie ihm vorzulesen. Dann gab er diese dann an die andere Person am Ende der Leitung weiter und merkte dabei noch anerkennend an, dass Omar fließend und akzentfrei deutsch spricht, also schon als junger Mann nach Deutschland gekommen sein müsse. Er fragte auch noch nach seinem Herkunftsland und seinem Beruf. Omar wusste nicht was die Frage soll, da er ja Deutscher ist.

Sollte irgendein naives Seelchen bis zu diesem Punkt noch davon ausgegangen sein, die Beamten hätten hier nur ihre Pflicht getan – man müsse ja vorsichtig sein seit Sauerland, Kofferbombern, 9/11 usw. usf. etc. pp – müsste derjenige spätestens an diesem Punkt einsehen, dass es sich um plumpen und stupiden Rassismus handelt, der da den Polizisten beseelte. Ich meine – Hallo?!?! – „Sie sprechen aber gut Deutsch“ zu einem Deutschen zu sagen ist eine Form der Konstruktion von „Andersheit“, die in anderen Ausprägungen schon viel zu oft in der Geschichte Menschenleben gekostet hat. Und überhaupt… Kotzen möchte ich, wenn ich sowas höre!

Für mich ist dieses Ereignis absurd und schockierend zugleich. Absurd deswegen, weil Kathrin und Omar so ziemlich das absolute Gegenteil von gängigen zerrbildern des Islam darstellen: Beide sind studiert und modern. Weder wollen sie irgendwen bekehren, noch sind sie intolerant Andersgläubigen gegenüber. Kathrin trägt ihr Kopftuch aus freien Stücken, beide sind durchaus kritisch manchen muslimischen Strukturen gegenüber. Beide bemühen sich um Dialog und Transparenz, versuchen ihre Erfahrungen als Muslim in Deutschland in Weblogs öffentlich zu machen (Kathrin schreibt auf musafira.de, Omar auf toomuchcookies.net).

Schockierend finde ich die Geschichte, weil ich immer mehr, auch im Alltag, den Eindruck gewinne, dass dieses Zerrbild vom Fundamentalisten und möglichen Attentäter (die zwar existieren mögen, aber in einer verschwindenden Minderheit) die Sicht deutscher Nicht-Muslime auf Menschen islamischen Glaubens als Negativfolie kontinuierlich stärker beherrscht, dies sogar das Handeln von Institutionen wie der Polizei betrifft. Was soll das? Sind wir wirklich schon wieder so weit?

Zurück zu Kathrins Schilderung der Ereignisse:

Ich fing an zu weinen, weil ich diese ganze Aktion nicht fassen konnte und geschockt war. Ich fragte ihn was diese Aktion denn jetzt sollte? Er sagte, dass dies mit einer ganz normalen Kontrolle – wie etwa der Alkoholkontrolle bei Autofahrern – zu vergleichen sei. Wir konnten nicht fassen, dass es einen solch großen aufwändigen Polizeieinsatz aufgrund dieser lächerlichen „Indizien“ gab. Das Telefon klingelte und es schien nichts Nennenswertes über uns zu geben, was wir dem Kommentar „Leider haben wir tatsächlich ein Paar in ihren Flitterwochen gestört“ entnahmen. Ich fragte den Beamten in was für einem Land wir eigentlich leben und er antwortete „In einem sicheren“. Zum Schluss wurde uns dann auch die Hand gereicht.

Ganz ehrlich, Sicherheit ist das letzte, was uns durch diese Aktion vermittelt wurde …

… und nur allzu verständlich dass die beiden deswegen ihre Flitterwochen abbrachen. Dass die Bouverlardjournaille hier keine Topstory wittert, schließlich sind die Opfer ja Muslime, ist zu erwarten (aber vielleicht auch besser so). Hoffentlich hat das Ereignis aber trotzdem ein kleines Medienecho zur Folge und ein Nachspiel für die dortigen Entscheidungsträger. Eine Entschuldigung pekuniäre Entschädigung für den vermiesten Urlaub wäre das Mindeste, was die beiden erhalten sollten.

[Update:]

[2. Update:]

77 Kommentare

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  2. Was für ein Wahnsinn.
    In seinen Grundzügen erinnert mich das an den Bohei der um die Idomeneo-Absetzung gemacht wurde. Wie es u.a. seinerzeit Omar dokumentiert hat, reichte auch dort ein Anruf.

    Eine anonyme Anruferin hatte im Juni über die Hotline der Bundespolizei ihre Bedenken vorgetragen. Nach dem Anruf erstellte das Landeskriminalamt eine Analyse, die den “Idomeneo” als “eine Gefährdungslage mit schwer abzuschätzenden Folgen für die öffentliche Ordnung und Sicherheit” einschätzte. Körting bestätigte gestern, dass er dies der Intendantin in einem Telefonat mitgeteilt habe.

    Wegen des Anrufs irgendeiner islamophoben Dame (vielleicht dieser hier?) entzündete sich also ein Staatsakt während dem Deutschland sich vor aller Welt als armes, um seine Freiheit kämpfendes Opfer gerieren konnte. Einfach widerlich.
    Es überrascht mich nicht wie weit der Rassismus inzwischen (wieder) gediehen ist,  aber es schockiert mich doch sehr. Mir wird durchaus mulmig, wenn ich bedenke wo das enden könnte. In Anbetracht all des Menschenhasses, der mittlerweile  gesellschaftlich wieder erlaubt ist und von vielen "Intellektuellen" gefördert wird. Sei es der Hass auf Arbeitslose oder der Hass auf Moslems.
    Und zu viele, die zwar (noch) nicht hassen, gucken aber doch viel zu oft gleichgültig weg oder wiegeln ab.

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  5. Ich bin für ein Verbot für Fensterbankkissen und für Zwangsrolläden.

    Vor 2000 Jahren wurden fremde Pärchen, die zu Fuß un im Dunkeln in Dörfer kamen, auch schon abgewiesen, und am Ende waren das dann Jesus' Eltern. Hat denn daraus niemand etwas gelernt?

    Als Beamter würde ich den Anrufer fragen, warum er mich wegen so einem Quatsch von der Arbeit abhält.

  6. mh…das is wirklich sehr abgefahren.aber das die beiden jetzt nicht gerade ein händeschütteln (bei immerhin einem "gsg9" einsatz) zu erwarten haben , oder vielleicht ein freundliches "na wie geht's , können wir vielleicht nen kaffee haben ? " war ja wohl klar , oder?
    die ganzen einsatz team leute kannten ja wohl , nachdem sie auch wahrscheinlich gerade aus ihren betten kommandiert worden waren auch nicht die situation (flitter wochen).
    natürlich ist es echt krank , das man eine wohnungsdurchsuchung startet , nur weil greti und pleti bei der örtlichen polizei angerufen haben.
    auf der anderen seite , is ja eigentlich nichts passiert.naja….

  7. Omar sieht so aus, wie sich Lieschen Müller vom Dorfe wohl einen “Musel” vorstellt: Dunkle Haut, schwarze Haare, Bart.

    Ist das die Vorstellung, die Otto Normal aus der Stadt von Lieschen Müller vom Dorfe hat? Mich überfiel beim Lesen dieses Artikels gerade das Bedürfnis, dieses Bild aus meiner (derzeit ländlichen ;o) Perspektive noch etwas nachzuzeichnen:
    1. Lieschen Müller ist, was ihre muslimischen Mitbürger angeht, genausowenig von Bildern aus ihrer Phantasie abhängig wie Otto Normal aus der Stadt, denn auch in deutschen Dörfern leben Muslime, die sich Lieschen Müller aus der Nähe angucken kann ;o).
    2. Auch in deutschen Großstädten gibt es (leider viel zu viele) rassistische Idioten. Und manche von denen arbeiten auch da bei der Polizei.

    Ansonsten finde das Ereignis, was Du hier beschrieben hast, zwar echt erschütternd, aber ich bin nicht wirklich überrascht, so etwas zu lesen. Nach der muslimfeindlichen Stimmung, die hierzulande, besonders in  den letzten Jahren (nach 2001), kontinuierlich von Seiten der Politik und Medien geschürt wurde und wird, war das zu erwarten. Und wenn in dieser Entwicklung nicht bald eine Kehrtwende herbei geführt wird, befürchte ich auch noch Schlimmeres. Machmal möchte ich einfach nur laut schreien: Politiker, Medienmacher, Otto Normal und Lieschen Müller kommt endlich zur Besinnung und erinnert Euch daran, wohin das führt!

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  9. @ mickey: Und wenn die einzelnen Beamten noch so freundlich waren, der Einsatz im Verhältnis noch so adäquat ablief – es zeigt sich in dem Ereignis ein struktureller Rassismus, den man nicht bagatellisieren muss. Du schreibst, das nichts passiert sei. Nun, dass das Vertrauen in den Rechtstaat für die beiden (und übrigens auch andere wie mich) nachhaltig erschüttert wurde, dass die Flitterwochen von Omar und Kathrin (die eigentlich eine der schönsten Zeiten im Leben sein sollten) saumäßig verdorben wurden, gar traumatisch endeten, ist nicht "nichts".

  10. @mickey
    Wenn während deiner Flitterwochen ein feindselig-paranoides Einsatzkommando ohne auch nur einen Hinweis auf eine mögliche Straftat (von einem feindselig-paranoiden Menschen "informiert"), deine Bude stürmt und dir und deiner Frau durchweg das Gefühl vermittelt rechtlos zu sein, dann würde ich den Satz "is ja eigentlich nichts passiert" noch mal von dir lesen wollen.
    Ab wann wäre denn in deinen Augen etwas passiert? Wenn einer angeschossen worden wäre, die Türen zertreten, Haarbüschel ausgerissen?

    Und na klar, jeder gute Bürger ist so nett und verständnisvoll, dass er duldsam alles verzeiht, was sich die Staatsgewalt so einfallen lässt. Natürlich kann man von GSG9-Hanseln keinen Respekt erwarten. Wo kämen wir denn da hin?!

  11. @Iris: maloXP hat als Berliner Stadtkind eine natürliche Abscheu gegen Schwaben und Landeier. Hihi…

    (Das sollte man wirklich nicht zu ernst nehmen, im Artikel sind ganz andere Dinge, die ernst genommen werden müssen)

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  20. Die Angst ist mittlerweile scheinbar tief in der Gesellschaft verankert – natürlich auch in den Köpfen derer, die in solchen Situationen einen klaren Kopf behalten müssten.

    Hätte der "Entscheider" bei der Polizei seinen Verstand gebraucht, dann hätte er den "Indizien"-Geber beruhigt. Hier wurde aber rein emotional gehandelt. Das darf sich der Staat schlicht und einfach nicht erlauben!

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  22. Die Saat der Hassprediger ist schon längst aufgegangen, da können sich Stefan Herre und seinesgleichen ihre feuchten Hände grinsend reiben.

  23. das ist doch ein geschickter Schachzug des Innenministers. Man erstecke das Übel im Keim, sprich: Versau den "Terroristen" die Hochzeitsnacht, verhindere so Nachwuchs.
    Der Mann ist ein Genie 😛

  24. Würden sich die anständigen Moslems von den radikalen vernehmlicher abgrenzen, gäbe es auch den Generalverdacht, der zu solchen Aktionen führt, nicht.

  25. @ Dieter: Ach stimmt, ich vergaß, das Recht auf menschenwürdige Behandlung und ordentliche Gerichtsbarkeit erwirbt man ja erst mit dem deutschen Pass. Was das andere angeht… Darf ich fragen, ob du dich stets wenn du auf die Straße gehst, grundsätzlich von allen Gewalttaten, Verbrechen u.Ä, distanzierst, die irgendwer deiner Nationalität oder Konfession verübt? „Guten Tag, was darf’s sein?“ „Ein Pfund Hackepeter, zweihundert Gramm Bierschinken und mit den Kreuzzügen hab ich nichts zu tun“.

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  27. @.markus: Ich habe Dich schon verstanden. So betrachtet, ist eher davon auszugehen, dass Du mich nicht verstanden hast. Ich gebe mal einen Tipp: Hackepeter, Bierschinken, Kreuzzüge.

  28. Ich lass das jetzt mal so stehen, hihi!

    Nein, warte!

    Erklär mir, wie du da auf Antisemitismus kommst. Bitte!

  29. Das kannst du mir nicht antun. Ich steh da echt auf dem Schlauch. Ich komme nicht drauf. Hilf mir!

    Eitelkeiten beiseite, sags mir ins Gesicht!

  30. Du kannst jetzt doch nicht kneifen? So sehr ich auch nachsinne ich komme nicht drauf, habe aber den schrecklichen Verdacht, dass auch du es schon wieder vergessen hast – ja?

    Jetzt komm, wir können doch über alles reden!

    (Tschuldige Malo für meinen Kommentaramoklauf 😉 )

  31. Wieso "Polizeiwillkür"? Dient nur unser aller Sicherheit. Da brauch man sich selber nicht gleich wieder als armes Opfer darstellen und die anderen als böse Ausländerfeinde.

    Trotz deutlicher Hinweise im Text oben bin ich nicht in der Lage, einzusehen, dass Muslim-sein und Deutsch-sein sich nicht ausschließen. Ferner bin ich bereit, für eine abstrakte Form von „Sicherheit“ grundsätzliche Werte wie Menschenwürde und Rechtstaatlichkeit zu opfern, bin damit höchst empfänglich für faschistische Ideologien und ein ideales Ziel neokonservativer Propaganda.

    Wären Europäer mit einem Flugzeug in eine pakistanische Moschee gestürzt, dann würden dort vermutlich gleich alle Europäer gelyncht. Passiert hier sowas? Nein. Also.
    Die Lektüre von verblödeten Blogs wie „Politically Incorrect“ hat mir so dermaßen das Hirn verbrannt, dass ich anstatt nachzudenken lieber rassistische Projektionen anwende, davon ausgehe, dass es eine uniforme muslimische Welt gibt und zudem die bei „Vergeltungsmaßnahmen“ des 11. September gegen die Zivilbevölkerungen in Afghanistan und dem Irak kollateral Getöteten (deren Assoziation ich mit meiner Metapher unweigerlich heraufbeschwöre) in meinem dichothomen und geschlossenen Weltbild gepflegt verdränge.

  32. Ups. Ich verstehe. 😉 Mein Schlauch, mein Fuß. Aber bei deinem "Kurnaz-Deutsch-Ding", dachte ich du wärst allgemein so dämlich. Hast es mir ja nicht leichtgemacht.

  33. Mensch Markus, hättste den Dieter nich erst noch als Nazi beschimpfen können bevor Du den Witz verstehst 😉

    Mein Rudelführer Dieter bat mich, hier noch einen Strahl an die Wand zu setzen. Um ehrlich zu sein, diesen Witz mit dem Antisemitismus reißt der Boss schon immer und ich hab ihn nie verstanden, aber er ist ja politisch inkorrekt und deswegen bestimmt gut. Besser ich werfe anderen Leuten fehlende Witzversteh-Kompetenz vor, als mich hier öffentlich zu entblößen. Ach ja, ein Godwin’s Law-Querverweis kommt auch immer gut. So einfach ist das, in einer Diskussion die Oberhand zu behalten…

  34. Bisschen peinlich die Sache, gebe ich zu. So über die Ironiefalle zu stolpern. Aber man kennt die Menschen ja nicht und welchen unfassbaren Müll und welche konstruierten Argumente man gerade im Bereich der Islamophoben zu lesen bekommt, da muss man ja abstumpfen und reflexartig deren reflexartigen Antisemitismusvorwurf verbal entgegnen.

    Der "Herr hm" ist ein Mensch der Kategorie "C&P". Den Kommentar durfte man auch schon bei Basicthinking lesen.

  35. Pingback: links for 2007-10-30 « SYSTEMWECHSEL

  36. Jaja danke für die "Bereinigung" meines Beitrags.

    War klar das hier nur ausgeteilt wird und die Meinung anderer nicht erwünscht ist, sofern sie nicht der eigenen entspricht.

    Das zum Thema Toleranz…

  37. Pingback: Leseempfelung I | Endlosrekursion

  38. Ooooch, "hm", weinst Du jetzt etwa? Ich für meinen Teil finde ja, Du solltest dankbar sein, dass deine "Message" überhaupt noch lesbar ist. Alleine dafür, dass Du hier eine invalide E-Mailadresse angegeben hast, hätte ich den von dir verfassten Müll bei besserem Wetter fachgerecht entsorgt. In der Tat genieße ich hier Hausrecht und toleriere bei weitem nicht jeden Dreck. Was Kommentare angeht, bin ich erztotalitär. Entspricht das etwa nicht deinem Zerrbild vom Linksfaschistomultikultigutmenschen? Darfst gerne eine Eingebung an Henryk M. Broder oder Stefan Herre verfassen, wenn dir das nicht passt. Und dich mit der hier herrschenden Kommentarpolitik beschäftigen. Das gilt übrigens für alle anderen PI-Nelken gleichsam, die hier noch aufschlagen.

  39. Irgendwie kommt leider alles genau so, wie es viele nach 9/11 befürchtet hatten. Aus diesem Grund habe ich damals die Organisation  „AWARD“ (Dialog der Kulturen) ins Leben gerufen. Viele, wie z.B. das  watchblogislamophobie, warnen ständig vor einer zunehmenden anti-islamischen Hetze in Deutschland. Aber die großen Medien sind einfach stärker und beeinflussen mit ihren Medienkampagnen das Denken der Bevölkerung. Dagegen wirkt der Islam-Dialog (hier eine Anerkennung an H.-M. Gloël und Ali-Nihat Koc) oft wie ein Kampf gegen Windmühlen. Deswegen finde ich es gut, dass solche Berichte auch hier, in der überwiegend unpolitischen Blogosphäre veröffentlicht werden.Welche sind die Beteiligten in dieser Geschichte: Ein junges Paar, „orientalisch aussehend“, „Jemand“, der eine Meldung macht und mehrere Kriminalbeamte. Das „Verbrechen“: Nachts, “im Dunkeln”, in einem Dorf ankommen. Ob der Polizist nun Rassist ist oder nicht, fast noch erschütternder empfinde ich diese dämonische Banalität, die „Banalität des Bösen“, mit dem (wieder), ohne großen Protest der Bevölkerung, elementare Grundrechte Stück für Stück, wie im Vorübergehen, vernichtet werden. Solange wir unsere Verantwortung an all dem nicht begreifen, werden unsere Volksvertreter „in unserem Namen“ weiter derartige Gesetze beschließen.  

  40. Mensch, mensch, mensch
    Schaltet doch einmal einen Gang runter. Tagtäglich werden in Deutschland Menschen zu Unrecht verdächtigt. Häufig reichen minimale Hinweise. Bei einem Thema wie dem islamischen Terror ist man halt noch nervöser.
    So what?
    Mir ist es lieber, die Behörden reagieren ab und zu mal über, als einmal zu spät.
    Der Blick auf den real exitierenden Islam (im Gegensatz zu der "islam ist frieden"-Märchen in Talkshows und Islamkonferenzen) zeigt, dass 1. extremes Mißtrauen gegen diese Ideologie notwendig ist und 2. unser Gesellschaftssystem ob seiner Freiheit und Liberalität weiterhin in jeder Hinsicht überlegen ist.

    Mensch, mensch, mensch.
    Meine kulturalistischen Drecksansichten in anderer Leute Blogs zu posten, versehen mit der auf PI üblichen und von Henryk Broder miserabel kopierten pseudosarkastischen Häme a la „Islam ist Frieden“ (höhö. hö.), verschafft endlich auch mir mal eine Erektion. Misstrauen ist aber auch angebracht. Mir ist es lieber, die SS, äääh, Polizei verschifft das unwerte Leben gleich nach Guantanamo, als dass ich mich mal psychoanalytisch damit auseinandersetze, warum ich so ein abartiges Menschenbild habe. Ich meine, wo kämen wir denn da hin, wir reden hier immerhin von AL QAIDA. In unserem sauberen und in jeglicher Hinsicht überlegenen SCHLAND!

  41. Pingback: andosch bandosch - diesdas dingdong knickknack

  42. Mir hat gerade eine Bekannte erzählt, eine schwarze britische Schriftstellerin sei in Berlin von der Polizei aufgegriffen, gefoltert und im Rollstuhl auf eine befahrene Straße geschubst worden, und die verantwortlichen Beamten ließen sich jetzt nicht ermitteln. So etwas ist in Deutschland schlichtweg ALLTAG. No justice, no peace!

  43. Hier wird ganz flott vorverurteilt: Die Polizisten sind die Rassisten, das Pärchen die guten, die unschuldig der Polizeiwillkür ausgesetzt wurden.

    Ich gebe nur zur Bedenken, dass wir alle kein Hintergrundwissen haben.

    Aber interessant ist schon, was man über Omar Abo-Namous nachlesen kann, so heißt der gute Mann, der da in der Ferienwohnung von der Polizei besucht wurde.

    Hier schreibt er z.B. einen Leserbrief zu einem Artikel auf quantara.de. Er stellt richtig, dass die sprachliche Verwendung des Begriffs  Terroristen in einem Artikel der Webseite falsch sei. Es würde sich vielmehr um "bewaffnete Widerstandskämpfer" handeln, die gegen eine Besatzungsmacht kämpfen würden. Anschläge seien zwar zu verurteilen, aber nur die gegen Zivilisten.

    Link: http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-603/i.html

    Da soll sich jeder selber mal Gedanken machen, wem die Polizei da einen Besuch abgestattet hat.

    Ich kann Google bedienen. Dabei bin in stundenlanger Recherche auf einen Eintrag gestoßen, der Omar Abo-Namous bereits als – jahaaaa! – Gedankenverbrecher enttarnt: Ein mit vollem Namen unterschriebener Leserbrief von 2004, der sich kritisch gegenüber der an einem dichotomen Freund/Feind-Schema ausgerichteten Definition von Terrorismus hinsichtlich der Titulierung von Aufständischen im Irakkrieg gegen die US-Besatzung äußert und ein bisschen mehr Differenzierung erbittet. Dieser Mann ist ganz gewiss eine Gefahr für unsere wertlichen Weste, Verzeihung – westlichen Werte™ und der besorgte Anwohner hat das schon ganz richtig erkannt. Drüben bei mir äußere ich auch noch Besorgnis über die Verharmlosung von Flaggenverbrennungen durch diesen Mann. Schwarz-Rot-Gold, in Flammen, und der Mann findet das nicht so schlimm! Ich weine heute noch, wenn ich an die 30 Protestler in Malaysia denke.

    Da soll sich doch jeder mal selber Gedanken machen und meinen Namen bei Google eingeben.

  44. Pingback: Der wilde Garten | Denk ich an Deutschland in der Nacht

  45. Du hast noch was übersehen, als Du Dich "drüben bei mir" umgeschaut hast: Bei mir kann jeder in den Kommentaren schreiben, was er mag. Und ich ändere, sperre oder gehe auch nicht unsachlich auf Kommentare ein, nur weil sie mir nicht passen.

  46. Tja Hermi, mein Recherchegott, du hast mit deiner "Meinung" auch keine konzertierten Spamaktionen von der PI-Mafia zu befürchten. Ich musste in diesem Thread schon ganz andere Kommentare löschen bzw. nicht freischalten. Insofern: Für dich wie für alle anderen auch gilt das hier.

  47. Hallo,

    für den Herrn „Sie sprechen aber gut deutsch“ hätte ich vielleicht auch ein paar deutliche Worte übrig.

    Grundsätzlich ist es aber so, dass die Polizei Anzeigen, auch den dämlichsten, und sogar wenn auch die Beamten selbst sie vielleicht für bekloppt halten, nachgehen müssen. Und insbesondere wenn es nicht um Lappalien geht, auch bei (vorsichtig gesagt) schwachen Verdachtsmomenten. Sprich: der Einsatz an und für sich (wie gesagt: gewisse intelligente Äußerungen bestimmter Beamter mal ausgeklammert) war dann unvermeidlich.

    Für mich gebührt somit mindestens 90% aller Kritik an dem Ganzen den paranoiden „lieben aufmerksamen“ Nachbarn.

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  56. „Sind wir wirklich schon wieder so weit?“

    Ja, sind wir!

    (Aber ich werde eine Antwort haben, wenn mich meine Enkel dereinst fragen, warum!)

  57. Pingback: Alles im Lot, Kader? - Citronengras

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