Präzise und prägnant

Auf den Einwurf

ja, auch ich finde es doof, daß man sich als deutscher immer zusammenzuckenderweise von allem abwenden muß, was auch nur annähernd mit der bösen vergangenheit zu tun hat.

antwortete User ahunda in einem meiner alten Stammforen (das ich hier aus gutem Grund nicht verlinke) mit Worten, die mich wegen ihrer schnörkellosen Direktheit und – dennoch – Erkenntnistiefe applaudieren ließen:

Das ist Unfug. Wer sich gerade im Gegenteil mit dieser Vergangenheit vernünftig auseinandergesetzt und seine Lehren gezogen hat, der kann ohne jedes Problem Stellung dazu beziehen. Probleme haben da nur die, die sich noch immer in irgendeiner Form über ihr Deutsch-sein identifizieren und deshalb irgendeine Kollektiv-Schuld verspüren.

Dass diese Denkweise in Deutschland weit verbreitet ist, zeugt lediglich davon, dass eine wirkliche Aufarbeitung der Geschichte (Entnazifizierung) in diesem Land nie stattgefunden hat. Die Mehrheit jammert heute darüber, dass man als armer Deutscher keinen Nationalstolz mehr haben darf, anstatt gelernt zu haben, dass Nationalismus eine Seuche der Geschichte ist, die wenig gutes und viel Unheil angerichtet hat (und das nicht nur in Deutschland).

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