9 Kommentare

  1. Ich glaube keiner der beiden Seiten und habe mir mein Urteil aus dem gebildet, was ich

    a) von einem friedlichen Demonstranten aus meinem Bekanntenkreis erfahren habe

    b) von einem Freund, der in Rostock wohnt erfahren habe und

    c) von einem Polizeibeamten aus meinem Nachbarort erfahren habe, der in Heiligendamm Dienst schieben musste.

    Das Problem ist, dass die Demonstranten natürlich selbst Kleinigkeiten schon emotional wahrnehmen (womit ich die Käfighaltung und einige Dinge jetzt nicht schönreden will), die Polizisten nicht verstehen, warum sie plötzlich Feindbild sind, da sie ja noch nichtmal freiwillig da waren sondern auf Anweisung und die Medien natürlich Quoten und Auflagen generieren wollen, ohne sich zu sehr mit dem Staat anzulegen.

    Und dann gibt es natürlich noch die BILD, aber wer dieser „Zeitung“ glaubt, dem verkaufe ich auch ein Ford-T-Modell als neueste technische Errungenschaft.

  2. Manchmal denke ich, das habe ich doch vor fast dreissig Jahren alles schon mal gehört und das ist alles recycled. Murmeltier und so…

  3. @ Farlion: Ich glaube nicht, dass Sebastian in seinem Beitrag das vielfach von den Medien reproduzierte dichotome Bild Chaoten vs. Staatsmacht wieder aufkochen wollte. Da wurde ja nicht Dame gespielt. Sowohl der Großteil der Demonstranten als auch der Polizisten wird besonnen agiert haben. Im verlinkten Beitrag wird vielmehr auf die Diskrepanz zwischen öffentlich gefilterter Breitenwahrnehmung und der Partikularwahrnehmung einiger unmittelbar Involvierter eingegegangen. Die dürfte nicht zuletzt dadurch enstanden sein, dass nur eine Teilmenge der eskalierenden Kräfte (einige in der Polizei nämlich) im staatlichen Auftrag handelte und deren Exzess im Gegensatz zur Gewalt von der anderen Seite dadurch entweder nicht wahrgenommen wird, als Einzelfall, oder – schlimmstenfalls – als legitime Ausübung exekutiver Pflicht klassifiziert wird. Bei Leuten, die letzteres glauben – und damit meine ich durchaus die paar Millionen die sich täglich freiwillig der Gehirnwaschanlagen und Verblödungsapparatschuks TV und Springer-Presse unterziehen – ist sowieso Hopfen und Malz verloren. Das Dumme ist: Die gehen auch wählen.

  4. „Das Dumme ist: Die gehen auch wählen.“

    In einer bierseeligen Stimmung haben wir mal eine Staatsbürgerprüfung, sowas wie einen Führerschein für Wähler, diskutiert. Wählen darf dann nur, wer seine intellektuelle Befähigung dazu nachgewiesen hat. Geht natürlich nicht. Vermutlich. Hat aber Charme.

  5. Ja, ich kenne solche Gedanken. Das Problem daran ist, dass dieser Test auch politisch instrumentalisiert werden könnte. Der, der die Kriterien definiert, hat ziemlich viel Macht in dem Moment.

    Der idealtypisch mündige Bürger ist leider ein Trugschluss – aber ohne diese Grundannahme kann eine Demokratie nicht funktionieren. Leider sieht es so aus, dass das Heer der Dummen und Desinteressierten dem besten Gesellschaftssystem unter der Sonne demnächst das Genick brechen.

    Ein anderes nettes Gedankenspiel: Was würde passieren, wenn – aus welchen Gründen auch immer – Fernsehen nicht mehr funktionieren würde? Was würde passieren, wie lange würde es dauern, bis die Masse aus der Narkose erwacht?

  6. @maloXP
    Die Frage, die sich stellt ist doch, warum der Bürger nicht aus seiner Lethargie erwacht. Ich schiebe den schwarzen Peter da ganz klar den Medien zu, die jeder staatskritischen Berichterstattung möglichst aus dem Weg gehen. Viele Bürger sind einfach desinteressiert, weil sie über die Gefahren gar nichts wissen.

  7. Was würde passieren, wie lange würde es dauern, bis die Masse aus der Narkose erwacht?

    Was soll passieren? Die Leute wollen Brot, Spiele und ihre Ruhe. Wenn sie das haben, ist alles gut. Sie haben keinen Grund zu protestieren und sie haben nichts zu verbergen.

  8. @ Pantoffelpunk: Naja, die Spiele fielen mit dem TV ja weg. Wahrscheinlich würde der Großteil einfach anfangen zu „karnickeln“ und in neun Monaten wäre die demographische Krise Geschichte.

    @ farlion: Ich sehe das als nicht als einseitigen Prozess, denn die (TV-)Medien senden natürlich das, was von der Masse gesehen werden will. Klar gibt’s Nischen, aber im großen und ganzen ist TV heute graue Unterhaltungsmassenproduktion der sicheren Sorte. Spiel und Talkshows, Boulevard und – allein das Wort schon – Infotainment. Die Sender gehorchen den Gesetzen des Marktes und das ist traurig genug. Ach, da hätte ich mal wieder eine nette South Park-Folge zum Thema: „Quest for Ratings“.

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