Sitcom ohne Konservenlachen

jesichtIch mag Sitcoms eigentlich nicht. Okay, How I Met Your Mother ist eine Ausnahme. Aber so im großen und ganzen sind mir Aldi US-Klamaukstaffetten suspekt. Ein Grund ist sicher dieses ständige Hintergrundgeblöke vom Band, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob der Sinn darin besteht, selbst den etwas auf den Kopf gefallenen anzuzeigen: Achtung, witzig, jetzt lachen oder eher die Szenerie künstlich aufzupeppen, weil Lachen ja schließlich sicher ansteckend ist, so wie Gähnen, selbst bei unlustigen Scherzen. Der Durchschnittsfernsehgucker, der denkt ja auch nicht viel beim Glotzegucken, ich weiß das von mir, da wirkt das subkutan sicher ganz gut, wenn da schon ein Fakepublikum sitzt, das einem das Sinnieren ob und wenn ja wie lustig eine Szene ist, abnimmt. Letztens bin ich bei YouTube auf ein paar Ausschnitte aus Sitcoms gestoßen, bei dem die Konservenlachen mit Mitteln modernster Technologien entfernt wurden. Am beeindruckendsten fand ich das bei „Big Bang Theory“, einer Sendung, die ich noch nie gesehen habe, es aber wahrscheinlich auch nicht tun werde.

Tja, kannste mal sehen.

9 Kommentare

  1. Ich verstehe worauf du hinaus willst. Aber vor allem ist mir aufgefallen, dass bei dieser Sendung der halbe Cast von Roseanne mitspielt.

    Die Nanny fand ich früher sehr lustig. Leider war dem nicht mehr so, als ich nach jahrelanger Sitcom-Abstinenz aus Bock mal ein paar Folgen guckte. Mir kam es lahm und dusselig vor.

    Aber was man ja auch mal festhalten muss, irgendwann hört man das Lachen nicht mehr. Bei HIMYM könnte ich aus dem Stegreif nicht sagen, obs da Konservenlachen gibt oder nicht.

  2. Was ich noch fragen wollte, das lachende Gesicht da oben und dessen, hmm ja, spärliche Bezahnung – verarbeitest du damit irgendein Zahnarzttrauma? 😉

  3. Minusflattr!!! Big Bang Theory ist sehr, sehr lustig, solltest Du doch mal gucken.

    Die Komik der Szene oben erschließt sich nur im Kontext, ist aber auch dann nicht wirklich ein gutes Beispiel.

    Sheldon Cooper (der die Nummer haben will) ist für BBT das, was Barney für HIMYM ist, von der Komik her. Also ich rate da dringend noch einmal reinzuschauen. Ach was raten, ich zwinge Dich. Da finde ich schon einen Weg.

    (Ach ja, Wurzelbehandlungen sind im Grunde nicht sooo schlimmm, wie allgemein kolportiert, man muss halt nur ewig den Mund auflassen. Aber rein schmerzlich ist da mit genügend Anästhetika nicht viel los, eigentlich garnichts.)

  4. Die meisten Sitcoms werden heute übrigens theaterartig vor Livepublikum eingespielt. So sind wenigstens die Lacher halbwegs echt 🙂

    gerade Big Bang Theory lohnt sich eigentlich auch für Nicht-Fans von Sitcoms. Ich finde die absolut ebenbürtig zu HIMYM.

  5. Ich gebe dir recht, ich mag diese Lacher auch nicht. Aber sie hatten eben diesen „Realitätseffekt“, der mal sehr gut ankam.
    Dass du The Big Bang Theory verurteilst ohne es gesehen zu haben, gefällt mir nicht. How I met your mother gefällt dir doch auch, also solltest du es ausprobieren, bevor du darüber richtest. Übrigens überlege ich gerade, ob How I met you mother wirklich Fake-Lacher drin hat. Echt? Muss ich mal drauf achten…

  6. Das „Lachen vom Band“ kommt aus einer Zeit, in der Sitcoms auf der Bühne gedreht wurden. Seinfeld, Friends, Roseanne – spätere gelungene Sendungen verzichteten auch auf Lacher, Scrubs beispielsweise oder The Office. Bei How I met your mother sind es Einspieler, soweit ich weiß.

    Sitcoms sind in meinen Augen großartig und wahrlich keine „Aldi US-Klamaukstaffetten“.

  7. Jajaja, alter Eintrag (weit über 2 Jahre), aber weil ich das hier fand auf der Suche nach der Frage, ob Big Bang Theory vor Livepublikum aufgezeichnet wird, klatsche ich die Antwort hier einfach mal drunter:

    Inzwischen JA. Bei tvtickets.com kann man sich ansehen, was gerade an US-Serien vor Publikum aufgezeichnet wird und deshalb nur in der – zumeist grausamen – Deutschen Übersetzung die Lachschleife bekommt. Die aufgeführten Serien – unter anderem eben TBBT – haben eher den Charakter einer aufgezeichneten Theatervorführung. Sie sind zunehmend an ihr Stammpublikum angepasst (viele Witze handeln über die Eigenheiten der Figuren und deren Beziehungsgeflecht untereinander, weshalb Ausschnitte fast nie lustig sind).

    Scrubs lebte einfach von den vielen unterschiedlichen Schauplätzen – genauso wie das großartige My Name is Earl. Deshalb wäre dort eine Aufzeichnung vor Live Publikum zumindest schwierig geworden. Es ist aber nicht so, dass diese Serien gut sind, weil sie auf die Lachschleife verzichten. Sie sind gut, weil sie gut sind. Genauso, wie es großartige Serien gibt mit Lachschleife (wie das von Pell erwähnte Seinfeld). Manchmal passt es auch nicht.

    Letztlich ist das aber eine Marktentscheidung. Verspricht das Lachen vom Band höhere Akzeptanz beim Publikum gibt es das Lachen. So einfach ist das.

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