So dahergesagt

Hat ja auch was für sich, krank zu sein. Man hat mal wieder Zeit und Bock, die dicke Wochenendausgabe der Zeitung lesen. Und dann ist da mal wieder so eine Überschrift, die in ihrer Naivität wie ein Presslufthammer auf die Augäpfel einsplattatatert.

„Warum haben wir kein Fach Demokratie?“

fragt da ein 19-jähriger Schüler.

Demokratie in der Schule — kann man was dagegen haben? Wenn ja, dann vielleicht das: Man wird als Schüler in Geschichte, Politik, Politischer Weltkunde, Sozialwissenschaften usf. bereits ausreichend mit dem Auswendiglernen der Syntax unseres Staatssystems drangsaliert. So ein Heranwachsender wird aber nicht automatisch zum Demokraten, nur weil er weiß, was Überhangmandate sind und welches Gremium den Bundespräsidenten wählt. Zumal, wenn er dank immer stärker komprimierter Lehrplänen keine Zeit mehr hat Kind und Jugendlicher zu sein, wenn er sich nicht einmal gegen tyrannische Lehrer wirkungsvoll zur Wehr setzen kann, wenn das ganze System Schule auf Autorität und Top-Down-Methodik fußt. Die Möglichkeit zu partizipieren und seiner eigenen Stimme Gehör zu verschaffen, hat mehr mit Demokratie zu tun als tumbes Pauken von Strukturen. Wir brauchen kein neues Schulfach, wir brauchen eine neue Schule.

2 Kommentare

  1. Als so schlimm hab ich die Schule auch nicht empfunden. Und was wenn die Schule grundlegend geändert würde, in welcher Form sollte es mit den Unis geschehen?

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