Soziologen auf Drogen

Bei der gestrigen feierlichen Eröffnung des military studies/ Militärsoziologie-Studiengangs an der meinigen Alma Mater Uni Potsdam, welcher verdammicht eng mit der Bundewehr kooperieren wird, soll es, neben spektakulärem Störauftritten der Clown’s Army auch beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Allerdings nicht seitens der „Militanten“, sondern des Lehrpersonals. Das habe ich nur über Dritte gehört und inforiot / freie-bildung-berlin schweigen sich zu diesen Spezifika aus. Aber schon interessant. Ich symphatisier‘ mit solchen, die da antimilitaristisch aktivistisch sind (würde mich selbst sowas aber nie trauen).

Lysis gräbt ein nettes Video von Luhmann aus und schreibt etwas über ihn. Interessant, dass der auch in der NSDAP war, aber das scheinen ja irgendwie alle damals gewesen zu sein. Davon abgesehen: Ich finde es auch immer wieder befremdlich, mit welchem Eifer sich die Studierendenschaft am Anfang jedes Semesters besonders auf die Systemtheorie-Referate stürzen. Okay, mag sein, dass mein Verhältnis zu dem Kram allein deswegen schon gestört ist, weil es als allererstes ein reichlich selbstgerechter Mathematiker im näheren Umfeld war, der sie mir als Erklärung aller gesellschaftlicher Phänomene verkaufen wollte. Aber auch bei näherer Betrachtung (und ich fand Luhmann nie sonderlich einfach zu lesen) ist mir das nix. Ich als Sklave binärer Entscheidungssysteme? Systemische Ausdifferenzierung als Kennzeichen einer Moderne, in der Politik von Hollywood-Schauspielern und Wirtschaftslobbyisten gemacht wird? Oft hatte ich das Gefühl, die Theorie sei komplexer als die Realität, die sie beschreiben soll. Strukturelle Kopplung my ass. Da dieses Blog hier unwissenschaftlich ist und das Semester eh erst übermorgen beginnt, darf ich an dieser Stelle auch noch anmerken, dass mich Luhmann irgendwie an Wolfgang Schäuble erinnert.

Du denkst, das klingt arrogant? Dann schau dir mal die straff reaktionäre christliche Fundamentalistin Ann Coulter und ihre Sicht auf’s Judentum an. Na gut, das hat nix mehr mit Soziologie zu tun. Aber mit Drogen u.U. durchaus. [via]

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