Stars of CCTV

cctv„Dieses Objekt wird durch Video geschützt“ stand auf dem Schild an der Tankstelle. Was beunruhigte mich daran? Sicherlich nicht die Vorstellung einer mannshohen VHS-Cassette, die mit Büttelmütz, Uniform und Knüttel in der Hand kraft ihrer Autorität potentiellen Delinquenten die Lust an den noch zu verrichtenden Untaten vertrieb. Nein, es war etwas anderes. Geschützt, nicht überwacht. Die Illusion von Sicherheit ist zur Ware geworden. Kameras lassen Anzahl und Ausmaß der Straftaten nicht zurückgehen, erleichtern allenfalls im Nachhinein die Identifikation des Täters. So weit, so bekannt. Das Gefühl, ständig beobachtet zu werden aber legt sich unbewusst auf unsere Arten zu Reden und zu Handeln, wie ein Film, der eventuelle Unebenheiten ausgleicht. So wie man sich im Angesicht eines Polizisten in voller Montur immer ein wenig schuldig fühlt. Das andere Ende dieser Entwicklung könnte eine allgemeingültige Bewertung jedes abweichenden Handelns als anti-social, da nicht kontrollierbar bedeuten. Dies bedacht, ist die unbedachte Phrase auf dem Schild in all ihrer Deutlichkeit höchstens als Wunsch zu interpretieren, dessen Erfüllung noch ansteht. Der Satz „Du als Subjekt wirst durch Video bedroht“ freilich fehlt.

Bild: le Korrigan (cc)

1 Kommentar

  1. "Die Illusion von Sicherheit ist zur Ware geworden."

    Aber dadurch das der Ort scheinbar geschützt ist, erhöt sich die Hemmschwelle. Somit ist eine Kamara nicht unbedingt nur eine Dekoration. Klar, das Gefühl beobachtet zu werden mag ich auch nicht. Das muss einfach nicht sein.

    Es ist schon traurig, dass es fast überall auf der Welt so ist und dann auch noch verkauft wird…

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