meist manchmal, selten oft

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Das Watchblog Islamophobie ist eingestellt und gelöscht worden.

Das finde ich schade, denn Seiten wie diese sind wichtig als Gegenpol zu jenen zahlreichen Ecken im Web, die von sich auch noch behaupten, “politisch inkorrekt” und “gegen den Mainstream” zu sein, wenn ihre menschenfeindlichen Paradigmen längst in die Politikteile der Gazetten und die Agenden der Tagespolitik durchgesickert sind.

Ich hatte im Sommer letzten Jahres auch einige Zeit beim Watchblog mitgearbeitet. Trotz der Differenzen, die es manchmal gab, wünsche ich allen über die Zeit an dem Projekt beteiligten alles Gute und viel Erfolg bei den Dingen, die da in der Zukunft kommen mögen. Insbesondere Bigberta, der es gesundheitlich nicht so gut geht und die sich zudem, gemeinsam mit Jochen, in einem anstrengenden Gerichtsprozess gegen Udo Ulfkotte befindet.

Auf die Frage, was die Lücke füllen könnte, die das WI hinterlassen hat, kann ich in erster Linie die Blogs von Lysis und Jochen empfehlen, außerdem politischkorrekt.info, das ich zwar noch nicht so lange kenne, welches aber ziemlich gut zu sein scheint und eine starke Community im Rücken hat.

Die Texte, die ich für das Watchblog geschrieben hatte, spiegele ich hier auf citronengras.de, damit sie weiterhin verfügbar sind. Die enthaltenen Links habe ich soweit wie möglich aktualisiert, hier und da noch eine Anmerkung eingefügt. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Beiträge:

RauchenhitmanbombePOlizeiahmadinejad

Der Spiegelfechter hat eine hübsche Polemik über die Maßnahmen zum Schutz einer Gesellschaft geschrieben, die zuvor, scheint’s, hilflos röchelnd vor den Nikotinfaschisten im Staube kroch.

[Eine skurrile Situation], die in Niedersachsen schon Normalität ist: In einer neuerdings schlechter gefüllten Kneipe musste eine Trennwand gezogen werden, um den Rauchern ein Habitat zu schaffen. In dieser Rauchzelle sitzen Raucher und Nichtraucher eng beieinander und haben ihren Spaß so wie früher – der einzige Unterschied ist die schlechtere Luft, da sich der Rauch trotz Lüftung auf einen kleineren Luftraum verteilt, womit niemanden ein Gefallen getan wurde. Der große Nichtraucherbereich, samt Theke, ist fast menschenleer. Die wenigen Gestalten an der Theke bekunden auch, ihnen wäre es lieber, wenn wieder geraucht werden dürfte – die saubere Luft sei zwar nett, ersetze aber nicht die verlorene Gemütlichkeit und der neuerliche Separatismus der Masse spalte die Gesellschaft. Ist es das, was die Politik will?

«Klinke: Hand. Hand: Klinke.» weiterlesen

leisten

Münte tritt zurück. Im Zuge dieses staatsmännischen Aktes begrüße ich ganz ohne Hohn die Wiedereinführung der sozialen Schichten und freue mich darüber, dass Nicht-Werktätige wie in den guten alten Zeiten ein Anrecht auf Nahrung haben mögen.

Zum Reizthema “die Blödheit der SPD”, hier in Verbindung mit der Einführung der Vorratsdatenspeicherung, kam einer der schönsten Kommentare seit langem von Sebastian:

Ich habe die Unwählbarkeit meiner eigenen Partei bereits bei meinen “Genossen” (*lol* das könnten sie auch mal abschaffen) bereits zur Sprache gebracht und werde da auch vorerst drauf verzichten. Heute kam erst eine “Rettungsmail” einiger Abgeordneter bei mir an, in der sie sich dafür rechtfertigen, doch mit Ja gewählt zu haben, obwohl sie doch eigentlich dagegen sind *wind wind*
Einfach ätzend. Wenn ich erstmal dran bin *drohnen die Faust heb*

Kann die VDS nicht auch aus familiären Gründen zurücktreten?

Fabu steigt bei Spreeblick ins Boot. Klar, dass da einige unken (“Und wo bleibt das Niveau?”), ich find’s aber gut. Struktour.de ward arg vermisst in dieser kargen Hütte. Vielleicht findet nun ja auch Bronko ein neues Daheim?

Jahrelang habe ich meinen last.fm-Account stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht. Sehr cool finde ich gerade das Feature, dass man zu einem Konzert auf dem man war, Fotos bei Flickr hochladen kann und diese, sofern mit einem bestimmten Tag versehen, auch bei last.fm auftauchen. Ja, ich gestehe: Am Wochenende habe ich Konzertfotos (!) mit dem Handy(!!!) gemacht. Unverzeihlich eigentlich, aber ich habe versucht, dabei dezent zu bleiben. Im Gegensatz zu den blöden Fangirl-Puten, die sich erblödeten, Ju-Ess-Äi Ju-Ess Äi zu skandieren, was dann auch Ramesh, Voxtrot-Sänger, halbwegs befremdet zur Kenntnis nahm. “Anyone here from Texas?” fragte er darauf, selbst in Austin sesshaft und ich musste komischerweise an ein Lied aus GTA San Andreas denken: All my Exes live in Tex’s. Ansonsten war’s ein toller Abend. Vielleicht schiebe ich noch eine Konzertkritik nach.

War auch mal wieder nötig: WordPress- und Plugin-Updates bei Citronengras. Haben gut geklappt, mal abgesehen von einer Spotmilk-Version aus obskuren Quellen (offrizielle Seite ist down), die die Menü-Struktur im Adminbereich zerschlug, als ich auf die getunte Variante Blackmilk umschwang. Tip: Lieber die letzte offizielle Variante aus dem Wayback-Archive klauben. Wie dem auch sei, wenn Du deine Ohren auf die Schienen legst, magst Du aus der Ferne vielleicht schon etwas anrollen hören können, was wie ein neues Layout klingt.

p.s.: Ich habe erst im Nachhinein erfahren, wie schlecht es um Münteferings Frau steht. In diesem Zusammenhang erscheinen meine obigen Worte unangemessen. Tut mir leid.

ostkreuz
Foto: Die Spaziergängerin auf A von grapf

Wunderschön finde ich das Blog Ostkreuz Guide. Die Fotos schaffen es sehr gut, die Morbidität des Ortes einzufangen, diesen Resthauch Eau de Ost, den ich vor vielen Jahren – vor der Ver-Mitt-ung der Umgebung – noch in seiner vollen Pracht zu erschnuppern imstand war. Ernsthaft – wenn’s Winter draußen ist, die Schwaden der Kohleöfen die Umgebung einnebeln und das vertraute Türenschließgeräusch der S-Bahn ertönt, kann ich mich für einen kurzen Moment in meine gräulich vernebelte Erinnerung zurückversetzt fühlen. Ich war damals im Kindergartenalter, weswegen mir das “Feeling” ehrlicherweise nicht mehr derart präsent ist, dass ich mich erinnern könnte wie etwas genau aussah. Aber die mit bestimmten Sinneswahrnehmungen assoziierten Erinnerungsfetzen bleiben und der Bahnhof Ostkreuz ist ein “Trigger” dafür. Diese Form der DDRinnerung hat seine Vorteile: Ich bin kaum anfällig für “Ostalgie”, das Super Illu-Abo bleibt unbestellt. Möglicherweise ändert sich das jedoch, wenn der alte Bahnhof Ostkreuz abgerissen bzw. umgebaut wird. Gebe Gott, dass dort nicht so ein klötzernes Ungetüm wie an der Papestraße am Südkreuz entsteht. Wird es aber bestimmt, denn wie ich unsere architektonischen Entscheider kenne, fehlt ihnen der längerfristige Blick, der besagt, dass Glasarchitektur nicht nur dereinst aus der Mode kommen wird, weil alle Gebäude so aussehen, sondern auch dass es zu Reinigen unpraktisch ist, instabil und mit zunehmender Abstumpfung der gläsernen Fassade auch immer unansehlicher. Zumal Taubendreck auf Glas von zwei Seiten sichtbar ist. Oh tempora, oh mores…

Äh, ja die Fotos. Gern gesehener Gast auf denen: der unheimlich phallische Wasserturm um die Ecke. Ey komm, könntest Du das Ding irgendwie anders assoziieren?

[Hinweis:] Dieser Beitrag war ursprünglich im “Watchblog Islamophobie” erschienen, welches mittlerweile eingestellt worden ist. Ich habe den Artikel in mein privates Blog gespiegelt, damit er nicht verloren geht. –Der Admin, Januar 2008

BildIch werfe alle paar Tage einen Blick auf das sich selbst euphemistisch “pro-westlich” und “Islam-kritisch” nennende Weblog “Politically Incorrect”. Es ist ein merkwürdiger Drang, mich mit der Tatsache zu konfrontieren, dass nicht jede Ecke der deutschen Blogosphäre kuschelig liberal ist, sondern dass es hier und da knallhart rassistisch zur Sache geht, der mich dazu treibt, das immer wieder zu tun.

Zur Räson dieses Blogs gehört die prinzipielle Ablehnung des Islam, da er als unzivilisierte, blutrünstige, frauenverachtende (usw.) politische Ideologie gesehen wird, die die totale Unterjochung des Westens und Vernichtung der Juden anstrebe. Differenzierungen in fundamentalistische und gemäßigte Moslems gibt es im Weltbild von PI und seinen Kommentatoren nicht, also auch keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Ein Moslem ist erstmal nur ein Moslem, Abstufungen, andere Wesenszüge, Art der Religionsausübung, persönliche Biographien oder Charaktereigenschaften treten bei der Bewertung von Menschen dieser Religionszugehörigkeit, die oft “Musel” genannt oder ironisch als “Kulturbereicher” verhöhnt werden, völlig in den Hintergrund. PI misst jedem straffälligen Moslem mehr Beachtung zu als hunderten, die nie an Kriminalität nur dächten oder jedem Nicht-Moslem, der eine identische Straftat begeht. Berlin-Neukölln und Kreuzberg beispielsweise werden als Stadtteile geschildert, in die sich die Polizei nicht mehr hereintraue und in denen die Scharia herrsche. An all diesen Problemen und einer konstatierten zu islamfreundliche Haltung der Politik, seien zudem “die Linken” schuld – “Gutmenschen” wie die häufig verhöhnte Claudia Roth, die in ihrem “Dhimmitum” eine “Appeasement”-Politik verträten. Auch hier kennt PI keine Differenzierungen – Sämtliche Schattierungen des linken Spektrums, ob Grüne oder Linkspartei, Sozialist oder Umweltschützer, Globalisierungsgegner oder RAF-Terrorist, sie sind identisch in der Feindbild-Wahrnehmung der PI-Autoren und -Klientel. Diese Haltung fände Widerhall in den – natürlich – “links durchsetzten” Medien, die der für PI relevanten Religionszugehörigkeit eines Straftäters (wenn er Muslim ist) zu wenig Bedeutung beimäßen und diese Information aus Gründen der “Political Correctness” unter den Tisch fallen ließen. (Hierzu kritisch Quellen sammelnd: Limited)

«Von Ideal und Wirklichkeit. Heute: Die real existierende Meinungsfreiheit bei “Politically Incorrect”» weiterlesen

Sebastian von alarmschrei.de dokumentiert / kommentiert aktuellen Info-Borschtsch auf SpOn. Lecker gekichert nochmal vorm Schlafengehen.