
Was kann ich nur noch in meine Venen pumpen, um den energischen Bässen des kommenden Songs auch nur im Ansatz gerecht zu werden? Spring herum, weine, wirbel mit den Armen ruft sie mir zu, die Musik, aber nix geht mehr. Kraft heißt Bratzes Platte und die Single “Jean Claude” ist ganz klar *d*e*r* [file under:] auf Deutsch gesungene nachdenkliche Elektrostampfer des ausklingenden Jahres.
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(Direkt-Download: last.fm | Bandseite | empfohlen: Coral Cache)
Militärische Orden, kirchliche Weihen, Pfadfinderabzeichen und Ritterschläge gebühren ihnen aber, neben der musikalischen Qualität, dafür
- zum Teil aus Clickclickdecker zu bestehen (der andere Teil – Der Tante Renate – hat wohl auch einen Namen, der mir aber bis dato nicht vertraut war)
- zu bloggen und ihre Single für umme in die Welt zu werfen
- Konzerte mit dem “Wolf” zu veranstalten.
Ist das geil! Man will glatt wieder 19 sein.
Bratze @ Wikipedia (grad erst den Stub erstellt eine Sofortlöschungsdiskussion provoziert) | last.fm | MySpace | Amazon

Wollten wir nicht eigentlich
Gegen das hier sein?
Mir geht es gut. Wem geht es besser?
(Nur mal so im Allgemeinen)
Nein, bei näherer Betrachtung finde ich es keine Generationenfrage mehr, ob man die Musik von Clickclickdecker gut findet oder nicht. Da gibt es andere Faktoren. Es mag mit dem Anspruch zusammenhängen, den man an Musik hat, situative Assoziationen, den Kontext, in der man sie hört, transportierte Attitüde, präferierte Stimmung und all solche Aspekte. Das ist es ja, was Geschmacksfragen ausmacht. So weit, so profan – aber Konzerte sind eine andere Spurrille. Gerade wenn man eine Band, einen Künstler noch nicht mal aus der Konserve kennt, fällt es in den meisten Fällen schwer, Texte zu verstehen (allein akustisch), geschweige denn sie zu interpretieren. Für die einen, die jede Zeile kennen mag gerade das der geilste Mitgröhlgrund oder ein besonderer Moment sein, was für den anderen piefige Mitnahme von Rock’n'Roll-Standards oder ungelungenes Zitat von $BandX / $KünstlerY ist. Man kann nicht einschätzen, wie das, was man sieht, von Platte umgesetzt und repräsentiert ist. Es gibt Ausnahmen, aber sind wir doch mal ehrlich – in der Regel ist es so, dass wenn sich die Synapsen zwischen mir und dem Song noch nicht gebildet haben, Musiker mit noch so einem Ausnahmetalent da stehen können – bei mir kommt wenig an. Da ist das sich-deplaziert-fühlen inmitten der Masse derer, denen das Gehörte sichtlich etwas bedeutet völlig verständlich – wie die sprichwörtliche Fussili-Nudel inmitten eines Meeres von Farfalle geht’s mir da. Und gerade deswegen finde ich Johnnys Urteil über genannten Künstler verständlich, aber vorschnell.

Hab ich gerade irgendwie aus Zufall entdeckt: Die “Rote Raupe”-Mixtapes. Gratis Musik für etwa, um mal ein Klischee zu bemühen, den Nachmittag am See. Vielleicht auch: Weinend in der Ecke kauern. Auf der letzten, nämlich der vierten Ausgabe befinden sich u.A. der große Mr. clickclickdecker, die Lokalmatadore delbo, die immer so seltsame Texte haben, Home of the Lame, mit denen bzw. dem man oasisUK feucht im Schritt kriegt und Tom Liwas prachtvolles “Für die linke Spur zu langsam”. Hör mal, wie schön das ist:
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Apropos Weinend in der Ecke kauern: Da war heute ein Pärchen, die saßen auf der Treppe neben der Sparkasse, sie weinte und er tröstete sie. Wir fragten uns im Geheimen nach dem Grund für ihre Traurigkeit, wie man das eben so macht. Verlässt er sie? War etwa einer gestorben? Vielleicht haben sie kein Geld mehr? Meinte S so: “Vielleicht muss er in den Krieg.” Stimmt, denk ich noch, das kann’s ja heutzutage auch sein.