Lanu von der BooCompany hat ein Preisausschreiben ins Leben gerufen. Wer ihr den besten Grund darlegt, warum Fernsehen tödlich sein kann, gewinnt ein pinkes T-Shirt, welches die Fernsehsendung “Dexter” bewirbt. Da meine Liebste und ich Freunde dieses schmackhaften Bissens Fernsehunterhaltung sind und ich finde, dass dieses Leibchen ihr gut zu Körper stünde, nehme ich auch teil. Meine Einreichung ist jedoch kein Text, sondern ein Comic. Der mag reichlich trashig rüberkommen. Ich muss mich dafür entschuldigen, aber jene Glanzzeiten, in denen ich diese Form der Unterhaltung stapelweise kreierte, sind etwa seit dem Physikunterricht der 13. Klasse vorbei.
Nichtsdestotrotz, hier ist mein Wettbewerbsbeitrag. Achtung, Blood & Gore! Mann mit Hut in: Fernsehen tötet (Klick für groß).
[Update:] Ja wie tight ist das denn? Ich habe gewonnen!
Californication - Western society’s pop culture and media encroachment and spread all over the world. In particular, the negative aspects of media and culture originating from within the United States’ 31st State: California. Ex. “Whats up with the californication in Germany today?” (Urban Dictionary)
Die Produzenten der ziemlich lässigen Fernsehserie Californication mit David “Mulder” Duchovny wurden jetzt von den Red Hot Chili Peppers verklagt. 1998 veröffentlichten sie ein wohlbekanntes Album unter diesem Namen, einer der Songs hieß ebenso. Serienjunkies zitiert Bandleader Anthony Kiedis
„Californication ist das Album der Band überhaupt. Wir haben davon immerhin 14 Millionen Stück verkauft und einen Grammy gewonnen. Sich einfach den Titel unseres Albums zu schnappen und damit irgendeine Fernsehserie zu machen und uns unserer Identität zu berauben ist einfach nicht richtig.“
und schreibt
Ziel der Klage ist es, die unberechtigte Nutzung des Titels dauerhaft zu verhindern und den Sender zu zwingen, alle mit ihr gemachten Gewinne abzutreten.
Markenrechtlich sicher vertretbar, wenn auch ziemlich peinlich ist der erste Teil der Forderungen. Kiedis sagt’s ja selber: 14 Millionen mal ist allein diese eine Platte verkauft worden, die Band dürfte ein für alle Mal finanziell ausgesorgt haben. Das Geseiher über Diebstahl von Identität ist nüchtern betrachtet ziemlicher Unsinn, denn jeder halbwegs normal denkende Künstler wäre froh, einen Begriff geschaffen zu haben, der über den Kontext der Musik hinaus Sinn und Verwendung erhält. So weit, so peinlich also.
Der zweite Teil der Forderung, nämlich sämtliche Gewinne der Serie einzufahren, lässt dann jedoch hervortreten, wes Geistes Kind die Herrschaften anscheinend sind: des Größenwahns und der Gier. Ich glaub, es hackt, alle Gewinne? A Watschn links, a Watschn rechts hätten die Herren verdient dafür. Es beweist in der Tat, dass Geld blöd macht und RHCP mittlerweile in einer Liga mit Metallica und U2 spielen. Ich mochte Californication (die Platte) damals sehr gerne, auch wenn mir das Radio-Airplay nach kurzer Zeit gehörig auf den Zeiger ging. Mit dieser Aktion haben sie bei mir jedoch auch das letzte Quentchen Symphatie verspielt. Californicate my ass.
und weiß mal wieder nicht, ob sich des Gröhlens zu schämen oder sich des Schämens zu schämen angemessener wären. Elendes Reflex-Reflektieren! Familienduell-Doofheiten-Zusammengeschnibbel also und ich erinnere mich an eine Zeit im Leben, da ich das gerne geschaut habe. Ach ja, der Werner “wirhabeneinhundertleutegefragt” Schulze-Erdel. Mein Liebling aus dem Clip: Steinmann bauen. Ist die Kompilation von Stefan Raab, weiß das einer?
[via]

(Das Portal) ist ein konzeptionell und grafisch originelles Produkt, das klare Usability mit intuitiven und kreativen Elementen verbindet.
Wahnsinn, welch Bullshit. Wenn in einer Projektbeschreibung schon Vokabeln wie “originell” verwendet werden müssen und die “klare Usability” mit “kreativen Elementen” angepriesen wird, dann kann ich mir ansatzweise vorstellen, wie es ist, Personalchef zu sein und Bewerbungsmappen durchzuackern. Misstraue jedem Restaurant, deren Speisekarte den Salat als “knackig” oder gar “besonders knackig” ausweist, so steht es bei Max Goldt geschrieben und er hat recht damit.
Diese Sache hier ist aber trotzdem gut. Ab übermorgen kann man online arte schauen. Zwar nur einige Sendungen des Portfolios und nur das Programm der letzten sieben Tage, aber die Qualität scheint recht ordentlich zu werden. Ich wette zudem einen besonders knackigen Kopfsalat, dass es in kürzester Zeit Greasemonkey-Scripts oder Firefox-Plugins zum Download der Videos geben wird. Das wäre doch mal wirklich originell.
“24″ ist eine großartige Serie. Alleine die Tatsache, dass die Dramaturgen, Produzenten und Drehbuchschreiber in jeder einzelnen Folge einen Spannungsbogen von dieser Intensität hinkriegen und gleichzeitig die nächste Folge so anteasern, dass man sie zwangsläufig schauen muss , ist ein Kunststück. Im Sommer vor zwei Jahren erwischten S. und ich uns dabei, trotz brüllender Hitze mehrere Tage hinter dem Fernseher zu verbringen und die ersten drei Staffeln hintereinander wegzukonsumieren.
Die vierte Staffel, einige Monate später, brachen wir aber mittendrin ab. Als Grund anzuführen, dass wir nicht mehr in der Materie waren wäre zu kurz gegriffen. Vielmehr stellte sich ein merkwürdiges Unbehagen ein, abseits der Ebene Unterhaltung: Dass hier das Bild einer Realität konstruiert wird, in der die Geheimdienste eine Art Schattenregierung darstellen, die nur aufgrund interner Querelen nicht die eigentlichen Machtfaktoren im US-amerikanischen Politikgefüge sind. Aber auch dass diese Serie normativ wirkrn soll: Folter ist erstens legitim zum Erlangen von wichtigen Erkenntnissen im Kampf gegen den Terror, von dem wir zweitens ja ständig umgeben sind.

