Jens weist in einem exzellenten Artikel darauf hin, dass man momentan nicht allzu viel glauben kann, was die Presse über den Angriff Israels auf Gaza berichtet. Es gibt kaum Reporter, die von der Lage vor Ort berichten können und von beiden Seiten wird manipuliert, wo es möglich ist — insbesondere online.
Insofern sind auch diese Bilder mit Vorsicht zu genießen, Fotos von weinenden Kindern und sterbenden Kriegsopfern sind natürlich sehr suggestiv. Dennoch dürften sie das Leiden der Zivilbevölkerung ausschnitthaft ganz gut wiedergeben. Ein “sauberer Krieg” ist das jedenfalls nicht, den gibt es einfach nicht. [via]
Lutz Schramm hat in seinem Fotostream bei Flickr einige Fotos aus DDR-Zeiten, die ich sehr schön finde. Vor allem wenn man weiß, wie es da heute aussieht und vieles wiedererkennt, während manche Details geradezu absurd durch den sozialistischen Chic verzerrt wirken. Wobei: Der sozialistische Chic herrscht ja auch heute noch vor, etwa am Alexanderplatz. Verzerrt bloß durch hässliche New Age-Businessbauten, die pseudoretrohingekackte Alexa und den an pompöse Naziarchitektur gemahnenden “neuen” Kaufhof. Aber egal, zurück zu Lutz’ Fotos, derer ich mich hier frech habhaft mache (sie stehen nicht alle unter CC-Lizenz, aber ich nehme dieses Statement mal als Erlaubnis, sie hier einzubinden).

Hier der Alex in den 80ern. Damals standen dort noch keine Drecks-Scientologen rum. Es war also nicht alles schlecht in der DDR.
Ich muss sagen, dass ich momentan völlig begeistert von diesen Panoramabildern bin, die man mit Autostitch (gestern auf 1000ff beschrieben) quasi von allein erstellen lassen kann. Obiges Bild entstand heute am frühen Abend vom Balkon aus und besteht aus 21 Einzelbildern. Die Details sind teilweise etwas verwaschen, weil auch ein laues Lüftchen wehte und die Baumwipfel schaukeln ließ. Beim nächsten Versuch werde ich auch noch etwas mehr Himmel “mitnehmen”.
Simon hat opencontest.de wiederauferstehen lassen.

opencontest.de ist ein Freundeskreis jener, die bei anderer Leute Diaabend zumindest dann nicht einpennen, wenn es sich um interessante, merkwürdige, schöne oder absurde Bilder handelt. Im Gegensatz zu früher wurde der Wettbewerbscharakter etwas zurückgenommen, die Möglichkeit zum freien Assoziieren und Themen erschaffen heraufgefahren und mit WordPress eine, scheint’s, etwas flexiblere technische Grundlage gewählt. Wer also Fotos gerne “nimmt”, anstatt sie zu “schießen” oder gar zu “knipsen”, sollte in Erwägung ziehen, sich kurz zu informieren, dann anzumelden und selbst Bilder hochzuladen.
Zwischen all dem Liebesgedüdel und Rechtsradikalenbeschimpfe will endlich auch mal wieder auf die Dolce Vita hingewiesen sein.
Die Steigerung von Genuss ist Luxus, die Steigerung von Luxus aber hat kein Wort, ist lediglich optisch darstell-, sowie sinnlich erfassbar. Ein wohlfeiles Beispiel dafür sind die gediegenen Werke der Lebensmittelfotografie aus den 70er und 80er Jahren, auf die Meskalinopolis zuletzt hinwies. In den Flickr-Gruppen “Vintage Cookbooks” und “Magically Revolting” findet sich diese zu Unrecht verkannte Art von Kunst zuhauf, meskalin lud auch selber einige hervorragende Exemplare hoch.
Guten Appetit.

Wenn eines im Leben sicher war, dann der traditionelle Berliner Ballen, den Roland Koch mit einer dicken, braunen Schicht Schokoladenglasur stets am Silvesterabend zu vertilgen pflegte. Bei den Wählern (“meine” Hessen) kam dies gut an. Bild: partykamera (cc)

Nach dem miserablen Ergebnis der verkaufsoffenen Adventssonntage war den Verantwortlichen im Einzelhandel klar: Der Fisch stinkt vom Kopf, schnelle und konsequente Maßnahmen sind vonnöten.

Die Chinesen waren schon in der Altsteinzeit wahre Meister im Entfachen atemberaubender Feuerwerke.
Draußen bupperts schon den ganzen Tag und 10 Milliarden Bekloppte stehen sich am Brandenburger Tor die Beene in’ Bauch. Und auch hier beginnt sich der Biowecker auf ein breites Zweitausend mit einer schönen runden Acht hinten einzustellen. Da wird das Salzgebäck geöffnet und das Raclette aufgeheizt, um dem vergreisten 2007 mit einem Gemisch aus Fett (bindet den Geschmack) und Mononatriumglutarmat (verstärkt den Geschmack) einen adäquaten Abgang zu verschaffen. Um Mitternacht darf’s dann auch mal ein Piccolöchen sein (Scherz).
Wünsch’ euch jedenfalls jutn Rutsch und ein vertikales neues Jahr.
Ich halte mich für keinen sonderlich fortschrittfeindlichen Menschen. Alte Zöpfe müssen manchmal ab, egal ob es sich um Aspekte des Lebenslaufes, Computersachen, Freunde oder, äh – Frisuren handelt. Trotzdem weinte jüngst mein Herz, als ich der Tatsache gewahr wurde, dass diese herrliche Ruine an der Ecke Kochhann- /Richard-Sorge-Straße abgerissen wurde. Klar, die übrigen rostroten Mauern der einstigen Patzenhofer-Brauerei Friedrichshöhe erfüllten keine moderne Effizienzkriterien. Und doch war es ein Ort mit Daseinsberechtigung. Ein bißchen außer der Zeit, Stockenten schwammen im ehemaligen Keller, welchen Regenwasser in einen kleinen Teich verwandelt hatte. Hier war Raum für einige großartige Sprühereien, mit denen sich die Jugend ihrer Beweglichkeit, ihres Muts und ihrer Kreativität versicherte. Sommers kampierten Schausteller auf der Wiese vor der Ruine und veranstalten einen Zirkus. Wusste man nichts davon, war man überrascht, mitten in der Stadt plötzlich auf Dromedare, Lamas und Ponys zu treffen, die der üppigen Vegetation ihrem von der Natur vorgesehen Zweck zuführten. Ein Zaun sollte das Areal unzugänglich machen, aber irgendwer fasste sich immer ein Herz und schuf eine Lücke, durch die man hineinschlüpfen konnte. Als ich das erste Mal durch den Zaun ging, war ich sehr überrascht über die unbekannte Perspektive, die ich von hier hatte. Dort Friedhof, dort Multiplex, da Neubausiedlung, da Altbauviertel und hier jene verwilderte Ecke, in der Geschichte und Chaos, der verwesende Fortschritt von einst und die Rückeroberungsstrategie der Natur aufeinandertrafen. Das ist jetzt vorbei.
«Eine Geschichte vom Verfall und dessen Zerstörung» weiterlesen


Update: Heißen Dank an Ulli für dieses Schmuckstück aus der gleichen Kategorie.










